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    Zusätzliche Wärme im Wohnzimmer verschafft ein Holzofen.
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    Pellet-Heizungen sind eine Platzfrage, denn die Holzpellets müssen schließlich irgendwo gelagert werden – und da geht es immer gleich um mehrere Tonnen.
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    Luft-Wasser-Wärmepumpe: Auf lange Sicht sind Wärmepumpen gut angelegtes Geld, denn die Heizkosten fallen dauerhaft niedriger aus.
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    Wirklich klimaneutral arbeitet eine Wärmepumpe erst dann, wenn der Betriebsstrom aus regenerativen Quellen kommt.
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    Eine Luftwärmepumpe steht unter freiem Himmel. Mit einer gewissen Geräuschentwicklung ist also zu rechnen.
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    Für Erdwärmepumpen ist eine aufwändige Tiefbohrung nötig.
21.10.2015|Wohnen + Leben
Alternative Heizsysteme

Orientierung im Dickicht

Alternative Heizsysteme – Zu einer warmen Wohnung gibt es nicht wirklich eine Alternative, sehr wohl aber Heizungen, die dem fantasielosen Abfackeln von Gas oder Öl die rote Karte zeigen. Die GWEN-Redaktion hat sich umgesehen.

Wer seine Heizungsanlage modernisieren und auf erneuerbare Energien umstellen will, wird bei vielen Herstellern fündig – und hat die Qual der Wahl: Pellet-Heizung, Wärmepumpe, Solarthermie oder Kraft-Wärme-Kopplung. Was ist preiswerter, umweltverträglicher, effizienter? Welche dieser Technologien sind technisch ausgereift? Was passt am besten zur jeweiligen Grundstückssituation? Zu den verfügbaren Energiequellen? Zu meinem Geldbeutel?

Zum Glück für den Verbraucher sind im Dickicht der Verkaufsargumente am Ende nur drei Faktoren relevant: Erstens die Frage, ob und inwieweit die eingesetzte Energie aus regenerativen Quellen kommt. Zweitens, ob die Heizung Emissionen und Feinstaub weitgehend vermeidet. Und drittens, ob sie auch den eigenen Geldbeutel schonend behandelt.

Pellet-Heizung: Erzeugt Feinstaub

Pellet-Heizungen sind zunächst eine Platzfrage, denn die Holzpellets müssen gelagert werden – und da geht es immer gleich um mehrere Tonnen. Das Brennmaterial ist zwar ein nachwachsender Rohstoff. Aber der sollte möglichst aus zertifizierten Quellen stammen.

Zwar arbeiten Pellet-Heizungen emissionsarm, erzeugen jedoch auch Feinstaub: „In den Wintermonaten kann der Anteil der Holzfeuerungen an der gesamten Feinstaubbelastung bis zu 25 Prozent betragen“, warnt Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes. „Die Emissionen aus Holzheizungen übersteigen damit mittlerweile die Feinstaubmengen, die aus den Abgasen des Straßenverkehrs stammen.“ Mittlerweile gibt es jedoch gut funktionierende Feinstaub-Abscheider (siehe nebenstehenden Infokasten).

Und auch das gibt zu denken: Weder in der Anschaffung noch im Betrieb sind Pellet-Heizungen wesentlich günstiger als herkömmliche Heizsysteme.

Wärmepumpe: Nur mit Öko-Strom klimaneutral

Ebenfalls hohe Anforderungen an die Grundstückssituation stellt eine Wärmepumpe, die die Umgebungswärme aus Erde, Luft oder Wasser nutzt. Denn dafür ist in der Regel eine Tiefenbohrung erforderlich beziehungsweise hinreichend große Flächen für einen Wassertank sowie unterirdische Kollektoren. Außerdem arbeiten die Pumpen nicht gerade geräuscharm. Wer empfindliche Nachbarn hat, sollte also vielleicht lieber gegen eine Luftwärmepumpe entscheiden. Denn diese steht nicht im Keller, sondern unter freiem Himmel.

Ein weiterer Wermutstropfen ist der Betriebsstrom für die Wärmepumpe – der aber kann regenerativ erzeugt werden und auf diese Weise einen praktisch klimaneutralen Betrieb der Anlage ermöglichen. Einen weiteren möglichen Ausweg aus dieser Zwickmühle stellt die Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage dar, die den erzeugten Strom ins Netz eingespeist.

Wärmepumpe langfristig günstiger

Entscheidend bei allen Wärmepumpen ist jedoch der Wirkungsgrad. Dieser muss, abhängig von der eingesetzten primären Energiequelle – also Erdwärme, Wasserspeicher oder Luft – natürlich höher als eins sein. Denn sonst könnte man den eingesetzten Strom ja gleich zum Heizen verwenden.

Heutige Luftwärmepumpen erreichen einen Wert von etwa vier, das heißt sie verwandeln bei einer Außenlufttemperatur von zwei Grad ein Kilowatt eingesetzte Stromenergie in vier Kilowatt Heizenergie – zumindest laut Angabe der Hersteller. Bei Luftwärmepumpen liegt der Wirkungsgrad heute oft auch noch bei eisigen -20 Grad bei über eins. Erst wenn die Temperaturen noch weiter fallen, wird der eingesetzte Strom mehr oder weniger direkt zum Heizen verwendet.

