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10.02.2020|Wohnen + Leben
Nachhaltige Lösung

Kölner Startup macht Lieferketten sichtbar

Innovativer Ansatz - Es klingt schon etwas merkwürdig, aber viele Firmen haben keinen blassen Schimmer davon, wie ihre Lieferketten aussehen. Das Kölner Startup sustainabill macht diese Wege sichtbar.

Noch lange nicht alle Unternehmen wissen, wo ihre Produkte von wem hergestellt werden, geschweige denn, wo die Rohstoffe herstammen und wie sie eingesetzt werden. Auch über die Herstellung und unter welchen Bedingungen die Menschen an diesem Prozess vor Ort mitgewirkt haben,wissen die Unternehmen wenig bis gar nichts.

In der Automobilindustrie sind oft tausende von Lieferanten für ein Fahrzeug involviert. Bei Kleidungsstücken etwa aus Jeansstoff sind es zwischen zehn und 50 Lieferanten. „Die Unternehmen haben erkannt, dass es wichtig ist, zu erfahren, woher all die Rohstoffe kommen und unter welchen Arbeitsbedingungen sie gewonnen wurden“, erklärt Mitbegründer Klaus Wiesen im Gespräch. Und langfristig können sie auf diese Weise die Produktionskosten senken und gegebenenfalls ihr Image aufpolieren.

 

Ende der Lieferkette liegt

oft im globalen Süden

All das funktioniert allein mit einer Cloudplattform, die sustainabill entwickelt hat. Diese ermöglicht den Unternehmen, ihre gesamte Lieferkette abzubilden, um so Informationen darüber zu bekommen, wo ihre Rohstoffe abgebaut werden und zu welchen Bedingungen. „ Das Ende der Lieferkette liegt oft im Globalen Süden, wo die Risiken für Verletzung von Menschenrechten oder ökologischen Schaden sehr hoch sind“, erklärt Wiesen.

All das funktioniert, indem die Selbstauskünfte der Unternehmen, etwa mit externen Daten wie Satelliteninformationen oder durch automatische Plausibilitätsprüfungen, validiert werden. „Mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung nehmen die verfügbaren Datenmengen drastisch zu, was ein enormes Potenzial für eine belastbare Nachhaltigkeitsbewertung birgt“, erklärt Geschäftspartner Dr. Thorsten Merten die Arbeitsweise ein Stück weit. Zusätzlich können sich die Lieferanten mit weiteren Unternehmen derselben Branche vernetzen. Viele Firmen nutzen nach Angaben des Startups oft dieselben Lieferanten, da können sich Synergien ergeben.

Das kommt an. Nicht nur immer mehr Unternehmen fragen ihren Service nach, sustainabill hat in diesem Jahr sogar den renommierten Start Green Award gewonnen. Ein Preis für die grüne Gründerszene. Und die  GLS-Bank, bekannt als Bank für nachhaltige Projekte, mit Sitz in Bochum, hat erkannt, dass das, was sustainabill tut, wichtig ist. Die Bank hat ins noch junge Unternehmen investiert. Damit kann das Geschäft weiter ausgeweitet werden. Vor allem freuen sich die Gesellschafter von sustainabil über den „starken Partner“ an ihrer Seite, wie sie es ausdrücken.

 

Erste direkte Investition

der GLS-Bank

Für die Bank ist es die erste direkte Investition in ein solch junges Unternehmen überhaupt. Ihre Expertise bietet sie seit August 2018 Gründern für den Start von innovativen Geschäftsmodellen an. Für die Bank ist sustainabill deshalb interessant, weil das Startup „eine effiziente Lösung für eine große Herausforderung entwickelt hat. Mithilfe der Digitalisierung können Produzenten aus allen Branchen sich selbst verstehen lernen – und dadurch nachhaltiger werden“, erklärt Michael Philipp, Startup-Experte der GLS Bank das Engagement der Bank. (sw)





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