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18.10.2018|Wohnen + Leben
Luftverbesserung

Grüne Fassaden gegen dicke Luft

Luftverbesserung – In Städten und Ballungsräumen herrscht dicke Luft. Es wird gebaut, weil Wohnraum fehlt. Oft auf der grünen Wiese, dabei brauchen die Städte das Grün, um für einen Ausgleich zu sorgen. In vielen Städten winkt Hauseigentümern jetzt eine Prämie, wenn sie ihre Hinterhöfe und Fassaden begrünen

Das Klima ändert sich, das ist längst kein Geheimnis mehr. Temperaturen von bis zu 40 Grad in den Städten wird keine Seltenheit sein. Auch Starkregen wird zunehmen. Gegen beides sollten wir gewappnet sein - mit mehr Grün. Doch wie soll das funktionieren, wenn die Häuser dicht an dicht stehen und von Asphalt und Beton umgeben sind? „Ganz einfach“ sagt Hausbesitzer Dirk Fröhlich aus Köln. Im Frühjahr 2018 hat er damit begonnen, seinen Hinterhof in Köln-Ehrenfeld umzugestalten. Kies bedeckt den Boden, Efeu rankt an der Backsteinfassade empor. Wilder Wein direkt gegenüber. Über dem Innenhof hat er ein Dach gezogen. Es ist licht- und luftdurchlässig. Der Clou, auf dieser zweiten Ebene gedeihen weitere Pflanzen. Sogar Obstbäume hat Fröhlich eingepflanzt.

 

Messbare Vorteile für die Luftqualität

Sein Ziel ist es, seinen kleinen Mikrokosmos positiv zu beeinflussen. Und mit ihm gleich auch das Stadtklima. Vor allem letzteres kann sich verändern, wenn möglichst viele ihm nacheifern. Dass Begrünungen an Fassaden und in Hinterhöfen messbare Vorteile für Luftqualität, Sauerstoffproduktion und Artenvielfalt mit sich bringt, haben Kölner Wissenschaftler in einer Studie nachgewiesen.  

Sein Ziel ist es, seinen kleinen Mikrokosmos positiv zu beeinflussen. Und mit ihm gleich auch das Stadtklima. Vor allem letzteres kann sich verändern, wenn möglichst viele ihm nacheifern. Dass Begrünungen an Fassaden und in Hinterhöfen messbare Vorteile für Luftqualität, Sauerstoffproduktion und Artenvielfalt mit sich bringt, haben Kölner Wissenschaftler in einer Studie nachgewiesen.  

Zusammen mit Experten des Forschungszentrums Jülich zeigten sie, dass grüne Fassaden nicht nur das Hausklima positiv regulieren, sondern auch gesundheitsschädliche Stickoxide und Feinstaubpartikel absorbieren und filtern.

 

Efeu und andere Kletterpflanzen kühlen und wärmen zugleich

Dazu hat das Team um Professor Dr. Hans Georg Edelmann vom Institut für Biologiedidaktik der Uni Köln die Tagestemperatur-Verläufe von Efeu-begrünten Fassaden im Vergleich zu klassischen, verputzten Hausfassaden sowie die fassadennahe Luftfeuchte über mehrere Wochen aufgezeichnet. Dabei zeigte sich, dass Efeu, wie auch andere Kletterpflanzen, im Sommer nachhaltig kühlend, im Winter wärmeisolierend auf die Fassaden wirkt: Es gab keine starken Temperaturunterschiede wie bei den unbegrünten Hausfassaden. So zeigte die grüne bewachsene Fassade im Sommer im unteren Temperaturbereich Schwankungen von 10 bis 13 Grad Celsius am Tag, während die Temperatur von  blanken Hausfassaden um bis zu 35 Grad Celsius schwankten.

Zusätzlich untersuchten die Wissenschaftler die Wirkung von Efeu auf die Absorption von Stickoxiden und die Bindung und Anreicherung von Stoffen an die Blattfächen von Feinstaub mit einer durchschnittlichen Größe von 2,5 Mikrometer. Sie konnten zeigen, dass Efeu die gesundheitsschädlichen Stickoxide absorbierte und den Feinstaub filtrierte. Zudem hat die Bepflanzung einen positiven Effekt auf die Absorption des Treibhausgases CO2, stellten sie abschließend fest.

 

Grünflächen- und Stadtplanungsämter sind Ansprechpartner

Einige Städte haben Programme ins Leben gerufen, die das städtische Grün fördern sollen. „Grün hoch 3“ nennt sich das Programm, das Köln ganz neu aufgelegt hat. Bis zu 20.000 Euro winken Hausbesitzern dort, wenn sie Fassade oder Hinterhof begrünen möchten. Köln steht mit diesem Engagement nicht alleine. Auch Frankfurt am Main, Hannover, Essen, Düsseldorf, Hagen, Würzburg, München und Nürnberg fördern solch grünes Engagement.In Hamburg unterstützt die Stadt im Rahmen der „Gründachförderung“ bis 2019 freiwillige Vorhaben der Dachbegrünung von Privatpersonen und Unternehmen. Mit bis zu 15.000 Euro unterstützt die Stadt Nürnberg Hausbesitzer mit dem Programm „Mehr Grün für Nürnberg“. 

Ansprechpartner sind das Grünflächen- oder Stadtplanungsamt der jeweiligen Städte

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