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    Rainer Plum: „Die Reformhäuser werden sich im Wettbewerb weiterhin gut behaupten.“
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    Viele Reformhäuser sind in den vergangenen Jahren lifestyliger geworden: größer, heller und mit einer veränderten Produktpräsentation.
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    Das große vegane Sortiment lockt immer mehr junge Kundschaft an.
13.10.2014|Bessermacher
Reformhäuser

Die mageren Jahre sind vorbei

Reformhäuser - Lange galt die Kette als großer Verlierer des Bio-Booms. Doch inzwischen sind die mageren Jahre vorbei. Vorstand Rainer Plum registriert steigende Kundenzahlen, wachsende Umsätze und eine bessere Stimmung in den Filialen.

„Die Reformhäuser haben entscheidende Vorteile, die sie sich im Wettbewerb um Marktanteile zu Nutze machen können“, befindet Timo Renz von der Münchner Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner. „Sie haben einen Bekanntheitsgrad von 95 Prozent deutschlandweit und verfügen über ein flächendeckendes Filialnetz.“

Dennoch galten die Reformhäuser über zehn Jahre lang als die großen Verlierer des Bio-Booms: Die Kundschaft wanderte zur Konkurrenz ab, die Umsätze gingen immer weiter zurück, einzelne Geschäfte mussten sogar schließen. Erst seit 2011 wachsen die Umsatzzahlen wieder, im vergangenen Jahr um knapp fünf Prozent.

Im selben Zeitraum erwirtschaftete Konkurrent Alnatura zwar ein Umsatzplus von 15 Prozent. Aber davon lässt sich Rainer Plum, Vorstand der Vereinigung Deutscher Reformhäuser, nicht die gute Laune verderben: „Der Preiskampf im Lebensmittelhandel bleibt uns zum Glück weitgehend erspart“, sagt er, „denn unser Sortimentsschwerpunkt liegt vor allem bei Gesundheitsprodukten und Naturkosmetik. In diesen beiden Segmenten machen uns die ganzen neuen Bio-Supermärkte kaum Konkurrenz und es gibt einige Produkte, die wir exklusiv vertreiben.“

Spitzenplatz bei der Kundenberatung

Und noch etwas unterscheidet die genossenschaftlich organisierten Reformhäuser von ihren Wettbewerbern: „Alle Reformhaus-Inhaber müssen eine sechswöchige Ausbildung an der Reformhaus-Fachakademie durchlaufen und auch der überwiegende Teil der Mitarbeiter hat diese Grundausbildung absolviert. Darin sind wir allen Bio-Supermärkten weit voraus“, so Plum.

Als das Wirtschaftsmagazin „Focus Money“ im vergangenen Herbst „die besten Bio-Supermärkte“ kürte, belegten die Reformhäuser in der Kategorie „Bester Service/Mitarbeiter“ den Spitzenplatz und Platz zwei in der Gesamtwertung. Doch anstatt sich auf den Lorbeeren auszuruhen, kündigt Plum „weitere Verbesserungen im Service“ an.

Reformhäuser werden lifestyliger

Ihr Image als etwas angestaubtes Spezialgeschäft haben die Reformhäuser hinter sich gelassen: „Es stimmt nicht, dass vor allem Rentner mit Blasenschwäche zu uns kommen“, stellt Plum klar. „Vor allem unser großes veganes Sortiment hat uns in den vergangenen Jahren immer mehr junge Kunden beschert.“

Passend zu dieser Verjüngungskur sind viele Reformhäuser inzwischen lifestyliger geworden: größer, heller und mit einer veränderten Produktpräsentation. „Vor vier Jahren haben wir intern einen Wettbewerb ausgelobt und küren seither das ‚Reformhaus des Jahres‘“, sagt Plum. Der Modernisierungskurs soll weitergehen; für gut 100 weitere Geschäfte liegen schon die Pläne für eine neue Ladengestaltung bereit.

Gute Zukunftsaussichten

Plum blickt daher optimistisch in die Zukunft: „Die Reformhäuser werden sich im Wettbewerb weiterhin gut behaupten“, prophezeit er. So sehen es auch die Unternehmensberater von Dr. Wieselhuber & Partner. Sie gehen von einem Zukunftsmarkt mit einem Volumen von etwa einer Milliarde Euro aus. haw

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