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26.11.2019|Wohnen + Leben
Permakultur

Im Kreislauf der Natur

Naturnah gärtnern Die Natur schonen, ihre Ressourcen nutzen und den Kreislauf erhalten. Permakultur nennt sich das Gärtnern im Einklang mit der Natur und lehnt sich an natürliche Ökosysteme an. Erste gedankliche Vorbereitungen können jetzt im Winter getroffen werden.

Millimeterrasen und akurate Beete sind vielleicht schön anzusehen, für Flora und Fauna aber ist er wenig dienlich. Ganz anders ein Permakulturgarten, in dem es wild durcheinander zu blühen scheint. Dabei hat alles seine Ordnung. Nur eben anders. Der Begriff klingt zugegenermaßen etwas sperrig, vor allem für eine Sache die scheinbar so leicht daherkommt. Die Bezeichnung Permakultur ist eine Zusammensetzung aus „permanent“ und „Kultur“. Ein Begriff der schon in den 70er Jahren geprägt wurde und zwei Namen unweigerlich damit verbunden sind - Bill Mollison und David Holmgren. Zusammen legten sie die Grundlagen der Permakultur fest, weil ihnen eine nachhaltigere Arbeitsweise in der Landwirtschaft, die sich an natürlichen Abläufen orientiert, wichtig war. 1976 veröffentlichten sie ihr erstes Phamphlet über Permakultur.

 

Wichtig für das Ökosystem

Nirgendwo kann man die Prinzipien der Permakultur besser betrachten, als auf einer Brache. Auf farblosen Erdhaufen drücken sich nach einer Weile Blumen und Gräser durch die Erde, wachsen manchmal sogar seltene Blumen und auch Kräuter schaffen es nach einer Ruhephase wieder ans Tageslicht. Oft sind es schnell wachsende, bodendeckende Pflanzen, die sich über Samen vermehren. Fälschlicherweise werden sie oft als Unkraut bezeichnet, doch für das Ökosystem nehmen sie eine tragende Rolle ein.

Ein Vorbild, nach dem sich auch die Permakulturgärnter richten. Dicht bewachsene Beete, mit einem Mix aus Blumen, Gemüse und Obst sowie ein paar Kräutern. Auch Eva-Maria Hoffleit und Philipp Lawitschka gärtnern ökologisch, nachhaltig und irgendwie nach Permakulturregeln, auch wenn sie es nicht so nennen. Auf ihrem Grundstrück nahe Stuttgart pflanzen sie ihr Gemüse selbst, legen Blühstreifen und Blumenwiesen an, kurzum sie gärtnern nach den Regeln der Natur. „Blühstreifen helfen nicht nur Insekten, sondern fördern auch die Pflanzengesundheit im Gemüsebeet. Deshalb ist bei uns im Garten in jedem Beet Platz für Blumen eingeplant“, erklärt Hoffleit auf ihrem Blog yeoldekitchen, einer Mischung aus Kulinarik und Gärtnern. Denn die beiden haben Spaß an beidem, vor allem aber daran, nachhaltig zu leben und möglichst alles zu verwerten.

 

Ein Blühstreifen im Gemüsebeet

Blühstreifen in den Gemüsebeeten sorgen für Vielfalt und können in Mischkulturen unterstützend wirken. „Ringelblumen, Tagetes und Senf sollen Nematoden und Drahtwürmer abhalten. Sinnvoll sind solche Blühstreifen etwa zwischen Rüben, Karotten, Kartoffeln oder Spinat“, erklärt Hoffleit die Prinzipien. Die Natur heilt sich eben selbst. Für jede Pflanze gibt es einen guten Nachbarn.

 

Von der Natur lernen

Wer Permakultur anwenden möchte, tut im Prinzip nichts anderes, als von der Natur zu lernen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, nach Permakultur-Regeln zu gärtnern, kann in den Wintermonaten mit den Planungen beginnen und erste Vorbereitungen treffen. Es muss nicht gleich der komplette Garten umgekrempelt werden. Für den Anfang tun es kleine Veränderungen in einem bestehenden Garten. Zuallererst sollte überlegt werden, an welcher Stelle des Gartens man beginnen möchte. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Teich? Dafür reicht übrigens schon ein Eimer aus, auch eine alte Zinkwanne sorgt bereits für ein kleines Mikroklima im eigenen Garten oder auf dem Balkon und er lockt Tiere an.

 

Pläne auch mal über Bord werfen

Hoffleit und Lawitschka haben sich ihrem „Naturgarten“ wie sie ihn nennen durch beobachten angelegt. „In den ersten Monaten haben wir den Garten und die Landschaft darum herum beobachtet und schon einiges ausprobiert. Das Beobachten scheint mir die oberste Regel für jeden Garten zu sein“, erklärt Hoffleit. Anfangs hätten ihre Pläne noch anders ausgesehen. Deshalb raten die beiden Stuttgarter, sich Zeit zu nehmen für die Gartengestaltung und sich den Freiraum zu lassen auch einmal Idee wieder über Bord zu werfen. sw

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