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14.01.2020|Wohnen + Leben
Zukunfts-Energie

Biogas-Anlagen im Miniformat

Nachhaltige Energie - Biogasanlagen müssen nicht groß sein. Dass sie durchaus in kleine Gärten passen, zeigen zwei nachhaltige Unternehmen. Ihre Anlagen sind für den Hausgebrauch konzipiert.

Es klingt so einfach. Und irgendwie ist es das auch. Die beiden Unternehmen b-energy aus Deutschland und das Start Up Home Biogas aus Israel arbeiten zwar nicht zusammen, verfolgen aber dasselbe Ziel, Menschen auf der ganzen Welt eine autarke Stromversorgung, zumindest für den eigenen Herd, zu bieten. Während sich b-energy auf den afrikanischen und ein bisschen den südamerikanischen Raum beschränkt, beliefert Home Biogas bereits über 90 Regionen mit der sauberen Alternative aus Abfall Gas zu produzieren. Darunter auch Frankreich.

Es war das Jahr 2012 als die drei Gründer Oshik Efrati, Yair Teller and Erez Lanzer ihre Firma Home Biogas gründeten. Den ersten Prototypen bauten sie 2014 und 2015 für palestinensische Communities, ein Jahr später vertrieben sie die kleine Anlage, die einfach aufzubauen ist bereits in über 40 Ländern. Heute kochen die Menschen in über 90 Ländern mit dem Gas, das sie selbst in ihrer eigenen Biogas-Anlage mit Abfall produzieren.

Ein Kilogramm Müll für eine Stunde Kochvergnügen

Grerade mal zwei Quadratmeter misst die Anlage, die mit organischem Müll gefüttert wird. Ein Kilo Abfall produziert Energie, dass eine Stunde lange ein Gasherd damit betrieben werden kann. Doch mit dem Abfall allein lässt sich noch kein Gas bilden. Dazu gehören auch noch 650 Liter Wasser in den Tank. Und die Anlage benötigt eine Dauerdurchschnittsttemperatur von etwa 17 Grad, sonst zersetzen die Bakterien die Biomasse nicht.

Das ist auch der Grund, warum diese Art von Biogas-Anlagen hierzulande noch nicht in den Gärten stehen. Lediglich zu Demonstrations- und Schulungszwecken hat Katrin Pütz von b-energy eine ähnliche Anlage auf einem Urban-Gardening-Gelände in Köln stehen. Die studierte Umweltwissenschaftlerin und Argartechnikerin von der Universität Hohenheim hat mit ihrem Social Business ein Netz mobiler Biogasanlagen aufgebaut. Bislang nur für den afrikanischen Raum, doch denkbar wäre ein solches kleines Kraftwerk auch für den eigenen Haushalt im Keller oder Garten des eigenen Hauses. Bislang aber reine Theorie, denn ist ihre Biogasanlage, die in die Erde eingelassen wird und aus Schlauchsystemen sowie einem großen Kunststoffsack besteht, ausschließlich für den ländlichen afrikanischen Raum konzipiert und zugelassen. In Häusern nämlich müsste die Anlage anders aufgebaut sein. Und sie ist für Deutschland nicht zugelassen.

Eine Biogasanlage zum Tragen

So schlicht die Biogasanlage aussieht, so ausgeklügelt ist das System. So gibt es eine App, mit deren Hilfe der Vertrieb der Anlagen im afrikanischen Raum funktioniert. Die Nutzer registrieren sich, geben jeden Schritt des Anlagenaufbaus ein, machen Bilder von den Aufbauschritten und erhalten bei Problemen direkt Feedback. Zusätzlich erfährt Pütz, wo in welcher Region ihre Anlagen aufgebaut und genutzt werden.

Seit Sommer 2019 hat sie in Köln ein Lehrfeld für potenzielle Kunden auf dem Geländeeines Urban Gardeningprojekts. Denn um ihr Projekt greifbarer zu machen, benötigte sie eine Fläche, auf der sie eine solche Mini-Anlage in die Erde bauen konnte. Gar nicht so einfach in einer Großstadt wie Köln. Pütz entwickelt ihre Anlage immer weiter. Und vielleicht ist sie irgendwann auch reif für den Einsatz im eigenen Garten. (sw)

 

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