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    Die Lager sind immer voll
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    In Oxfam Läden werden auch Bücher angeboten
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    Einkaufen in Second Hand Läden macht auch Spaß
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    Auf einem Kölner Flohmarkt
10.05.2019|Wohnen + Leben
Nachhaltig einkaufen

Am besten aus zweiter Hand

Nachhaltig einkaufen – Flohmärkte und Verkaufsportale für Second Hand Ware sprießen aus dem Boden wie Pilze. Längst ist das Tragen gebrauchter Kleidung zum Trend geworden. Und nachhaltig ist er dazu auch noch. 

In unserer Gesellschaft scheint ein Umdenken eingesetzt zu haben, zumindest bei einem Teil der Bevölkerung. Statt alles direkt auf den Müll zu schmeißen, werden gebrauchte Dinge verkauft. Ein Trend, den sich häufig die junge Generation zu eigen macht. Sie schwimmen am stärksten auf der sogenannten Retrowelle. Wie die 21-jährige Hannah aus Münster. Ihre Möbel kauft sie aus Haushaltsauflösungen, ihre Klamotten oft auf Flohmärkten. „Dann landen sie wenigstens nicht auf dem Müll und ich befeuere nicht die Billig-Kleidungsinstrie“, sagt sie. 

 

Hohe Belastung für die Umwelt

 „Die Produktion von Kleidung und Schuhen verursacht eine hohe Belastung für die Umwelt. Zur Herstellung textiler Fasern benötigt die Bekleidungsindustrie immer größere Mengen an Energie, Wasser und Erdöl“, heißt es zum Beispiel auf der Seite der ReSales Textilhandels- und -recycling GmbH aus dem thüringischen Apolda. Der Wasserverbrauch für ein einziges Kleidungsstück sei enorm, ganz zu schweigen vom Einsatz von Pestiziden und Düngemittel. Angaben, die Greenpeace durchaus bestätigt. „Rund 7000 Liter Wasser verbraucht die Produktion einer einzigen Jeans. 3500 krebserregende, hormonell wirksame oder anderweitig giftig Chemikalien setzt die Textilindustrie ein, um Rohmaterialien zu bunt bedruckter Kleidung zu verarbeiten“ scheibt die Organisation in einem Stück zum Thema Modekonsum auf der eigenen Webseite. Es ist die Einleitung zu einer Zusammenfassung einer Studie, die Greenpeace zum Einkaufsverhalten erstellt hat. 

 

Einkaufen mit Event-Charakter

Neben dem Spareffekt, den gebrauchte Kleidung allemal hat, gibt es auch den Punkt Nachhaltigkeit, der diese Ware umso attraktiver werden lässt. Darauf setzen verschiedene Anbieter wie ReSale, die bundesweit und im große Stil Portale oder entsprechende Shops mit gebrauchter Kleidung unterhalten. Relativ neu im Geschäft ist vino-kilo. Neben einem Online-Shop können die zumeist jungen Kunden sprichwörtlich kiloweise Second Hand Ware kaufen. Vino Kilo setzt dabei auf den Event-Charakter, den ein solcher Einkauf hat. Gründer Robin Balser mietet größere Event-Locations von Hamburg über Berlin bis nach Süddeutschland an, es gibt Musik, Getränke und Foodstände. Den Einkäufern gefällt es. Und ihnen gefällt das Angebot. Denn Vintage-Klamotten sind zum Teil einzigartig. „Mit Vintage-Klamotten kann ich anziehen, was sonst keiner hat. Ich trage nur hochwertige Stücke mit Geschichte. Und das Beste: Ich kanns mir leisten“, sagt Balser selbst über sein Sortiment und seine Vorliebe für gebrauchte Kleidung.

 

Von Oxfam bis zum Sozialkaufhaus

Die Einzigartigkeit ist das eine, der Preis das andere und wenn die Menschen darüber hinaus das Gefühl haben, der Umwelt etwas Gutes zu tun, macht der Einkauf doppelt Spaß. Weniger auf einen Event-Charakter setzt dagegen Oxfam. Die Organisation unterhält schon über 20 Jahre Shops, in denen die Kunden preiswerte Second-Hand-Ware kaufen können. Die Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich, die Ware wird kostenlos angeliefert. Bücher, kleinere elektronische Elektrogeräte und natürlich Kleidungsstücke gehören zum Repertoire. Hatte es früher eher etwas Anrüchiges, im Second-Hand-Shop einzukaufen, ist es heute geradezu in, wie Bonni Lehmann erzählt. Lehmann führte über 25 Jahre lang das Team im Kölner Oxfam-Laden. Lehmann erinnert sich, wie die ersten Neugierigen Südstädter in den Laden kamen und ein wenig die Nase über das gebrauchte Sortiment rümpften: „Wat verkauft ihr hier für ne ahle Krempel“, habe eine Frau damals zu ihr gesagt. In den Anfängen sei Second-Hand-Ware eben noch eine Nische gewesen. 

Über einen Zulauf können sich auch die Sozialkaufhäuser, eigentlich für diejenigen ins Leben gerufen, denen das nötige Kleingeld für Neuware fehlt, etwa von der Diakonie, freuen. Diese Läden wachsen, auch weil das Bewusstsein für ein nachhaltigeres Leben gestiegen ist. Sw

Top-Früchte, Top-Brände

Schnaps trinken für die Umwelt – Nirgendwo sonst gibt es so viele Schnapsbrenner wie im Schwarzwald. Schnaps ist aber nicht Schnaps: Bei Obstbränden geht es darum, den Ge­schmack der Früchte möglichst rein im Alkohol zu bewahren.

Wohnen in Sand und Schluff

Lehmarchitektur – Der älteste Baustoff der Welt wird wiederentdeckt: Lehm ist fast überall zu finden, kostengünstig, energiesparend und gut zu recyceln.

Schokolade – wirklich ein Genuss für alle?

Faire Herstellung – Mittlerweile muss man als Verbraucher glatt ein schlechtes Gewissen haben, Schokolade mit Genuss zu verzehren. Zu viel Leid klebt an ihr.

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