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    Schuhfabrikantin Bethlehem Tilahun Alemu: „Wir nutzen die lange Tradition, aus alten Autoreifen Schuhsohlen herzustellen.“
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    Die Schuhe von SoleRebels werden online und in Flagship Stores überall auf der Welt mit großem Erfolg verkauft.
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    Aus alten Autoreifen werden Schuhsohlen.
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    Besonders stolz ist Unternehmerin Bethlehem Alemu darauf, dass SoleRebels weltweit die erste Schuhproduktion mit Fairtrade-Siegel ist.
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    Mit fünf Arbeitern startete SoleRebels 2005, jetzt stellen 200 Mitarbeiter jeden Tag 800 Paar Schuhe her.
23.06.2016|Bessermacher
SoleRebels

Schuhe ohne Fussabdruck

SoleRebels – Eine kleine Schuhmanufaktur in Addis Abeba schreibt Geschichte – als erste Schuhproduktion weltweit mit Fair-Trade-Siegel. SoleRebels, die „Sohlenrebellen“, stehen für Nachhaltigkeit und cooles Design.

Wie eine Rebellin sieht Bethlehem Tilahun Alemu eigentlich nicht aus. Doch die 36-jährige Unternehmerin aus Addis Abeba in Äthiopien macht nichts so, wie man es sich von einer Schuhfabrikantin in einem der ärmsten Länder der Welt vorstellt. Im Gegenteil: Die Schuhmanufaktur SoleRebels hat das Zeug, neue Wege zu öffnen für eine nachhaltige, umweltverträgliche und soziale Produktionsweise in Entwicklungsländern – und natürlich nicht nur dort.

Hochwertige Schuhe mit äthiopischen Ressourcen

Aufgewachsen in Zenabwork, einem armen Vorort von Addis Abeba, sah Bethlehem Alemu schon sehr früh, dass ein besseres Leben für die Menschen in ihrem Stadtteil ohne ein gutes Einkommen nicht möglich sein würde. Mit einem Startkapital von 10.000 Dollar gründete sie die Schuhmanufaktur SoleRebels. Mit hochwertigen Schuhen, die in traditioneller Weise produziert werden, wollte sie einigen Familien ein Einkommen schaffen.

„Wir wollten etwas herstellen, was authentisch für Äthiopien ist und was in Handarbeit mit einfachen Mitteln produziert werden kann“, erzählt Bethlehem Alemu. Indem sie die typischen Ressourcen ihres Heimatlandes nutzt, zeigt sie den Menschen, dass es möglich ist, sich aus eigener Kraft zu helfen und nicht auf ausländische Hilfe angewiesen zu sein.

Mit Handwerk und Recycling auf den Weltmarkt

Die Kompetenzen der armen äthiopischen Bevölkerung sind handwerkliches Geschick, Improvisationstalent und die Fähigkeit, gebrauchte Alltagsmaterialien neu zu verwerten. SoleRebles zeigt, dass es genau diese Fähigkeiten sind, mit denen nachhaltige Produkte hergestellt werden können. „Wir nutzen die lange Tradition, aus alten Autoreifen Schuhsohlen herzustellen und spinnen und weben Stoffe aus Baumwolle, wie es auch meine Großmutter gemacht hat. Die langen Fasern des Kolabaumes verarbeiten wir in vielen unserer Produkte, das Leder beziehen wir von kleinen Landwirten der Umgebung, deren Kühe traditionell immer draußen sind.“

Das kommt an. Mit fünf Arbeitern startete die Unternehmerin 2005, jetzt stellen 200 Mitarbeiter jeden Tag 800 Paar Schuhe her. Trendige Schuhe mit einem coolen Image, die online und in Flagship Stores überall auf der Welt mit großem Erfolg verkauft werden. Und die Bethlehem Alemu viele internationale Auszeichnungen beschert haben.

Gute Löhne und CO2-neutral

Besonders stolz ist Bethlehem Alemu darauf, dass SoleRebels weltweit die erste Schuhproduktion mit Fairtrade-Siegel der World Fair Trade Organization (WFTO) ist. Das fängt bei fairen Löhnen an. „Unsere Arbeiter verdienen im Schnitt viermal mehr als den gesetzlichen Mindestlohn und dreimal mehr als in der Industrie“, sagt sie. Dazu kommen medizinische Grundversorgung und ein Bildungsprogramm für die Familien der Arbeiter.

Handarbeit, Recycling, nachwachsende Rohstoffe – der CO2-Verbrauch von SoleRebels geht gegen Null. Die ersten Schuhe, die keinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen! rn

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