Abschreckend wirken die hohen Anschaffungskosten einer Wärmepumpe. Auf lange Sicht aber ist das gut angelegtes Geld, denn die Heizkosten fallen dauerhaft niedriger aus. Es gibt auch Wärmepumpen, die sich speziell für die Erwärmung von Brauchwasser eignen und die die Wärme eines Heizungskellers nutzen. Viele dieser Systeme sind mittlerweile auch für den Anschluss eines Photovoltaiksystems und/oder einer Solarthermie-Anlage optimiertund können gemeinsam eingesetzt werden.

Kaminofen oder Sonnenkollektoren zur Unterstützung

Ob Pellet-Heizung oder Wärmepumpe: In beiden Fällen ist es sinnvoll, unterstützend einen Kaminofen oder Sonnenkollektoren zu betreiben. Wenn der Kamin nicht nur dazu dienen soll, Atmosphäre zu verbreiten und einen einzigen Raum zu beheizen, muss er über eine Wasserführung verfügen, sodass man ihn an das Heizungssystem anschließen kann und ein Teil der erzeugten Wärme in einen zentralen Pufferspeicher wandert. Auch hier ist das Thema Emissionen zu beachten (siehe oben), zudem sind nicht überall solche Holzfeueranlagen erlaubt.

Sinnvoll ist ein Pufferspeicher auch bei Sonnenkollektoren auf dem Dach: Denn es geht hier wie beim Kaminofen in erster Linie um eine effiziente Warmwasserbereitung. Nur in äußerst seltenen Fällen übernehmen diese Hilfssysteme die Aufgabe einer Zentralheizung.

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Oft unrentabel

Neu ist die Idee nicht, Storm in privaten Haushalten zu prodzieren. Das aber im privaten Haushalt mit Hilfe sogenannter Blockheizkraftwerke (BHKW) zu tun und damit auch zu heizen, schon: Bei der Erzeugung von Strom entsteht Wärme, die in zentralen Kraftwerken als Abwärme verloren geht. Da BHKWs die Abwärme für die Heizung und die Trinkwassererwärmung nutzen, erreichen sie einen Gesamtwirkungsgrad, der doppelt so hoch ist wie bei der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme. Viele dieser Anlagen nutzen (Bio-)Gas als Treibstoff, der entweder einen Stirlingmotor, einen Gasmotor oder eine Brennstoffzelle betreibt. Meist sind hier Zwischenspeicher für Strom und Wärme notwendig. Der Anteil solcher Anlagen soll nach dem Willen der Bundesregierung bis 2020 von derzeit 16 auf 25 Prozent steigen.

Die Anschaffungskosten dieser Anlagen sind allerdings etwa doppelt so hoch wie bei konventionellen Heizkesseln: Für einen Privathaushalt werden zwischen 10.000 und 20.000 Euro fällig. Und auch die Wartung ist teurer als bei gewöhnlichen Heizkesseln. Damit sich so ein Kraftwerk für Zuhause überhaupt lohnt, muss es deshalb möglichst viele Stunden im Jahr in Betrieb sein – als Richtwert gelten 3500 bis 5000 Stunden, also etwa ein halbes Jahr lang. Dann lassen sich die Investitionskosten über die eingesparten Stromkosten beziehungsweise die Vergütung für den erzeugten Strom am ehesten wieder reinholen. Deshalb sind BHKWs insbesondere für Gebäude mit einem konstant hohen Wärmebedarf geeignet – etwa für Schwimmbäder oder Krankenhäuser.

Eine Studie des Umweltministeriums zu den Mikro-BHKWs fällt daher ein eher entmutigendes Urteil: Mikro-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 1000 Watt seien selbst mit der Förderung nach dem KWK-Gesetz nicht wirtschaftlich zu betreiben“, heißt es darin. „Diese Anlagen erzeugen wesentlich höhere Jahresgesamtkosten im Vergleich zu einem Erdgas-Brennkessel“.

Fossile Brennstoffe: Manchmal sinnvoll

Zugegeben: Alternativ sind fossile Energieträger wie Kohle, Gas oder Öl keineswegs. Aber sie können im Sanierungsfall bisweilen noch immer alternativlos sein, wenn nicht komplett neue Leitungen und Anschlüsse gelegt werden und die Kosten explodieren sollen. Aber immerhin: Die Heizkesseltechnik hat in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht: Moderne Brennwerttechnik arbeitet heute mit sehr niedrigen Temperaturen und entzieht sogar noch den Verbrennungsabgasen Wärme.

Solche Anlagen sind also sparsamer und effizienter geworden – und zum Glück lassen sie sich mit alternativen Heizsystemen koppeln, beispielsweise mit Solarthermie oder mit Wärmepumpen für Warmwasserspeicher.

Individuelle Beratung unerlässlich

Was nun in Anbetracht der jeweiligen Grundstückssituation und der finanziellen Verhältnisse die beste Wahl ist, lässt sich nur in einem individuellen Beratungsgespräch zweifelsfrei klären. Der Gang zum nachgelegenen Fachbetrieb für Heiztechnik oder der Kontakt zu den großen Herstellern ist daher unerlässlich. ubü/tk/haw

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