Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung » OK
  • Christoph_Fetzer.jpg
    Chistof Fetzer und ...
  • Jens_Struckmeier.jpg
    ... Jens Struckmeier, beide Wissenschaftler an der Technischen Universität Dresden, haben Cloud & Heat 2011 gegründet.
  • AoHeat _1.jpg
    Verglichen mit einer Gas- oder Ölheizung vermindert das Heizsystem Cloud & Heat bei einem Gebäude mit 150 Quadratmetern Wohnfläche den Treibhausgas-Ausstoß jährlich um rund sechs Tonnen.
13.10.2014|Bessermacher
Cloud & Heat

Heizen mit Computern

Cloud & Heat - Christof Fetzer und Jens Struckmeier bauen Server in Häuser ein, verkaufen die Rechenleistung auf dem Cloud-Markt und heizen mit der entstehenden Abwärme die Wohnung. Das spart tonnenweise CO2 und ist günstiger als andere moderne Heizungsanlagen.

Rechenzentren sind ineffiziente Stromfresser: Der Betrieb der Computer verschlingt Unmengen Energie. Dabei entsteht so viel Abwärme, dass die Räume mit einer fast genauso energieintensiven Klimaanlage heruntergekühlt werden müssen. „Die Abwärme könnte doch auch zum Heizen verwendet werden“, dachten sich Christof Fetzer und Jens Struckmeier, beide Wissenschaftler an der Technischen Universität Dresden.

Aber wie? Zwei Jahre lang experimentierten die beiden Forscher mit verschiedenen Prototypen. Schließlich stand das Konzept für die Computer-Heizung: Im Keller steht ein Server. Untergebracht ist er in einem feuerfesten Panzerschrank, damit möglichst wenig Abwärme verloren geht. Die Wärme wird in einen Pufferspeicher geleitet und erhitzt dort Wasser auf bis zu 65 Grad. Damit lässt sich dann die Wohnung heizen.

CO2-Einsparung pro Haushalt und Jahr: sechs Tonnen

Zusammen mit einem langjährigen Manager und Unternehmensberater gründeten Fetzer und Struckmeier im Oktober 2011 ihre Firma Cloud & Heat, die damals noch AoTerra hieß. Inzwischen hat das Dresdner Unternehmen seine Computer-Heizung deutschlandweit über 200-mal verkauft. Die meisten davon sind in neu gebauten Privathaushalten installiert.

„Verglichen mit einer Gas- oder Ölheizung vermindert unser Heizsystem bei einem Gebäude mit 150 Quadratmetern Wohnfläche den CO2-Ausstoß jährlich um rund sechs Tonnen“, sagt Unternehmenssprecher Lars Olbrich.

Breitband-Internetanschluss ist Voraussetzung

Hauseigentümer sparen mit der Computer-Heizung viel Geld: „Mit einem Preis von 12.000 Euro ist die Computer-Heizung deutlich günstiger als Wärmepumpen oder Mini-Blockheizkraftwerke“, so Olbrich. „Für diese fallen außerdem Kosten für Strom oder Gas, Wartung und Instandhaltung an. Davon sind unsere Kunden für mindestens 15 Jahre befreit. Das übernehmen wir.“

Denn immerhin verdient das Unternehmen mit den Servern im Heizungskeller Geld: Über das Internet vernetzt Cloud & Heat die einzelnen Computer zu einem virtuellen Großrechner, dessen geballte Rechenleistung es auf dem rasant wachsenden Cloud-Markt verkauft. Voraussetzung für den Einbau einer Computer-Heizung ist deshalb ein leistungsstarker Breitband-Internetanschluss. haw

© 2014 - 2020 GWEN Magazine