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    Fast zwei Drittel aller Lebensmittelabfälle entstehen in den Privathaushalten: 6,7 Millionen Tonnen pro Jahr und damit 81,6 Kilo pro Kopf.
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    Weltweit landet die Hälfte aller Lebensmittel im Abfall, obwohl sie durchaus genießbar wären.
22.12.2014|Wohnen + Leben
Nahrungsmittelverschwendung

Grossteil vermeidbar

NahrungsmittelverschwendungElf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland pro Jahr in der Mülltonne. Der mit Abstand größte Verschwender sind dabei die Privathaushalte. Dabei wären 65 Prozent aller Lebensmittelabfälle wenigstens teilweise vermeidbar.

Weltweit landet die Hälfte aller Lebensmittel im Abfall, obwohl sie durchaus genießbar wären. Allein in Deutschland werfen Industrie, Handel, Gastronomie und Privathaushalte jährlich elf Millionen Tonnen Nahrungsmittel in die Mülltonne. Das hat eine Studie der Universität Stuttgart im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums Anfang 2012 ans Licht gebracht.

Supermärkte (fünf Prozent), Restaurants und Kantinen (zusammen 17 Prozent) sind dabei gar nicht mal die größten Verschwender. Denn ganze 61 Prozent aller Lebensmittelabfälle entstehen in den Privathaushalten: 6,7 Millionen Tonnen pro Jahr und damit 81,6 Kilo pro Kopf – das meiste davon Obst und Gemüse.

Fast zwei Drittel (65 Prozent) dieser Lebensmittelabfälle sind zumindest teilweise vermeidbar. Auch das hat die Studie aus Stuttgart gezeigt. Das sollte zu denken geben. Nicht nur, weil die vermeidbaren Abfälle geschätzten 235 Euro pro Kopf und Jahr entsprechen. Sondern auch, weil gleichzeitig immer noch 842 Millionen Menschen hungern. Das sind 15 Prozent der Weltbevölkerung. Ein Bruchteil der weltweit weggeworfenen Lebensmittel würde diese Menschen satt machen.

Sieben einfache Tricks gegen Lebensmittelverschwendung

Mit ein paar ganz einfachen Tricks kann jeder Einzelne seinen Anteil an der Lebensmittelverschwendung verringern:

  • Beim Einkauf nicht auf den Hunger hören. Wer mit leerem Magen in den Supermarkt geht, hat am Ende meistens viel zu viel zu im Einkaufswagen. Abhilfe schaffen ein vorher zusammengestellter Einkaufszettel und der Vorsatz, nur das zu kaufen, was aufgelistet ist.
  • Nicht gleich alles wegwerfen, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Das Datum auf den Verpackungen gibt eine ungefähre Orientierung, wie lange ein Lebensmittel mindestens haltbar ist – daher der Name. Die meisten Produkte sind bei richtiger Lagerung auch nach Ablauf noch bedenkenlos genießbar. Solange ein Lebensmittel noch seine üblichen Eigenschaften hat – also so aussieht, riecht und schmeckt, wie es sein sollte – ist es essbar.
  • Richtig lagern. Vieles vergammelt, weil es nicht richtig aufbewahrt wird. Verschließbare Dosen, Vorratsgläser, Obstschale und Brotbox gehören zur Grundausstattung und sollten in keinem Haushalt fehlen.
  • Leckeres aus Resten zaubern: Im Laufe der Woche bleiben oft ganz verschiedene Lebensmittel übrig. Oft sind sie alle für sich genommen lecker aber zusammen scheint sich daraus keine genießbare Mahlzeit zusammenstellen zu lassen. Kochen ist ein kreativer Akt. Inspiration gibt es auf einschlägigen Seiten im Internet: Restegourmet, Chefkoch, Kochbar und viele mehr.
  • Besser planen. Wer Reste möglichst vermeiden möchte, muss den Wochenverlauf mit all seinen Mahlzeiten sorgfältig planen. Dabei empfehlen sich mehrere Gerichte mit den gleichen Zutaten.
  • „Essen teilen statt wegwerfen.“ So lautet das Motto der Internetplattform foodsharing.de. Wer kurzfristig verreisen muss und den Kühlschrank voller Lebensmittel hat, die in der Zwischenzeit verderben, kann sie bei Foodsharing kostenlos anderen Menschen aus derselben Stadt anbieten.
  • Übriggebliebenes für zuhause einpacken lassen. Im Restaurant den eigenen Hunger überschätzt? Macht nichts. Viele Gaststätten packen auf Anfrage gerne Reste zum Mittnehmen ein. Das verrät nicht den Geizhals, sondern einen Menschen, der Lebensmittel wertschätzt.

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