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06.12.2019|Wohnen + Leben
Slow Food

Terra Madre Tag

Slow Food - Wo steht Slow Food heute? Was tun sie aktuell und wofür setzen sie sich ein? Eine Bestandsaufnahme anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Slow Food Manifests und des internationalen Aktionstages "Terra Madre Tag".

Am Terra Madre Tag, dem 10. Dezember, wird die Bedeutung von lokalem Essen gefeiert und das Recht auf Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln aller Menschen gewürdigt. Dieser Tag ist ein weltweiter Festtag mit über 2.000 Lebensmittelbündnissen und 1.300 lokalen Gruppen, der mit verschiedenen Kampagnen, Aktionen - wie Festtafeln oder Bauernhofbesuche - und Diskussionen begangen wird. Slow Food möchte mit diesem Festtag das weltweite Netzwerk Terra Madre stärken.

Das Netzwerk Terra Madre wurde 2004 auf Initiative von Slow Food gegründet. Es besteht aus vielen verschiedenen Lebensmittelgemeinschaften und bringt diejenigen in Kontakt, die gute, saubere und faire Produkte etablieren wollen - vom Produzent über Köche bis hin zu engagierten Jugendlichen und politischen Vertretern. Es vereint Leute, die nachhaltige Landwirtschaft und Produktion fördern mit dem Ziel Geschmack und Biodiversität zu erhalten.

Slow Food Deutschland feiert den Terra Madre Tag mit einer zentralen Veranstaltung am 12.12.2019 in Würzburg unter dem Motto "Biodiversität bewahren - Vielfalt erhalten". Das Motto - Bewahrung der biologischen Vielfalt - ist auch eines der Schwerpunktthemen der Slow Food Bewegung. An diesem Festtag gibt es in Würzburg einen kleinen Markt mit Slow Food Produkten und eine Podiumsdiskussion ebenfalls mit dem Thema biokulturelle Vielfalt. Im Anschluss wird gemeinsam gegessen: Zutaten des Drei-Gänge-Menüs sind fast vergessene oder vom Aussterben bedrohte Lebensmittel, sogenannte "Arche-Passagiere". Diese Passagiere sind Teil des Programms "Arche des Geschmacks" von Slow Food. Das Projekt schützt weltweit regionale Spezialitäten, Nutztierarten, Lebensmittel und traditionelle Zubereitungsarten vor dem Aussterben und bewahrt so das kulinarische Erbe der Regionen. Dazu werden alle diese besonderen Produkte gesammelt und in einer Liste zusammengefasst - sie sollen durch die Arche des Geschmacks wieder bekannt gemacht werden, ganz nach dem Motto "Essen, was man retten will!". Denn steigt die Nachfrage eines Produktes, wird es auch wieder vermehrt produziert. Mehr Information zur Arche des Geschmacks gibt es hier.

Wie dies in der Praxis funktionieren kann, zeigt die "Chef Alliance" - ein weltweites Netzwerk aus Köchinnen und Köchen und ErzeugerInnen guter, sauberer und fairer Produkte. Hier tragen die Köche zur Biodiversität und Erhaltung der Arche Passagiere bei, indem sie diese auch benutzen und über sie informieren, zum Beispiel auf der Speisekarte oder im Internet. Die Köche haben persönlichen Kontakt zu den Erzeugern ihrer Produkte und stellen so den Bezug zu Lebensmitteln wieder her. Die Chef Alliance möchte echtes Essen - Essen, das man selbst kocht mit regionalen und saisonalen Produkten. Außerdem wichtig: Bei der Chef Alliance soll möglichst nach dem Prinzip Zero Waste gearbeitet werden, also ohne Abfälle - das bedeutet nach Möglichkeit ohne Verpackung und aller Teile von Tier und Pflanze zu verarbeiten. Weitere Informationen zur Chef Alliance findet man hier.

 

Gut. Sauber. Fair.

So lautet die Definition für Lebensmittel von Slow Food. Das bedeutet zum einen lecker, frisch, gesund; sowie umwelt- und ressourcenschonend und zum anderen mit angemessener Bezahlung für alle in der Lieferkette. Darüber hinaus wird bei Slow Food viel Wert auf Produkte ohne Gentechnik oder Aromastoffe und Zusatzstoffe gelegt.

 

Die Geschichte

Gegründet wurde Slow Food im Jahr 1986 durch den Journalisten und Soziologen Carlo Petrini im norditalienischen Bra mit dem Ziel gutes Essen, kulinarischer Genuss und ein moderates Lebenstempo zu etablieren, sowie als Gegenbewegung zu Fast Food. Schnell wurde klar, dass das nur möglich ist mit einer bäuerlichen Landwirtschaft, einem Lebensmittelhandwerk und einer gesunden Umwelt. Slow Food ist seit 1989 ein internationaler Verein. Seit 1992 existiert Slow Food Deutschland e.V. als erster internationaler Verein außerhalb Italiens. Ab 1996 kommen die Mitglieder in den Convivien (lat. Tafelrunden), den lokalen Slow Food Gruppen, zusammen. In Deutschland gibt es heute ca. 14.000 Mitglieder in 86 Convivien.

Slow Food ist weltweit in 170 Ländern vertreten und setzt sich heute vor allem für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, des traditionellen Lebensmittelhandwerks und der regionalen Arten-und Sortenvielfalt ein. Außerdem steht Slow Food für nachhaltige und verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei sowie artgerechte Nutztierhaltung und -zucht.

Slow Food Deutschland organisiert zahlreiche Aktionen und Kampagnen, um auf die Anliegen und Ziele aufmerksam zu machen und ist darüber hinaus aktiv in Politik und Lobbyarbeit.

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