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    Die drei Berliner Unternehmer Joseph Hufnagl, Tobias Kronawitter und Moritz Zyrewitz (von links) betreiben die Internetplattform kaputt.de.
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    Repair Café anlässlich der Europäischen Woche zur Müllvermeidung im November 2014: Die drei Gründer von kaputt.de wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Reparaturen grundsätzlich möglich sind.
20.01.2015|Bessermacher
kaputt.de

Bewusstsein für Reparaturen

kaputt.de – Fast zwei Millionen Tonnen Elektroschrott fallen in Deutschland pro Jahr an. Um diesen Müllhaufen ein bisschen zu verkleinern, haben drei Berliner Unternehmer eine Internetplattform aufgebaut. Sie zeigt Usern, ob bei Schäden am Smartphone der Neukauf wirklich die beste Möglichkeit ist.

Eine Sekunde lang nicht aufgepasst und zack! Das Display des neuen Smartphones ist zersplittert. Ärgerlich. Aber noch lange kein Grund, sich für teures Geld gleich das nächste Handy anzuschaffen. Die Internetplattform kaputt.de bietet viel preiswertere und obendrein noch ressourcenschonendere Alternativen, die lästige „Spiderman-App“, wie der gesprungene Bildschirm im Jugendjargon heißt, wieder loszuwerden.

Bereits im Jahre 2012 trugen sich die drei Berliner Unternehmer Joseph Hufnagl, Tobias Kronawitter und Moritz Zyrewitz mit ersten Plänen für die Reparatur-Website. Damals noch unter dem Projektnamen myrepair. Im September 2014 ging kaputt.de schließlich als Prototyp online. „Wir wollten wieder ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Reparaturen grundsätzlich möglich sind.“ So fassen die Gründer ihre Motive zusammen.

Neukauf oder Reparatur: Was ist billiger?

Das Prinzip von kaputt.de ist ganz einfach: User wählen in Menüs aus, welches Smartphone sie besitzen und welchen Schaden es hat. Per Klick erfahren sie dann in Sekundenbruchteilen, was in ihrem Fall die sinnvollste und günstigste Möglichkeit ist: Neukauf, selbst reparieren oder zur Reparatur geben. Je nachdem gibt die Seite entweder die nächstgelegenen Händler und Reparaturdienste aus. Oder sie zeigt Schritt für Schritt, wie der Schaden selbst behoben werden kann.

Bisher hilft kaputt.de einzig und allein bei Problemen mit Smartphones weiter. Das soll aber nicht so bleiben. Hufnagl, Kronawitter und Zyrewitz wollen bald auch andere Elektrogeräte in ihre Datenbank aufnehmen.

Gesellschaftliche Veränderungen beginnen im Internet

„Das Internet ist der zentrale Ort, von dem gesellschaftliche Veränderungen ausgehen“, ist sich Geschäftsführer Zyrewitz sicher. „Wo, wenn nicht im Netz, können Menschen so einfach miteinander in Kontakt kommen und sich gegenseitig austauschen? Das ermöglicht das Umdenken bei der Ressourcennutzung überhaupt erst.“ So sieht es offenbar auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das kaputt.de fördert.

Sich gar nicht erst Elektrogeräte anzuschaffen, das ist heute gar nicht mehr denkbar. Aber Geld und Rohstoffe einzusparen, indem man sie möglichst lange am Leben erhält, ist inzwischen leichter als je zuvor: Wem Internetplattformen wie kaputt.de oder iFixit nicht reichen, kann immer noch das nächstgelegene Repair Café besuchen. Noch vor wenigen Jahren hat es all dies gar nicht gegeben. ph

Meinung der GWEN-Redaktion

Das hat uns gefallen: Auch wenn die Seite noch im Aufbau ist, sich noch auf einige wenige Mobiltelefone beschränkt und die Reparaturdienste alle in Berlin angesiedelt sind, so ist doch ein konkreter Nutzen der Seite gegeben, beispielsweise mit gut gemachten Anleitungen zum Austausch von Displays oder Akkus.

Das könnte noch verbessert werden: Andererseits wird auch rasch sichtbar, wo die Grenzen einer solchen Plattform liegen: Nur wenn viele Interessierte mitmachen, Beiträge und Reparaturanleidungen einstellen, wird der Nutzwert erhöht. Auch an die Übersichtlichkeit bei den eingestellten Produkten sollte bei einer Neuversion der Website gedacht werden – und die Qualtiät der eingestellten Beiträge muss überprüfbar sein. tk

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