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    Neben Gartenwerkzeugen und Moosmilch gehören Samenbomben zum Rüstzeug der Guerilla-Gärtner.
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    Auf den Schutz der Dunkelheit sind Guerilla-Gärtner nicht mehr angewiesen.
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    In München haben sich die Guerilla-Gärtner im Verein Green City organisiert.
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    Grünpaten kümmern sich um die Beete, die die Guerilla-Gärtner in der bayerischen Landeshauptstadt angelegt haben.
13.10.2014|Wohnen + Leben
Guerilla-Gärtnern

Vom Protest zur Kooperation

Guerilla-Gärtnern - Die sogenannten Guerilla-Gärtner ziehen vielerorts nicht mehr nachts durch die Straßen und bepflanzen auf eigene Faust verwahrloste Grünflächen. Stattdessen schließen sie sich Vereinen an und kooperieren mit dem Gartenbauamt.

Das Feindbild der Guerilla-Gärtner sind verwahrloste Grünflächen und triste Betonwände. Mit Samenbomben, Moosmilch und ganz gewöhnlichem Gartenwerkzeug gehen sie dagegen vor. Ihre Mission: Die Rückeroberung des öffentlichen Raumes, ziviler Ungehorsam, politischer Protest gegen das Establishment.

Zu Hochzeiten des Protests gegen Stuttgart 21 pflanzten die Aktivisten von Robin Wood im Schlossgarten der baden-württembergischen Landeshauptstadt 50 junge Platanen, Eschen und Spitzahornbäume. In Tübingen hat ein Fall von Guerilla-Gärtnern sogar die Kriminalpolizei beschäftigt. Unbekannte hatten in Blumenkästen Cannabis angebaut.

Aus spontanen Aktionen werden langfristige Begrünungen

Im Internet kündigen Aktivisten ihre nächtlichen Pflanzaktionen – Digs genannt – an. Wer mitmachen will, kann dann spontan hinzukommen. So liefen ab 2008 auch die ersten Aktionen der Guerilla-Gärtner in München ab. „Das Problem war, dass sich hinterher niemand mehr um die Pflanzen gekümmert hat“, sagt Sébastien Godon von den Münchner Guerilla-Gärtnern. „Also haben wir nachträglich Paten für die Beete gesucht.“

Anfänglich hat die Münchner Stadtverwaltung die nächtlichen Digs nur geduldet. Denn streng genommen erfüllt das wilde Gärtnern ohne Zustimmung des jeweiligen Eigentümers oder Pächters den Straftatbestand der Sachbeschädigung. „Inzwischen hat sich aber eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Gartenbauamt entwickelt“, versichert Godon.

Die Guerilla-Gärtner der bayerischen Landeshauptstadt sind jetzt im Verein Green City organisiert. „Wir haben das Projekt Grünpaten ins Leben gerufen“, sagt Godon. „Aufmerksame Bürger melden uns verwahrloste Flächen. Wir bepflanzen diese dann in Abstimmung mit dem Gartenbauamt. Für die weitere Pflege sind dann die Grünpaten verantwortlich.“ Was genau die Paten dabei beachten müssen, regelt ein Vertrag, den sie mit der Stadt abschließen. Momentan gibt es etwa 30 Grünpaten in München.

Soziale und ökologische Gedanken stehen im Vordergrund

„Wir verschicken kostenlos Samentütchen an Leute, die ein Fleckchen Erde mit Wildblumen und Wildgräsern verschönern wollen“, sagt Martina Neumann vom Verein Ökolöwe. „Außerdem kümmern wir uns jedes Jahr um die Grünflächen von zehn Kindertagesstätten und Schulen. Mit illegalen Aktionen haben wir nichts zu tun“, versichert sie. Es gehe nicht um Protest, sondern um den Erhalt der Artenvielfalt.

Auch in Hamburg stehen soziale und ökologische Gedanken im Vordergrund. Dort bringt das Netzwerk Grünanteil Stadtmenschen zusammen, die sich nach einem Stück Natur sehnen. „Unser Ziel ist es, öffentliche und private Flächen dauerhaft als Gärten zu nutzen“, sagt Fabian Berger. In der Hansestadt seien so schon zwölf Gärten neu entstanden mit rund 200 beteiligten Hobbygärtnern – Tendenz steigend. haw

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