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    Eine Liebeserklärung das Zufußgehen: Ulrich Grobers Buch „Vom Wandern“.
13.10.2014|Bücher
Rezension

Liebeserklärung ans Wandern

Pflichtlektüre für Naturfreunde: Mit seinem Buch „Vom Wandern. Neue Wege zu einer alten Kunst“ ist Ulrich Grober eine brillant geschriebene Liebeserklärung an die Natur und das Zufußgehen gelungen.

Grober schreibt keinen Wanderführer, obgleich seine Landschaftsbeschreibungen weitaus präziser, eindrucksvoller und tiefgründiger sind. Es geht ihm nicht um Routen, sondern um das große Ganze, um den Versuch einer Philosophie des Wanderns. Er möchte seinen Lesern Lust und Mut machen, einfach loszugehen – zu Fuß.

Deshalb macht Grober seine Leser zu Mitwanderern. Er stapft mit ihnen durch den tief verschneiten Böhmerwald, nimmt sie mit zu mehrtägigen Touren über die Alpen oder entlang des weißen Ostseestrandes. Immer wieder folgt er auch den Spuren berühmter Wanderer: Hermann Hesse, Martin Heidegger, die Romantiker des 19. Jahrhunderts, die sich von der majestätischen Landschaft entlang des Mittelrheins zu Gedichten und Gemälden inspirieren ließen.

Ein Vademekum für alle, die das Wandern wiederentdecken wollen

Grober wandert überall und zu jeder Tages- und Jahreszeit. Er trinkt aus Quellen, geht barfuß durch Blumenwiesen, badet in Seen, kommt mit anderen Menschen ins Gespräch, übernachtet im Zelt, lässt die Natur auf sich wirken. Wandern, schreibt Grober, sei eine „Kontrast- und Differenzerfahrung“, der Gegenentwurf zur unkontrollierbaren Beschleunigung des Alltags. Wandern ist pure Entschleunigung.

Sein Ziel ist kein Punkt auf der Landkarte, sondern die (Wieder-)Annäherung an die Natur und das Zwiegespräch mit sich selbst. Nebenbei verrät Grober, welche Zutaten zu einer gelungenen Wanderung gehören. Damit gelingt ihm vielleicht keine Philosophie des Wanderns aber eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die älteste Art der Fortbewegung und ein brillant geschriebenes Vademekum für alle, die das Wandern und die Natur wiederentdecken möchten. haw

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