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    Jacob van Zonneveld (links) und Adam Woolway haben die App PlugSurfing entwickelt.
14.10.2014|Bessermacher
PlugSurfing

Eine für alle

PlugSurfing - Wer sein E-Auto an Ladesäulen betanken möchte, steht hierzulande 70 verschiedenen Betreibern gegenüber – und alle geben eigne Chipkarten fürs Bezahlen aus. Nun wollen Jacob van Zonneveld und Adam Woolway mit einer App den zersplitterten Markt vereinheitlichen.

Insgesamt rund 2.000 Ladesäulen für Elektrofahrzeuge gibt es in Deutschland derzeit. Betrieben werden sie von 70 verschiedenen Unternehmen. Wer mit seinem elektrisch angetriebenen Auto herumkommen und den Akku an möglichst vielen Stationen aufladen will, brauchte dafür bis vor kurzem einen Geldbeutel mit vielen Kartenfächern. Denn jeder Anbieter verteilt eigene Chipkarten fürs Bezahlen an seine Kunden.

Gleichzeitig wächst der Markt für Elektroautos rasant. Seit 2011 verdoppeln sich die Verkaufszahlen jedes Jahr. Rund 17.500 Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb sind derzeit auf deutschen Straßen unterwegs. Nach Plänen der Bundesregierung soll ihre Zahl bis 2020 mindestens bei einer Million liegen. Die zersplitterte Ladesäulen-Infrastruktur ist dabei ein echtes Hemmnis.

20.000 Downloads im ersten Monat

Eine neue, kostenlose App macht seit Anfang Juni 2014 zumindest einige der vielen verschiedenen Chipkarten überflüssig: PlugSurfing. „Egal, welcher Anbieter – zum Akkuladen stecken Sie einfach das Ladekabel ins Auto und tippen auf das PlugSurfing-Icon auf Ihrem Smartphone“, erklären Adam Woolway und Jacob van Zonneveld, die die App entwickelt haben. „Bezahlt wird wahlweise per Sofortüberweisung oder mit Kreditkarte.“

Rund 20.000-mal wurde PlugSurfing allein im ersten Monat heruntergeladen. Doch alle Sorgen sind die Nutzer damit nicht los. Denn nur sieben große Ladesäulen-Anbieter kooperieren bisher mit den beiden Jungunternehmern aus Berlin, darunter die großen Energieversorger RWE, EnBW und E.On. Zusammen betrieben sie nur etwa die Hälfte aller Ladestationen im ganzen Land.

Schlüsselanhänger als Übergangslösung

Und es gibt noch ein Hindernis: Manche Betreiber arbeiten zwar mit PlugSurfing zusammen, ihre Ladestationen korrespondieren aber nicht mit der App. Deshalb haben Woolway und van Zonneveld ergänzend einen speziellen Schlüsselanhänger entwickelt. „Das ist aber nur eine Übergangslösung“, sagen die beiden Unternehmer. „Unsere Vision ist es, dass irgendwann alle Zahlungen über die App geleistet werden können.“

Irgendwann. Aber immerhin können Halter von Elektroautos bald auch im benachbarten Ausland ihre Fahrzeuge unkompliziert aufladen. Geplant ist, dass PlugSurfing bis Ende 2014 in Österreich und der Schweiz, in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien sowie Schweden nutzbar sein sollen. Nach und nach werden dann weitere Länder hinzukommen: Dänemark, Norwegen, Finnland, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal. haw

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