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    Sara Wolf und Milena Glimbovski (von links) sind die Gründerinnen von Original Unverpackt.
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    Auf den ersten Blick sieht Original Unverpackt aus wie jede andere Supermarktkette. Dennoch läuft beim Einkaufen einiges anders.
16.10.2014|Bessermacher
Original Unverpackt

Einkaufen ohne Verpackung

Original Unverpackt – Unter diesem Namen eröffneten am 13. September Sara Wolf und Milena Glimbovski Deutschlands erste Supermarktkette, die weitgehend auf Einwegverpackungen verzichtet. Bio-Produkte sind deshalb bis zu 20 Prozent günstiger als anderswo.

In den Supermarktregalen stehen Plexiglasbehälter, die Müsli, Nudeln, Linsen oder auch Säfte, Öle und Milch enthalten. Daraus lassen sich die Kunden genau die Menge rieseln oder fließen, die sie brauchen. Obst und Gemüse stehen in Holzkisten oder Jutesäcken bereit. „Die Lebensmittel in unserem Sortiment sind größtenteils aus ökologischem Anbau oder doch zumindest aus der Region“, sagt Sara Wolf, eine der beiden Gründerinnen von Original Unverpackt.

Wolf und ihre Freundin Milena Glimbovski hielten es für aussichtlos, die alteingesessenen Supermarktketten solange mit Protestaktionen zu nerven, bis sie auf Einwegverpackungen verzichten. Also fassten die beiden den Entschluss, „diese schöne Idee selbst Realität werden zu lassen“ und holten sich mit Lola Mora eine tatkräftige Mitstreiterin ins Boot. Nach zwei Jahren Vorbereitung war es dann soweit: Am 13. September öffnete nahe dem Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg die erste Filiale von Original Unverpackt ihre Pforten.

Müll in der kompletten Lieferkette vermeiden

Ein Einkauf bei Deutschlands erster Supermarktkette, die weitgehend auf Einwegverpackungen verzichtet, läuft etwas anders ab als gewohnt: Die Kunden kommen mit Gläsern, Mehrwegflaschen oder Dosen in den Laden. Bedingung ist: Sie müssen sauber sein. Wer nichts dergleichen dabei hat, kann bei Original Unverpackt geeignete Gefäße kaufen oder leihen. Sie werden vor dem Einkauf gewogen. Für spontane Besorgungen gibt es Papiertüten.

„Wir wollen Müll möglichst in der kompletten Lieferkette vermeiden – vom Erzeuger bis zum Verbraucher“, sagt Wolf. „Das spart nicht nur wertvolle Ressourcen wie Wasser oder Erdöl, sondern auch eine Menge Geld.“ Denn Verpackung kostet. Fallen diese Kosten aber weg, ist das eigentliche Produkt günstiger. „Im Schnitt kosten Bio-Produkte bei uns deshalb bis zu 20 Prozent weniger als anderswo“, rechnet Wolf vor.

Weitere Filialen sollen hinzukommen

Wolf und Glimbovski sind nicht die ersten, die auf die Idee eines verpackungslosen Supermarkts gekommen sind. In London und Wien gibt es ähnliche Geschäfte und erst Anfang Februar 2014 eröffnete die gebürtige Französin Marie Delaperrière in Kiel ihren Laden „Unverpackt“.

Es gibt aber einen wichtigen Unterschied. „Wir denken eine Nummer größer“, sagt Wolf. „Denn Original Unverpackt ist erstens kein reines Lebensmittelgeschäft, sondern ein Vollsortimenter. Und zweites soll es nicht bei dem einen Geschäft in Kreuzberg bleiben.“ Weitere Filialen in andren Städten sollen hinzukommen. Deshalb haben die zwei Gründerinnen Original Unverpackt von Anfang an als Franchise-Unternehmen konzipiert. „Wenn die alteingesessenen Supermarktketten sehen, dass wir Erfolg haben, werden sie von sich aus damit beginnen, auf Einwegverpackungen zu verzichten“, prophezeit Wolf. haw

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