Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung » OK
19.12.2019|Wohnen + Leben
Nachhaltige Lösungen

Visionäre Ideen

Grüne Erfindungen - Am Anfang steht eine Vision. Am Ende vielleicht ein gut durchdachtes neues und vor allem nachhaltiges Produkt. Gwen-mag hat drei Jungunternehmer besucht und ihre Ideen unter die Lupe genommen.

Manchmal sind es Zufälle, die zu einem neuen Produkt führen. So zumindest war es bei Steve Müller. Der freiberuflich arbeitende Maschinenbauingenieur war viel im Ausland unterwegs, auch als er mit einem guten Freund skypte, während er in Asien beruflich zu tun hatte. „Er ärgerte sich, dass in der Vorweihnachtszeit jeder zum Raclette oder Fondue einlud. Das sei auf Dauer langweilig. Ich sei doch Ingenieur und solle mal was Neues entwickeln“, erzählt Müller. Ein Auftrag, den er durchaus ernst nahm, erst aus reinem Spaß am Entwickeln, dann wurde es immer ernster. „Noch in der selben Nacht machte ich mir Gedanken und fing an mit den ersten Skizzen. Nach endlosen Stunden des Zeichnens, Rechnens und Ausprobierens war der Prototyp auf dem Papier fertig“, erinnert sich Müller, der vor allem auch ein nachhaltiges Objekt schaffen wollte.

Erfindung aus der Garage

In der heimischen Garage baute Müller nach seiner Rückkehr erste Prototypen eines Woks, der allerdings nicht für den Herd gedacht ist, sondern ganz ohne Strom auskommt. Herausgekommen ist ein mobiles Tischkochgerät aus Edelstahl und Granit: ein mobiler Wok. Dewok hat er es genannt. Erhitzt werden die Speisen mit dem TÜV-geprüften Bioethanol Brennstoff, der durch Zusatz von Cellulose langsamer brennt als herkömmliche Brennpasten.

Ein Kaugummi ohne Plastik

Ums Essen im weitesten Sinne dreht es sich auch bei Thomas Krämers Erfindung. Er kreierte einen Kaugummi ohne schädliche Zusatzstoffe. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, doch viele Lebensmittel enthalten Plastikpartikel und chemische Zusätze. Beim Kaugummi ist dies nicht anders. „Kaum ein Kaugummikauer weiß, womit er es wirklich zu tun hat“, sagt Thomas Krämer. Doch im Grunde ist es Plastik, das sich auf der Zutatenliste herkömmlicher Produkte unter dem Begriff „Kaumasse“ verbirgt. Aus chemischer Sicht ist es die gleiche synthetische Basis wie die von Autoreifen oder Kunststoffflaschen. Neben der Tatsache, dass dies eine nicht besonders appetitliche Vorstellung ist, kommt hinzu, dass Kaugummis so erheblich zur Umweltverschmutzung beitragen und Jahrhunderte brauchen, um zu verrotten.

Chicle-Saft vom Breiapfelbaum

Krämer erfand einen Kaugummi aus Chicle-Saft, vom in Mittelamerika verbreiteten Breiapfelbaum. Schon die Mayas nutzten ihn. Der studierte Betriebswirt ist ein großer Wald-Fan – vielleicht, weil er dort als Kind der Eifel viel Zeit verbracht hat. Oder wegen seines Masterstudiums an der forstwirtschaftlichen Fakultät der TU München. Auf den Saft des Breiapfelbaums kam er schon während des Studiums. Mit einigen Erfahrungen in der Welt des Social Business – erst bei Viva con Agua, zuletzt als Geschäftsführer bei Lemonaid, einer fairen Limonade aus Hamburg Sankt Pauli – startet Thomas Krämer mit seinem eigenen Unternehmen in Köln, das er Forest Gum nennt.

Kaufen kann man den Kaugummi übrigens über die Plattform für nachhaltigen Konsum www.goodbuy.eu. Natürlich soll Forest Gum noch breiter gestreut werden. „Wir sprechen gerade mit verschiedenen potenziellen Partnern und suchen weitere für den Verkauf der Produkte. Dann sollen auch weitere Sorten auf den Markt kommen.

Jeder Becher hat seinen Deckel

Den Spruch „jeder Topf hat seinen Deckel“ kennt sicher jeder. Carina Frings, Jungdesignerin und Studentin an der privaten Designfakultät ecosign hat ihm Leben eingehaucht. Auch wenn es kein Topf ist, für den sie einen Deckel erfunden hat, sondern eine Kaffeetasse. „Hast du noch alle Tassen im Schrank?“, fragt das junge Team um den Mehrwegdeckel udo. Dabei ist udo eine Wortvariante von duo, wie sie ihr Objekt zunächst nennen wollte. Auf jeden Fall ist udo nun der erste Coffee-to-go Mehrwegdeckel, der auf eine Vielzahl von Tassen passt. Dazu werden Deckel und Tasse einfach zusammengepresst. „Der Deckel eignet sich für herkömmliche Tassen mit einem Innendurchmesser von 72-82 Millimeter“, erklärt Frings. Gefertigt ist er aus recyclingfähigem TPE, das für thermoplastische Elastomere steht.

Eine Idee, die der Studentin und ihrem Team bereits zu einem Preis verhalf. Sie gewannen 2018 den European Product Design Award. Seitdem ist das Produkt in aller Munde und in immer mehr Shops vertreten. sw

Biogas-Anlagen im Miniformat

Nachhaltige Energie - Biogasanlagen müssen nicht groß sein. Dass sie durchaus in kleine Gärten passen, zeigen zwei nachhaltige Unternehmen. Ihre Anlagen sind für den Hausgebrauch konzipiert.

Zurück zu den Wurzeln

Früher war alles besser. Was die ältere der jüngeren Generation gerne mit auf den Weg gibt, trifft für unseren Konsum allemal zu. Alte Gemüse- und Obstsorten aber auch alte Tierrassen erleben ein Comeback. 

Mehrweg statt mehr weg

Was können wir tun, um die Müllflut der 2,8 Milliarden To-Go-Becher zu reduzieren, die jährlich in Deutschland weggeworfen werden? Viele Städte und Landkreise haben darauf bereits eine Antwort: Pfandbechersysteme!

© 2014 - 2020 GWEN Magazine