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    Ein Schrank aus Kiriholz
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    Der Kiribaum hat große Blätter
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    Eine Plantage mit Kiribäumen
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    Blüten des Kiribaums
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    Allin Gasparian
26.02.2018|Wohnen + Leben
Nachwachsende Rohstoffe

Die Turbo-Bäume aus Tönisvorst

Nachwachsende Rohstoffe – Fünf Meter in einem Jahr. 40 Zentimeter Durchmesser in zwölf Jahren. Der japanische Kiribaum ist der Turbo unter den Bäumen und für die Holzindustrie ein wertvoller Rohstoff. 

Das Geheimnis sind seine Blätter. Riesengroß sind sie, geben dem Baum, der anfangs eher wirkt wie eine Sonnenblume, ein merkwürdiges Aussehen, doch schon nach fünf Jahren hat ein Kiribaum eine stattliche Größe erreicht.

Dass der Kiribaum nun in Deutschland und ab sofort auch in Spanien im großen Stil auf Plantagen kultiviert wird, ist Peter Dissenbacher und Allin Gasparian geschuldet. Damals studierten beide noch an der Universtität Bonn. Er Argraringenieur, sie Betriebswirtschaftslehre. „Ich kam durch meinen Studiengang für nachhaltige Landwirtschaft mit dem Saatgut des Kiribaums erstmals in Berührung, setze sie in die Erde und staunte, wie schnell sie wachsen“, erklärt Dissenbacher. 

 

Ein großer Möbelhersteller ist ein Abnehmer 

2009 gründeten Gasparian und Dissenbacher ihr eigenes Unternehmen. „We grow“, ein doppeldeutiger Name, der nicht nur das Turbobwachstum der Kiris treffend beschreibt, sondern auch das des Unternehmens. Mittlerweile ist unter anderen ein großer Möbelhersteller ein Abnehmer ihres Kiriholzes. Erste Stücke sind gefertigt. Auch in der Mayerwerft in Ostfriesland ist man von dem Holz offenbar ganz angetan. Weil es so leicht ist, wie Dissenbacher erzählt, wird es nun im Schiffsinneren verwendet. 

Das Unternehmen floriert. Die Bäume wachsen. Zunächst nur im Rheinland mittlerweile im ganzen Land. Neuerdings auch in Spanien. Es sind die großen Blätter, die das Wachstum beschleunigen. „Damit kann der Kiribaum eine Menge Sonnenenergie einfangen“, sagt Dissenbacher im Gespräch. 

 

Gute Ökobilanz 

Der Kiri hat aber noch weitere Vorzüge. Dort, wo sonst Mais oder andere Monokulturen die landwirtschaftlichen Flächen dominieren, stehen nun Kiris in Reih und Glied. „Sie festigen den Boden, beugen somit Erosionen vor, ihre herabfallenden Blätter sorgen für Humus und ihre Blüten ziehen Bienen an“, sagt Dissenbacher und gibt sich ganz zufrieden mit dieser Bilanz. 

Auch sonst kann sich die Ökobilanz des Kiribaums sehen lassen. 450 solcher Bäume können etwa 30 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr binden. Wäre der Kiribaum deshalb nicht auch eine gute Alternative für städtische Neupflanzungen etwa an vielbefahrenen Straßen? Dissenbacher hält dies für möglich. „Bei Heidelberg gibt es eine Allee aus Kiribäumen.“ Seines Wissens bislang die einzige Straße.

Vielleicht muss der Baum noch ein wenig bekannter werden. Als Dissenbacher und Gasparian begonnen haben die Holzindustrie auf die Vorzüge des Kiriholzes aufmerksam zu machen, war der Baum hierzulande weitgehend unbekannt. Dabei ist es gerade seine Leichtigkeit aber auch Stabilität, die die Industrie überzeugt hat. Und sogar Privatleute beginnen, sich für einen solchen Baum zu interessieren, etwa in Neubaugebieten. Ein zwei bis drei Meter großer Baum kostet ungefähr 200 Euro. 

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