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    Katja von Helldorff und Ramin Soleymani haben die Internetplattform Zero Waste Germany gegründet.
01.11.2014|Wohnen + Leben
Müllvermeidung

„Andere Länder sind da weiter“

Müllvermeidung - Die Deutschen trennen zwar akribisch ihren Müll, machen sich aber wenig Gedanken über dessen Vermeidung. Aktivisten von Zero Waste Germany wollen das ändern. Zusammen mit der Gwen-Redaktion geben sie Tipps.

„Andere Länder sind in Sachen Müllvermeidung weiter“, stellt Ramin Soleymani fest. „In Großbritannien gibt es zum Beispiel den Wettbewerb ‚The Rubbish Diet‘, bei dem Familien ihren Haushalt auf Mülllosigkeit trimmen.“ Ideen wie diese hat der freiberufliche Informatiker aus Berlin zusammen mit seinem Kumpel Lutz Klöppel auf einem Kongress in Brüssel kennengelernt.

Dabei mangelt es hierzulande nicht an kreativen Einfällen: Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg hat die Künstlerin Katja von Helldorff beispielsweise die Müllvermeidung zur Geschäftsidee gemacht: Ihr Unternehmen, die Material Mafia, sammelt Reststoffe ein und verkauft diese an Kulturschaffende weiter.

Elf einfache Tipps zur Müllvermeidung im Alltag

Ehrenamtlich baut von Helldorff zusammen mit Soleymani und Klöppel derzeit die Internetplattform Zero Waste Germany auf. Darauf geben die drei Aktivisten Tipps und Anleitungen zur Müllvermeidung im Alltag. Zusammen mit der Gwen-Redaktion haben sie ein paar zusammengetragen:

  • Ab sofort nur noch aus Mehrwegflaschen trinken, am besten aus gläsernen. Wenn sie zwischendurch nicht zu Bruch gehen, lassen sie sich im Schnitt 50mal neu befüllen. Leitungswassertrinkende Individualisten können sich bei Soulbottles ihre persönliche Trinkflasche aus Glas zusammenstellen und zuschicken lassen.
  • Auf den täglichen Coffee to go verzichten. Geht nicht? Die umweltschonende Alternative heißt KeepCup, lässt sich individuell zusammenstellen, etwa 1000mal neu befüllen und rückstandslos entsorgen.
  • Beim Einkaufen Stofftaschen oder Körbe benutzen. Die kosten natürlich mehr als Plastiktüten, sind aber eine Anschaffung fürs ganze Leben, während Tüten allenfalls noch als Müllbeutel Verwendung finden.
  • Verpackungen müssen keine Wegwerfprodukte sein: Ein Beispiel ist die MeiBox, eine Mehrweg-Eierschachtel aus Plastik. Der Nachteil ist hier allerdings bisher, dass nicht alle Supermarktketten die Idee unterstützen.
  • Die mülllose Alternative wählen: Warum Waschmittel kaufen, wenn Drogerien und Reformhäuser umweltfreundliche und obendrein noch günstigere Waschnüsse anbieten?
  • Auf Menstruationsbecher umsteigen: Im Gegensatz zu Binden und Tampons halten sie mit etwas Pflege mehrere Jahre durch. Außerdem sind sie gesundheitsschonender und hygienischer.
  • Den Müll im Laden lassen: Zugegeben, damit ist er nicht vermieden. Aber wenn Kunden massenhaft Abfälle in Supermärkten zurücklassen, steigen deren Ausgaben für den Abtransport. Irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht und dann haben selbst große Handelskonzerne ein lebhaftes Interesse daran, Müll zu vermeiden.
  • Es gibt aber auch schon Läden, die von sich aus größtenteils Müll vermeiden: Original Unverpackt heißt das Konzept zweier Frauen aus Berlin. Die Kunden kommen mit Aufbewahrungsbehältern ins Geschäft und können diese dort mit unverpackter Ware füllen.
  • Mehr auf Qualität achten: Vieles, was wir täglich anschaffen, landet schon nach kurzer Zeit im Müll. Der Grund: Wir schauen zu sehr auf den Preis – und gehen prompt in die Billigfalle. Dabei lohnt es sich, für ein hochwertiges, langlebiges Produkt etwas mehr zu bezahlen.
  • Reparieren statt wegwerfen: Auf der Internetplattform iFixit gibt es kostenlose Anleitungen für Laptops, Tablets und viele andere Elektronik- und Elektrogeräte, die nicht mehr einwandfrei funktionieren. Eine ähnliche Idee verfolgen die Betreiber von kaputt.de. Wer persönliche Beratung schätzt, sollte ein Repair Café besuchen.
  • „Murks? Nein danke!“ heißt eine Plattform im Internet, die der sogenannten geplanten Obsoleszenz den Kampf angesagt hat. Die Gruppe wendet sich gegen Hersteller, die ihre Produkte mit voller Absicht so konstruieren, dass kurz nach Ablauf der Garantie eine Neuanschaffung nötig wird. Anhänger von „Murks? Nein, danke!“ prangern Produkte, mit denen sie schlechte Erfahrungen gemacht haben, öffentlich an, indem sie sie auf der Plattform listen. Ein Blick darauf lohnt sich vor dem Kauf.

„Mindestens einmal pro Woche wollen wir auf Zero Waste Germany Einträge posten, bis wir eine recht ansehnliche Sammlung beisammen haben“, kündigt Soleymani an. „Unser Ziel ist es, unsere Initiative zu einem Verein auszubauen und eng mit Zero Waste Europe und anderen Gruppen zusammenzuarbeiten.“ Geplant sei beispielsweise, gemeinsam einen „No Plastic Day“ auszurufen. haw

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