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05.10.2018|Wohnen + Leben
Regenwald

Wilde Bohnen retten Regenwald

Regenwald – Original Food vermarktet Kaffee, der natürlich im Urwald wächst – und schützt damit die Umwelt

Die Bergregenwälder Ähtiopiens sind der einzige Ort auf der Welt, an dem noch wilder Kaffe wächst. Das Freiburger Unternehmen Original Food lässt ihn ernten, ohne dabei der Natur zu schaden. Im Gegenteil: Der Verkauf des Kaffees trägt dazu bei, die Umwelt zu schützen.

Coffea arabica, der Kaffee-Strauch, trägt duftende weiße Blüten und später knallrote Kirschen – in denen sich als Kern die Kaffeebohnen befinden. Handelsüblicher Kaffee stammt in der Regel aus riesen, künstlich angelegten Monokulturen gezüchteter Pflanzen. In Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika werden Wälder gerodet, um Anbauflächen dafür zu gewinnen. Und der Einsatz von Pestiziden auf den Plantagen schadet Menschen, Tieren und Pflanzen. Einzig in den Hochebenen Äthiopiens ist Coffea-arabica noch ein natürlicher Bestandteil des Regenwaldes. Im Schatten anderer Bäume gedeien die Kaffeesträucher ganz ohne menschliches Zutun, in ursprünglicher Form. Geerntet wurden die Bohnen früher nur gelegentlich – Bauern brauten sich daraus selbst ihren Kaffe oder verkauften kleine Mengen davon.

 

Wilder Kaffe

Als Florian Hammerstein, der Gründer von Original Food, vor fünfzehn Jahren zum ersten Mal von dem wilden Kaffe hörte, kam ihm eine Idee. Hammerstein, bis dahin im Marketing großer Firmen tätig, reiste nach Äthiopien, und kehrte mit den wilden Bohnen zurück. „Die ersten Tassen von diesem Kaffee schmeckten allerdings furchtbar!‟, erzählt Julia Schmidt von Original Food. Weil es damals noch keinen Markt für den wilden Kaffee gab, wurde bei Ernte und Trocknung der Kirschen kaum auf die Qualität geachtet. Hammerstein entschloss sich trotzdem, Original Food zu gründen. „Bei der Ernte pflücken die Bauern jetzt nur noch die roten Kirschen, keine grünen mehr und auch keine überreifen. Beides könnte nämlich den Geschmack verderben,‟ sagt Schmidt. Und während die Bauern den Kaffee früher noch vor ihren Hütten selbst trockneten, hat Original Food professionelle Anlagen zur Trocknung der Kirschen bauen lassen. 

„Es hat sich dann gezeigt, dass der wilde Kaffe sehr gut schmeckt, wenn er erst einmal richtig geerntet und zubereitet wird‟, sagt Schmidt. „Er ist sehr mild und hat von Natur aus wenig Säure.‟ Eine weitere Besonderheit der wilden Sträucher ist deren Vielfalt. So gibt es weltweit nur etwa 60 Kaffeesorten als Kulturpflanzen. In den Bergregenwäldern Äthiopiens hingegen findet man fast 5000 verschiedene. Der Geschmack hängt nicht nur von der einzelnen Pflanze ab, sondern auch von der Höhenlage. Besonders schmackhafte Ernten vermarktet Original Food als eigene Linien.

 

Fruchtbare Zusammenarbeit 

Fast 15 000 Bauern pflücken heute für das Feiburger Unternehmen wilden Kaffee. Sie sind in einer Kooperative organisiert und werden fair entlohnt. Zudem gehen die Landnutzungsrechte für den Wald mit Schutzrechten einher: Wer wilden Kaffee ernten möchte, muss sich im Gegenzug um den Erhalt des Regenwalds ekümmern – und hat auch ein Interesse daran. Bei der Umsetzung dieses Projekts  arbeitet Original Food vor Ort mit Naturschutzorganisationen zusammen. 

 

Original Beans

Ein ähnliches Konzept wie Original Food verfolgt die niederländische Firma „Original Beans“. Seit 2008 fördert sie durch den Verkauf von Schokoladen den Umweltschutz in Kakao-Anbau-Regionen. Das Motto dabei lautet: „Jede Tafel ein Baum.“ Original-Beans verwendet zur Herstellung ausschließlich Bio-Kakao, der entweder wild im Regenwald wächst, oder halb wild als Mischkultur, aber nicht in Monokultur oder Plantagen.  

Für jede Tafel Schokolade die Original Beans verkauft, fließt ein Extrabetrag an die Kakao-Bauern in acht verschiedenen Anbauländern. Er ist dazu bestimmt, neue Bäume anzupflanzen. Laut Original Beans wird dadurch unter dem Strich mehr CO2 reduziert als durch die Schokoladenproduktion vebraucht wird. Als Käufer kann man das sogar nachverfolgen: Auf der Verpackung der Schokoladen findet sich eine Trackernummer. Gibt man diese auf der Internetseite ein, sieht man, wo neue Bäume angepflanzt wurden. Gleichzeitig wird bei der Auswahl der Kakao-Sorten und bei der Produktion auf hohe Qualität geachtet – Original Beans Schokoladen werden gerne von Spitzenköchen in der Gastronomie eingesetzt.  

Auch der Kaffee von Original Food sei ein Qualitätsprodukt, sagt Schmidt. Die Kunden sind daher auch bereit, um die 30 Euro pro Kilo dafür zu bezahlen: „Das erste Mal kauft man unseren Kaffe vielleicht noch wegen der Geschicht dahinter“ sagt Schmidt. „Aber das zweite Mal wegen dem guten Geschmack.“

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