Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung » OK
  • Norbert_Naehr.jpg
    Norbert Nähr ...
  • Henning_Sanftleben.jpg
    ... und Henning Sanftleben haben gemeinsam das Sozialunternehmen heilende Stadt gegründet, das die Green Gyms ausrichtet.
  • Sanfte_Gymanstik_GreenGym_Hamburg.jpg
    Etwas sanfte Gymnastik ...
  • ToolTalk_GreenGym_Billstedt.jpg
    ... gepaart mit Gartenarbeit in einem öffentlichen Park - das ist Green Gym.
  • P1230792.JPG
    Die gemeinsame Naturerfahrung soll Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft zu einer Gemeinschaft zusammenschweißen.
13.10.2014|Bessermacher
Green Gym

Gymnastik fürs Problemviertel

Green Gym - Mit einer Kombination aus Gartenarbeit und Gymnastik lassen Norbert Nähr und Georg Sanftleben im Hamburger Problemviertel Billstedt ein neues Gemeinschaftsgefühl aufkeimen. Auch in anderen deutschen Großstädten könnte es bald solche Green Gyms geben.

Gymnastik und Gartenarbeit: Dazu verabreden sich zweimal die Woche fünf bis 15 Menschen. Mehrheitlich sind es Frauen im Alter zwischen Mitte 40 und Anfang 70. Ihr Treffpunkt: der Öjendorfer Park im Hamburger Stadtteil Billstedt. Ihre Mission: fit bleiben, den Park pflegen, eine Gemeinschaft bilden.

Green Gym nennt sich das. Die Idee kommt aus Großbritannien und ist dort schon seit den späten Neunzigerjahren verbreitet. Im Vereinigten Königreich gärtnern mittlerweile mehrere tausend Menschen in rund 100 Gruppen in öffentlichen Parks. In Deutschland aber kommt Green Gym erst jetzt so langsam auf. Die Gruppe im Öjendorfer Park ist bundesweit die erste.

Stadtentwicklung mit der Hacke

„Es geht nicht darum, uns selbst mit Lebensmitteln zu versorgen“, sagt Henning Sanftleben. Er hat zusammen mit Norbert Nähr das Sozialunternehmen Heilende Stadt gegründet, das Green Gym anbietet. „Das Gärtnern ist eher Mittel zum Zweck: Die gemeinsame Naturerfahrung soll Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft zu einer Gemeinschaft zusammenschweißen und Billstedt neues Leben einhauchen.“

Gemeinsame Gartenarbeit als Maßnahme zur Stadtentwicklung: Kein Wunder also, dass Sanftleben und Nähr beim Hamburger Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung auf großes Interesse stießen. Die Hansestadt fördert Green Gym zwei Jahre lang mit Sachleistungen und öffentlichen Geldern.

Auch Unternehmer haben das Potenzial gemeinsamer Gartenarbeit längst erkannt: „Deshalb gibt es nun auch im Hamburger Norden ein Green Gym“, sagt Sanftleben. „Dort gibt es ein großes Gewerbegebiet. Green Gym dient den ansässigen Firmen als Teambildungsmaßnahme für die Belegschaft.“

Green Gyms bald auch in anderen Grossstädten

Ein Green Gym dauert etwa drei Stunden und läuft immer nach dem gleichen Muster ab: zuerst der sogenannte Tool Talk, ein kurzer Leitfaden für den korrekten Umgang mit den Gartenwerkzeugen, anschließend etwas sanfte Gymnastik zum Warmwerden und dann die eigentliche Gartenarbeit. Zwischendurch gibt es eine Pause mit Tee, Kaffee und Gebäck. Zum Abschluss noch einmal Gymnastik.

Insgesamt vier Green Gym Gruppen soll es bis 2015 in Hamburg geben. Aber Sanftleben und Nähr haben ihre Fühler bereits in andre Großstädte ausgestreckt: „Wir stehen in Kontakt mit Partnern in Berlin, München und Bonn“, sagt Sanftleben. Stadtgärtner müssen sich aber deshalb keine Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen. Die Green Gyms wollen ihnen keine Arbeit wegnehmen und konzentrieren sich daher auf vernachlässigte Parkanlagen. haw

© 2014 - 2020 GWEN Magazine