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    Albschnecken im Garten von Züchterin Rita Goller
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    Zu fressen gibt’s in Gollers Schneckengarten ausschließlich heimischen Löwenzahn, Kerbel, Sonnenblumen und Brennnesseln.
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    Züchterin Goller vertreibt ihre Tierchen als sogenannte Deckelschnecken.
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    Eingang zu Gollers Schneckengarten in Münsingen auf der Schwäbischen Alb
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    40.000 Albschnecken leben im Goller Schneckengarten. Die artgerechte Aufzucht dauert vier Jahre.
29.10.2015|Wohnen + Leben
Albschnecke

Slow Food im Wortsinne

Albschnecke – Einst florierte die Schneckenzucht auf der Schwäbischen Alb. Doch heute ist die sogenannte Albschnecke von den allermeisten Speisekarten verschwunden. Versuche, das Geschäft wieder zu beleben, erweisen sich als schwierig.

Zugegeben, sie ist nicht jedermanns Sache, die schleimige, gefräßige, gemächlich kriechende und ebenso langsam wachsende Weinbergschnecke (Helix pomatia). Dabei ist sie durchaus zum Verzehr geeignet und darf als Fleischersatz sogar während der Fastenzeit gegessen werden. Außerhalb Frankreichs wissen das heute aber nur noch einige wenige Gourmets.

Schneckenzucht auf der Schwäbischen Alb

Das war nicht immer so: Auf der Schwäbischen Alb gab es traditionell einen recht umfangreichen Handel mit den Kriechtieren, die unter dem Label „Albschnecke“ einen gewissen Ruhm genossen. Sie wurden gesammelt und noch bis ins 20. Jahrhundert hinein über die Donau verschifft oder nach Paris gebracht. Alten Aufzeichnungen zufolge ereilte dieses Schicksal Jahr für Jahr über eine Million Schnecken. Im Laufe der Zeit geriet die Sammelleidenschaft jedoch in arge Bedrängnis, wurde immer stärker reglementiert und ist es bis heute. Die Albschnecke verschwand aus den Speisekarten – und aus den Köpfen der Feinschmecker.

Aber nur fast. 2005 gingen sechs neue Schneckengärten auf der Schwäbischen Alb in Betrieb und orientierten sich an traditionellen Zuchtmethoden. So hält beispielsweise Rita Goller in Münsingen, einer Kleinstadt südöstlich von Reutlingen, etwa 40.000 Schecken. Artgerecht. Zu fressen gibt’s ausschließlich heimischen Löwenzahn, Kerbel, Sonnenblumen und Brennnesseln. Kraftfutter ist tabu. Vier Jahre lang wachsen die Tierchen in Gollers Schneckengarten heran, bis sie schließlich auf dem Teller eines Feinschmeckers landen. Slow Food im Wortsinne.

Über mangelnde Nachfrage kann sich Goller nicht beschweren. Sie verkauft ihre Schnecken an ausgewählte Restaurants und Privatpersonen, auch auf heimischen Märkten. Das geschieht vornehmlich im Winter, denn die Züchterin vertreibt ihre Tierchen als sogenannte Deckelschnecken: Während der Kältestarre verschließen Weinbergschnecken ihre Häuschen mit einer Kalkschicht.

Albschnecke im Hintertreffen

Besser erforscht als die mitteleuropäische Weinbergschnecke ist ihre mediterrane Verwandte, die sogenannte Mittelmeerweinbergschnecke. Sie wächst schneller und ist daher für Züchter weitaus lukrativer. Auch das eher raue Klima der Schwäbischen Alb ändert an ihrem raschen Wachstum nichts. So züchtet beispielsweise Petra Schneider in ihrem Schneckengarten in Munderkingen an der Donau die Mittelmeerweinbergschnecke und vertreibt sie über lokale Märkte.

Die Schneckenzucht wie sie Rita Goller betreibt, ist hingegen eher ein Hobby, das viel Arbeit macht und wenig einbringt. Der Grund: Nur wenn die Weinbergschnecke unter natürlichen Bedingungen gehalten und nach vierjähriger Aufzucht zum Verzehr angeboten wird, entfaltet sie ihren ausgeprägten Geschmack. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass die Wiedererweckung der einstmals beliebten Albschnecke bislang scheitert: Drei der sechs Schneckengärten, die 2005 eröffneten, sind inzwischen wieder stillgelegt. Zwei weitere stellten den Betrieb auf die Mittelmeerweinbergschnecke um. tk/haw

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