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    Teeanbau in der neuseeländischen Region Waikato: Die Deutschen trinken im Schnitt 27,5 Liter Tee pro Jahr. Ein Prozent davon stammt aus fairem Handel.
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    Teeanbau im Boseong County, Südkorea: Siegel, die auf fair gehandeltem Tee oder Kaffee prangen, bekommen bei Label-Online durchweg die Bestnote.
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    Teeanbau im Meru County, Kenia: Auch die Label One World (Aldi Süd) und FairGlobe (Lidl) sind laut Label-Online „Besonders empfehlenswert“.
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    Teepflückerin auf Sri Lanka: Fairer Handel unterstützt menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen.
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    Kaffeeplantage in Brasilien: 162 Liter Kaffee trinken die Deutschen im Schnitt pro Jahr. 2,9 Prozent davon stammen aus fairem Handel.
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    Kaffeebohnen in verschiedenen Reifegraden: Das koffeinhaltige Heißgetränkt ist mit Abstand das beliebteste Getränk in Deutschland.
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    Verbraucherschützer Georg Abel: „Der Begriff des ‚Fairen Handels‘ ist leider rechtlich nicht geschützt“.
24.09.2015|Wohnen + Leben
Fairer Handel

Markt wird unübersichtlich

Fairer Handel – Der Absatz von fair gehandeltem Kaffee, Tee und anderen Produkten wächst in Deutschland. Das ist die gute Nachricht. Allerdings droht der Markt allmählich unübersichtlich zu werden. Siegel helfen da nur bedingt weiter, weil es mehrere davon gibt. Eine Übersicht.

„Durchschnittlich 162 Liter Kaffee wurden 2014 pro Kopf konsumiert“, freut sich Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes. Damit sei das koffeinhaltige Heißgetränk „mit Abstand das beliebteste Getränk in Deutschland“. Mit durchschnittlich 27,5 Litern pro Person und Jahr war Tee im selben Zeitraum weit weniger beliebt. Doch der Deutsche Teeverband ist mit dieser Zahl zufrieden. Tee liege im Trend, die Nachfrage sei stabil.

Zufrieden mit den laufenden Geschäften zeigt sich auch die Entwicklungshilfeorganisation TransFair. 2014 verzeichnete der Verein das bisher stärkste absolute Wachstum beim Verkauf von Fairtrade-zertifizierten Produkten: Insgesamt 827 Millionen Euro gaben die Deutschen dafür aus, 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Das beliebteste Fairtrade-Produkt sei Kaffee, verkündete TransFair auf seiner Jahrespressekonferenz im Mai 2015. Der Muntermacher „legte um 18 Prozent auf 13.020 Tonnen zu.“ Der Anteil am gesamten deutschen Kaffeeabsatz betrage 2,9 Prozent. Beim Tee ist es ein Prozent.

Fairtrade-Siegel wird immer bekannter

„Die Bekanntheit von Fairtrade wächst. 83 Prozent kennen das Siegel und 95 Prozent der Käufer vertrauen ihm“, sagt TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Das habe eine Studie des Meinungsforschungsinstituts GlobeScan ergeben. Aber wissen die Kunden auch, was die gängigen Siegel, die auf fair gehandelten Produkten prangen, versprechen – und am Ende halten?

Das Problem sei, dass „der Begriff des ‚Fairen Handels‘ leider rechtlich nicht geschützt“ sei, sagt Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der Verbraucher Initiative. Konsumenten hätten deshalb unterschiedliche Möglichkeiten, fair gehandelte Produkte zu erwerben:

Fairtrade – Das 1992 eingeführte Siegel wird branchenübergreifend und international vergeben. Es findet sich nicht nur auf Kaffee oder Tee, sondern auch auf Zucker, Schokolade, Blumen, Baumwolle oder Fußbällen. Es unterstützt menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen und eine umweltverträgliche Produktion. „Zum Standard gehören unter anderem ein Mindestpreis, eine Fairtrade-Prämie und ein Aufschlag für ökologisch angebaute Produkte. Ausbeuterische Kinderarbeit, Zwangsarbeit und gentechnisch verändertes Saatgut sind verboten“, sagt Abel. Auf ihrer Internetseite Label-Online bezeichnet die Verbraucher Initiative das Fairtrade-Siegel als „Besonders empfehlenswert“.

Weltläden – Sie sind gewissermaßen „die Fachgeschäfte des fairen Handels“, wie es Abel ausdrückt. Die deutschlandweit rund 800 Geschäfte stehen genauso wie die Importeure von der Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt (GEPA), von der Fairhandelsgenossenschaft dwp, von El Puente oder BanaFair mit ihrem Namen für menschenwürdige Produktions- und Handelsbedingungen. Ihre Siegel gelten als vertrauenswürdig.

Einzelhandel – Auch Supermarktketten nutzen Label zur Kennzeichnung fair gehandelter Produkte. So verwendet der Discounter Aldi Süd beispielsweise das Siegel One World, Konkurrent Lidl das FairGlobe-Zeichen. Alle damit ausgezeichneten Produkte werden nach den Kriterien des Fairtrade-Labels produziert und gelabelt. Hierzu gibt es jeweils einen Vertrag mit TransFair, in dem die Kooperation geregelt ist. Label-Online bezeichnet beide Siegel als „Besonders empfehlenswert“.

Fazit: Es gibt kaum ein Siegel für fair gehandelte Produkte, das auf Label-Online nicht die Bestnote „Besonders empfehlenswert“ erreicht. Nur ganz vereinzelt kritisieren die Verbraucherschützer, dass Zeichengeber, -nehmer und Prüfer „rechtlich oder wirtschaftlich nicht ausreichend voneinander unabhängig“ seien, etwa beim Siegel „sternenfair“, das gerechte Handelsbeziehungen zwischen Produzenten und Abnehmern von Milch garantieren soll. Oder beim Zertifikat der Fair Wear Foundation, das die Produktionsbedingungen von Textilien verbessern helfen soll.

Siegel, die auf fair gehandeltem Tee oder Kaffee prangen, bekommen durchweg die Bestnote. Vorsicht ist nur beim Kauf von Teppichen geboten: Bei dem Siegel Care Fair kann Label-Online nicht garantieren, dass die Ware „tatsächlich ohne Kinderarbeit hergestellt“ wurde. haw/ph

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