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    Immer mehr alltägliche Gebrauchsgegenstände sind schon aus Biokunststoffen. Zum Beispiel Handyhüllen, ...
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    Fabrik für Biokunststoffe: Das Umweltbundesamt sieht bei der Herstellung noch Verbesserungsmöglichkeiten.
13.10.2014|Wohnen + Leben
Biokunststoffe

Noch nicht ökologisch

Biokunststoffe - Immer mehr Verpackungen und Gebrauchsgegenstände bestehen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen. Doch was auf den ersten Blick nachhaltig wirkt, hat in Wirklichkeit keine ökologischen Vorteile – noch nicht.

Es klingt verheißungsvoll: Plastikverpackungen werden nicht mehr aus Erdöl, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Für Wildtiere stellen sie keine große Gefahr mehr dar, weil sie schnell verrotten. Aber auch für uns Verbraucher haben Biokunststoffe Vorteile: Sie halten Lebensmittel länger frisch und sollten wir sie dennoch einmal im Kühlschrank vergessen, können wir sie reinen Gewissens zusammen mit der Verpackung im Biomüll entsorgen.

Abfallsäcke, Einweggeschirr, Folien, Blumentöpfe, Damenbinden und vieles mehr bestehen immer häufiger aus Biokunststoffen. 2009 waren in Deutschland rund 2,6 Millionen Tonnen Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen. Das entsprach einem Marktanteil von höchstens 0,5 Prozent, schätzt das Umweltbundesamt.

Seither wächst das Segment, denn die Verpackungsindustrie hat ein lebhaftes Interesse an Biokunststoffen: Erdöl wird immer teurer, die Preise für Stärke oder Zucker, aus denen Biokunststoffe hergestellt werden, sind aber vergleichsweise stabil. Weil also Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft Verwendung finden, könnten Biokunststoffe in strukturschwachen ländlichen Regionen die Wirtschaft ankurbeln.

Weitere Anbauflächen für Lebensmittel könnten verloren gehen

Also alles gut? „Landwirtschaftliche Flächen könnten, anstatt für die Produktion von Nahrungsmitteln, für den Anbau von Rohstoffen für Biokunststoffe verwendet werden“, befürchtet die österreichische Umweltberatung. Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes kam 2012 zu dem Ergebnis, dass biologisch abbaubare Kunststoffe für Verpackungen „insgesamt keinen ökologischen Vorteil“ haben.

„In unserer Gesellschaft existiert ein noch zu geringes Bewusstsein für Biokunststoffe“, gibt Susanne Hügel zu bedenken, die sich an der Universität Stuttgart wissenschaftlich mit Biokunststoffen beschäftigt. Deshalb können Biokunststoffe auch noch nicht in einem geeigneten System recycelt werden. „Sie sind zwar als kompostierbar gekennzeichnet, aber benötigen hierfür besondere Voraussetzungen. Und im Gelben Sack-System können sie noch nicht ausreichend in den Prozess eingebunden werden. Deswegen landen sie am Ende in der Müllverbrennungsanlage.“

Auf dem Kompost verrotten Biokunststoffe oft nicht richtig

Aber auch bei der Kompostierung von Biokunststoffen hakt es derzeit noch. Oft liegen sie wochenlang auf dem Komposthaufen und verrotten am Ende doch nicht vollständig. Und wenn sie es doch einmal tun, haben Hobbygärtner nichts davon: „Es entstehen keine Nährstoffe und Mineralien oder bodenverbessernder Humus“, kritisiert das Umweltbundesamt. Stattdessen lösen sich Biokunststoffe sprichwörtlich in Luft auf. Sie zerfallen zu CO2 und Wasser.

Trotzdem ist das Umweltbundesamt zuversichtlich: Es seien bereits vereinzelt Biokunststoffe auf dem Markt, die „zukünftig Vorteile gegenüber herkömmlichen Kunststoffen aufweisen“ könnten. Allerdings müsse die „Herstellung noch weiter optimiert“ werden. Aber auch dann wird noch gelten: Mehrweg ist nachhaltiger als Einweg. haw

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