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    Gemüseanbau auf dem Breuner Hof
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    Sven Johannsen (Mitte) und weitere Interessierte setzen sich für eine Regionalwert AG Rheinland ein.
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    Sven Johannsen, Mitbegründer der Regionalwert AG Rheinland
15.10.2015|Bessermacher
Regionalwert AG Rheinland

Geld anlegen für die Region

Regionalwert AG Rheinland – Viele Menschen möchten wissen, wo und wie ihre Nahrungsmittel hergestellt werden. Manche gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie gestalten die Wertschöpfungskette in ihrer Region mit. Ein Beispiel aus dem Rheinland.

Vom Kölner Dom, dem Bonner Münster oder dem Regierungsviertel der Landeshauptstadt Düsseldorf bis zum Acker ist es nicht weit, denn das Land liegt praktisch vor der Tür. Etwa das Vorgebirge zwischen Köln und Bonn, das Bergische Land, die Voreifel – oder einfach die Randgebiete der Metropolen.

Lokale Kreisläufe fördern

Wie bringt man bewusste Verbraucher aus der Großstadt, die ökologisch und nachhaltig Produkte aus der Region konsumieren möchten, und die passenden Erzeuger zusammen? Eine mögliche Lösung ist die Gründung eines Wertschöpfungsverbundes nach dem Vorbild der Regionalwert AG aus Freiburg. Diese wurde 2006 gegründet und fördert erfolgreich lokale Kreisläufe.

Das Modell funktioniert so: Bürger kaufen Aktien der Regionalwert AG. Diese investiert das Geld in ökologisch wirtschaftende Unternehmen in der Region. Es sollen Betriebe aller Stufen der Nahrungsmittelwirtschaft eingebunden werden – angefangen beim Bauern, über Bäcker und Metzger, bis hin zu den Lebensmittelläden. Die beteiligten Unternehmen verpflichten sich, definierte soziale und ökologische Standards einzuhalten. Produzenten, Händler und Verbraucher kommen auf Aktionärsversammlungen, beim Einkaufen oder bei Hoffesten in Kontakt. So haben die Aktionäre auch Möglichkeiten, mitzureden und zu gestalten.

Zeigen, dass es besser geht

Arnd Vogelsang, Künstler aus Düsseldorf, gehört zu den Menschen, die sich für eine Regionalwert AG im Rheinland stark machen. Er ist überzeugt, dass die industrielle Landwirtschaft mit Massentierhaltung und schleichendem Einzug der grünen Gentechnik der falsche Weg ist: „Ich beteilige mich an der Gründung der Regionalwert AG Rheinland, um zu zeigen, dass es besser geht“, sagt er.

Auch der Webworker und Food Aktivist Sven Johannsen aus Köln (siehe nebenstehendes Kurzinterview) gehört zu den Gründern. Als Leiter des Kölner Slow Food Conviviums setzt er sich seit langem für die Stärkung regionaler bäuerlicher Betriebe und den Erhalt des traditionellen Lebensmittelhandwerks ein. „Der Wertschöpfungsverbund der Regionalwert AG ist eine ergänzende Möglichkeit, gemeinsam mit weiteren Bürgern, Ernährungssouveränität zurück zu gewinnen und eine vielfältige Kultur- und Einkaufslandschaft zu verwirklichen“, beschreibt er seine Motivation.

Mehr-(Wert) für die Region

Natürlich sind nicht nur Verbraucher aus den Großstädten an diesem Modell interessiert, sondern ebenso Menschen aus den ländlichen Gebieten. Familie Burgmer vom Breuner Hof in Lindlar geht als erstes Unternehmen an den Start: Sie gibt einen Teil ihres Hofes als Sacheinlage in die neue Aktiengesellschaft. Wenn sich genügend Mitstreiter finden, können die Burgmers wie auch andere Bauern der Region über die AG ihr Hofnachfolgeproblem lösen. Und damit wäre der gesamten Wertschöpfungskette – Produktion, Verarbeitung, Handel, Konsum - geholfen. Ein echter und nachhaltiger (Mehr-)Wert für die Region also. rr

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