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    Brechen der Kakaobohnen
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    Kinder in der Ausstellung des Schokoladenmuseums
27.02.2019|Wohnen + Leben
Faire Herstellung

Schokolade – wirklich ein Genuss für alle?

Faire Herstellung – Mittlerweile muss man als Verbraucher glatt ein schlechtes Gewissen haben, Schokolade mit Genuss zu verzehren. Zu viel Leid klebt an ihr.

Mittlerweile muss man als Verbraucher glatt ein schlechtes Gewissen haben, einige Produkte mit Genuss zu verzehren. Zu viel Leid klebt an ihnen. Bei der Schokolade zum Beispiel. Meist von Kleinbauern in Westafrika produziert, ist in der Kakao- und somit Schokokadenproduktion nicht nur schlechte Bezahlung, sondern auch Kinderarbeit oft Alltag. Das Kölner Schokoladenmuseum hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Missstände, aber auch guten Beispiele zu informieren und wird selbst aktiv. 

„Das Thema Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unseres Leitbildes“, sagt Dr. Christian Unterberg-Imhoff, neben seiner Frau Annette Imhoff Geschäftsführer des größten deutschen Museums seiner Art, dazu. „Wir verstehen uns nicht einfach nur als Museum, wir sind eine Bildungseinrichtung und als solche stehen wir in der Pflicht auch über die Bedingungen in der Schokoladenproduktion zu informieren und selbst etwas dagegen zu tun“, fügt Unterberg-Imhoff hinzu.  

Deutschland ist ein Schokoladenland. Die Zahlen deuten es an, 1,1 Millionen Tonnen schokoladige Produkte wurden 2017 in Deutschland hergestellt. Damit ist Deutschland der weltweit zweitgrößte Kakaoimporteur, so verkündet es die Branche.

 

Faire Themenwoche im Schokoladenmuseum Köln

In Köln widmet sich das Schokoladenmuseum zunehmend nachhaltigen Themen. Im Juni 2018 organisierte das Museum erstmals eine Themenwoche unter dem Titel: „Schokolade und Kakao – nachhaltig und fair“. Es wurden Führungen zum Thema angeboten, Vorträge und eine internationale Fachtagung abgehalten. Zusätzlich präsentierten sich Organisationen und Initiativen Fairer Handel und Nachhaltigkeit im Museum. Weil das Thema wichtig ist und mehr Menschen informiert werden sollen, findet die Themenwoche künftig regelmäßig statt. Das nächste Mal vom 30. Mai bis zum 7. Juni 2019.

Mit dem Bestreben, die Bedingungen der Kakaobauern zu verbesssern, stehen die Kölner nicht allein auf weiter Flur. Im Jahr 2012 hat sich die Initiative„Forum Nachhaltiger Kakao“ gebildet. Über 70 Mitglieder haben sich darin zusammengeschlossen, darunter das Bundesentwicklungsministerium (BMZ), das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), Kakaoindustrie, Lebensmittelhändler und Nichtregierungsorganisationen. Auch das Schokoladenmuseum gehört dazu. 

Die ersten Ergebnisse des Forums können sich durchaus sehen lassen. Zusammen haben die Mitglieder 116 Projekte in 32 Ländern auf den Weg gebracht, kann man auf der Seite des Forums nachlesen. Der Markt wandelt sich. Mehr als die Hälfte der Süßwaren auf dem deutschen Markt werden mit mittlerweile zertifiziertem Kakao hergestellt. Der Anteil auf dem Gesamtmarkt stieg zwischen von 2011 bis 2017 von drei auf 55 Prozent, bei den Mitgliedern des Forums Nachhaltiger Kakao sogar auf 60 Prozent.

 

Forum Nachhaltiger Kakao

Sie alle eint das Ziel, die Lebensbedingungen der Kakaobauern zu verbessern, die natürlichen Ressourcen zu schonen und den Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos auf dem deutschen Markt zu erhöhen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit Sitz in Bonn mit. Von dort wird auch die Initiative gesteuert. Sie alle sehen sich in der Pflicht und in der gemeinsamen Verantwortung die Ziele der Agenda 2030 umzusetzen. Der faire Handel und die Produktion gehören unter anderen dazu.  

Das Schokoladenmuseum will noch mehr Menschen mit dem Thema erreichen und strebt deshalb langfristige Bildungspartnerschaften mit Schulen an. „Der Besuch im Schokoladenmuseum soll dabei fester Bestandteil des Schulcurriculums werden“ erzählt Unterberg-Imhoff. Ende 2018 hat sich das Museum als außerschulischer Lernort zertifizieren lassen. Dies sei auch eine Maßnahme der Qualitätssicherung.  Schulklassen bietet das Museum zum Beispiel spezielle Themenführungen an, etwa „Schokolade – ein Genuss für alle?“ Neben den oben genannten Problemen und Herausforderungen vermittelt die Führung den Schülern, was sie selbst als Konsumenten tun können, um die Situation der Kakaobauern zu verbessern.

 

CO2 Fußabdruck auf Null fahren

Nachhaltigkeit aber ist für das Museum noch mehr als sich auch um das Thema fairer Kakaohandel und -produktion zu kümmern. Weil das Museum sehr viel Elektro- und Wärmeenergie aufwenden muss, um etwa Produktionsprozesse zu präsentieren und auch viel Müll produziert, hat es sich zum Ziel gesetzt, nach und nach seinen CO2-Fußabdruck zu minimieren, bis er gar nicht mehr sichtbar ist. sw

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