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    Unternehmer Dennis Buchmann: „Die Leute sollen insgesamt weniger Fleisch, aber wenn, dann gutes aus tiergerechter Haltung essen.“
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    Schweine in Freilandhaltung: „Meine kleine Farm“ möchte mit ein wenig Humor und Augenzwinkern die Menschen anregen, ihr Fleischkonsumverhalten zu ändern.
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    Suhlende Schweine: Die Kunden suchen sich ein Tier aus ökologischer Freilandhaltung aus, dessen Fleisch demnächst im Angebot sein wird oder noch ist.
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    Schwein 7, † 22. März 2012: Weniger Fleisch, mehr Respekt!
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    „Vize-Chefschwein“ Laura Kübke: „Inzwischen haben wir auch Rinder und Schafe im Angebot.“
17.12.2015|Bessermacher
Meine kleine Farm

Dem Fleisch ein Gesicht geben

Meine kleine Farm – Möchten Sie einem Schwein in die Augen schauen, bevor Sie es aufessen? Für viele Fleischesser ist das befremdlich oder gar undenkbar. Für Dennis Buchmann, Gründer und Geschäftsführer von „Meine kleine Farm“, ist es konsequent. Aus Respekt vor dem Tier.

Als Student hatte er die Idee und setzte sie 2011 um. Zahlreiche Interessierte und Kunden zogen mit. Natürlich machen die meisten keine echte Bekanntschaft mit „ihrem“ Schwein und schlachten es auch nicht eigenhändig. Stattdessen suchen sie sich auf der Internetseite www.meinekleinefarm.org ein Tier aus ökologischer Freilandhaltung aus, dessen Fleisch demnächst im Angebot sein wird oder noch ist, und geben eine Bestellung auf. Jedes Produkt trägt ein Etikett mit dem Foto des Tieres, das sein Leben dafür gegeben hat. Die Fleisch- und Wurstwaren werden gekühlt versendet.

Augenzwinkern statt erhobenem Zeigefinger

„Fleisch an sich ist kein Problem“, meint Dennis Buchmann. Aber wenn die Dosis zu hoch ist und Menschen zu viel Fleisch essen, wird es zum Problem. Die Lösung: Weniger Fleisch, mehr Respekt! „Die Leute sollen insgesamt weniger Fleisch, aber wenn, dann gutes aus tiergerechter Haltung essen“, so Buchmann weiter.

So möchte „Meine kleine Farm“ mit ein wenig Humor und Augenzwinkern die Menschen anregen, ihr Fleischkonsumverhalten zu ändern. „Wir zeigen den Menschen genau, wo ihre Wurst herkommt. Nicht nur stehen die Adressen des Bauern und des Metzgers auf der Wurst, sondern das Tier selbst ist zu sehen – die Tiere werden einzeln verarbeitet.“ Das ist gewöhnungsbedürftig und führte zu Beginn des Projektes zu kontroversen und leidenschaftlichen Diskussionen über das Für und Wider. Doch rasch bildete sich eine Fan-Gemeinde und inzwischen wurden mehr als 200 Schweine verwurstet.

Heute auch Rinder und Schafe

„Inzwischen haben wir auch Rinder – die werden besonders gut angenommen – und Schafe im Angebot“, sagt Laura Kübke, die sich scherzhaft „Vize-Chefschwein“ nennt und Buchmann inzwischen als Vollzeitkraft im Büro unterstützt. „Meine kleine Farm“ arbeitet übrigens ohne Fremdkapital oder Kredite. Seit dem dritten Jahr kämpft sie – wie viele Betreibe – mit steigenden Kosten in allen Bereichen. Manches läuft jetzt professioneller ab als zu Zeiten von „Schwein 1“.

Für die Zukunft denkt man über die Gründung einer Genossenschaft nach. Buchmann, Kübke und alle beteiligten Bauern sowie Metzger hoffen, dass sich in Zukunft noch mehr Menschen für einen bewussten Fleischkonsum „mit Gesicht“ entscheiden und bereit sind, dafür einen etwas höheren Preis zu bezahlen als für das Fleisch beim Discounter. rr

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