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    Atomkraftwerk Philippsburg: In den strahlungsfreien Kühltürmen und Maschinenhäusern könnten in Zukunft Kartoffeln gezüchtet werden.
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    Auf 44 Etagen könnten die Knollen unter Idealbedingungen reifen.
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    Alle 15 Minuten mit einer Nährlösung besprüht und täglich 14 Stunden lang beleuchtet, wären die Kartoffeln nach etwa 100 Tagen reif.
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    Susanne Hügel
13.10.2014|Wohnen + Leben
Zukunftsvision

Kartoffeln vom Kernkraftwerk

Zukunftsvision - In ihrer Architektur-Diplomarbeit hat Susanne Hügel untersucht, wie sich in stillgelegten Atomkraftwerken Kartoffeln für die Biokunststoff-Produktion anbauen lassen. Im Gespräch mit GWEN-Redakteur Hannes Weik verrät sie, wie das funktionieren könnte.

GWEN-mag: Frau Hügel, warum eignen sich ausgerechnet stillgelegte Atomkraftwerke für den Kartoffelanbau?

Hügel: In den strahlungsfreien Bereichen, also in den Kühltürmen und Maschinenhäusern, könnte man Kartoffeln für die Herstellung von Biokunststoffen unter Idealbedingungen züchten, weil es keine Unwetter, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten gibt. Außerdem ist es dunkel. Deshalb können die Pflanzen genau so beleuchtet werden, wie es für sie gut ist.

GWEN-mag: Wie funktioniert der Anbau genau?

Hügel: Die Pflanzen werden aeroponisch angebaut und wachsen auf Gestellen ohne ein Anbaumedium. Ihre Wurzeln werden etwa alle 15 Minuten automatisch mit einer Nährstofflösung besprüht. LED-Leuchten bestrahlen die Pflanzen täglich je nach Wachstumsphase rund 14 Stunden lang. So sind die Kartoffeln nach gut 100 Tagen reif. Es sind also jährlich drei Ernten möglich. Eine exemplarische Rechnung am Kernkraftwerk Philippsburg zeigt, dass der Ertrag unter optimalen Bedingungen bei einem vertikalen Anbau jährlich mit etwa 300 Tonnen pro Hektar gut sechs- bis zehnmal so hoch wäre wie beim Anbau unter freien Himmel.

GWEN-mag: Ein solcher Anbau kostet eine Menge Energie.

Hügel: Ja, aber die Anlage würde sich selbst mit Strom versorgen. Es ist eine integrierte Biogasanlage vorgesehen, in der das Kartoffelkraut vergärt wird. Nur die Knollen dienen zur Herstellung von Biokunststoffen. So entsteht ein geschlossener Kreislauf. Zusätzlich würde eine Solaranlage auf dem Kühlmantel Strom liefern.

GWEN-mag: Inzwischen haben Sie einen beruflichen Wechsel von der klassischen Architektur hin zur Immobilienwirtschaft vollzogen. Heißt das, dass Ihre Zukunftsvision niemals Realität werden wird?

Ich habe mich zwar in Richtung „Innovation in der Immobilienwirtschaft“ umorientiert, aber das heißt nicht, dass ich von meinen Interessen und Zielen abgelassen habe. Im Gegenteil: Dadurch bin ich inhaltlich und durch die Kontakte noch besser für ambitionierte Projekte aufgestellt. Wir werden also sehen, was die Zeit bringt.

GWEN-mag: Wir danken Ihnen für das Gespräch.

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