Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung » OK
  • DSCI0054.JPG
    Das Ziel ist der Weg
  • Wegmarkierungen_Jakobsweg.jpg
    Die Muschel als Wegmarkierung ist nicht zu übersehen
  • Jakobsweg_Symbol.jpg
    Das Symbol des Jakobswegs: Die Muschel
  • Jakobpilger_IMG_3734aa.jpg
    Wer in Santiago de Compostela angekommen ist, darf sich mit Andenken verwöhnen.
13.01.2020|Reisen
Das Ziel ist der Weg

Jakobsweg – ein Reisebericht

Der Jakobsweg hat besonders für Menschen in Umbruchsituationen eine starke Anziehungskraft. Auch ich stand vor einem neuen Lebensabschnitt, als ich ihn gelaufen bin. Warum ich trotzdem nicht als anderer Mensch zurückgekommen bin, will ich euch nun erzählen.

Morgens früh aufstehen, 30 Kilometer laufen, abends halb tot ins Bett fallen. „Gute Idee“ muss ich mir wohl gedacht haben, als meine beste Freundin und ich beschlossen, zwei Wochen lang den Jakobsweg, auch „Camino“ genannt, von der Stadt Porto in Portugal bis nach Santiago de Compostela in Spanien zu gehen. Ein Abenteuer eigentlich so gar nicht nach meinem Geschmack, bin ich bisher doch nur an Griechenlands Strände gefahren, um mich jeden Tag gemütlich mit dem ein oder anderen Eiskaffee in die Sonne zu fläzen. Aber nicht dieses Mal: Unvorbereitet in jeder Hinsicht, aber mit einem starken Willen, die selbstauferlegte „Challenge“ zu bewältigen, zogen wir also los. Um dem Ganzen noch einen besonderen Kick zu verleihen, ließen wir sogar unsere Smartphones in Deutschland - mit unerwarteten Folgen.

 

Alle Jakobsmuscheln führen nach Santiago de Compostela

 

Jedes Jahr laufen tausende Menschen aus der ganzen Welt den berühmten Jakobsweg. Mit dem 2006 erschienen Buch von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“, welches sich 100 Wochen lang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste hielt, erlebte der Jahrhunderte alte Jakobsweg und damit das Pilgern einen neuen „Hype“ in Deutschland. Der Zielort ist dabei immer der gleiche: Die Kathedrale von Santiago de Compostela in Spanien. Die Beweggründe, die Reise anzutreten und die Route dorthin könnten jedoch nicht unterschiedlicher sein.

Mit unseren 19 Jahren waren wir deutlich unter dem Altersdurchschnitt der Pilger. Dies zeigte sich unter anderem an unserer Ausstattung: Wanderrucksack? Fehlanzeige, braucht man doch nicht unbedingt, ist teuer und außerdem hatte ich noch viele Rucksäcke zu Hause. Auch Wanderschuhe empfand ich als völlig überbewertet. Ich zog lieber Sneaker an, die sahen (viel) besser aus und gut laufen konnte ich in denen auch. Zwei große Fehler, die ich schon nach wenigen Tagen bitter bereuen sollte.

Wir entschieden uns für eine relativ kurze Strecke, die in 14 Tagen zu schaffen war. Dabei kann man von überall in Europa starten. Wir lernten sogar einen Mann kennen, der in Deutschland aufbrach. Die markanten, meist gelben Jakobsmuscheln auf den Straßen, an Masten oder Zaunpfählen weisen die Pilger immer in die richtige Richtung. Tatsächlich haben wir uns auf unserer Strecke nur an den Muscheln orientiert und mussten nur sehr selten auf eine Landkarte zurückgreifen.

So unterschiedlich, wie die Strecken zum Ziel, sind auch die Gründe der Pilger, sich zu Fuß auf den Weg nach Santiago zu begeben. Zwar ist Santiago eine sehenswerte Stadt in Spanien, jedoch auch gut mit dem Auto, Bus, Bahn oder Flugzeug zu erreichen. Man muss also nicht hunderte Kilometer zu Fuß gehen, um sich diese Stadt anzuschauen.

 

Beweggründe

 

Das Pilgern hat eine lange Tradition in der katholischen Kirche. Ursprünglich pilgerten religiöse Menschen in der Hoffnung, zu Gott zu finden. Bestimmt gibt es auch heute noch Menschen, die sich aus religiösen Motiven auf den Weg machen, allerdings ist dies schon lange nicht mehr der Hauptgrund. Auch wir waren nicht aus diesem Grund unterwegs und haben auch niemanden getroffen, der die Begegnung mit Gott als Grund angegeben hat. Als ich mit meinen 19 Jahren beschloss, den Jakobsweg zu gehen, war ich gerade aus meinem Auslandsjahr nach Deutschland zurückgekommen und stand kurz davor, mein Studium zu beginnen. Ich erhoffte mir, auf dem Weg die viele Zeit nutzen zu können, um über vieles nachzudenken und meinen Kopf frei zu bekommen für diesen neuen, wichtigen Lebensabschnitt. Neben der spirituellen Komponente des Jakobswegs reizte mich auch der sportliche Aspekt. Ich wollte mich selbst an meine Grenzen bringen und testen, wie belastbar ich bin. Auf unserem Weg sind wir natürlich auch vielen anderen Pilgern begegnet, mit denen wir uns ausgetauscht haben. Es war faszinierend, wie schnell und ungezwungen man mit anderen Pilgern ins Gespräch kam. Die Hemmschwelle, einer fremden Person, mit der man nur das Pilgern nach Santiago gemeinsam hat, persönliche Dinge zu erzählen, war sehr niedrig. So erfuhren wir von einem jungen Pärchen, dass sie sich immer auf den Weg begaben, wenn sie über ihre Beziehung und Zukunft reden wollten. Eine andere junge Frau hatte gerade eine Trennung hinter sich, wieder eine andere hatte Zweifel, ob ihr Studium das Richtige für sie ist. Als wir sie nach weniger Zeit wiedertrafen, verkündete sie, dass sie beschlossen hat, ihr Studium abzubrechen. Fest steht, dass man auf dem Jakobsweg viel Zeit zum Nachdenken hat, man muss sich mit sich selbst und seinen Gedanken beschäftigen. Es fühlte sich tatsächlich an wie eine kleine Auszeit für sich selbst. Die Mehrheit der Pilger war sogar alleine unterwegs. Obwohl wir zu zweit unterwegs waren und dieselbe Strecke liefen, so ging im Endeffekt doch jeder seinen ganz eigenen „Camino“. Ich habe Mut gesammelt für mein Studium, habe meine Schulzeit Revue passieren lassen und bestimmt mehr über mich selbst nachgedacht, als ich es bei einem Bad im Mittelmeer gemacht hätte.

Für mich kann ich aber sagen, dass ich nicht die „große Weisheit des Lebens“ erlangt habe oder als völlig veränderter Mensch zurückgekommen bin. Es hat also keinen Umbruch gegeben und ich habe nicht mein ganzes Leben danach umgekrempelt. Dafür sind 14 Tage wandern dann doch nicht genug.

 

„Buon Camino!“

 

Ich würde jedem, der mit dem Gedanken spielt, den Jakobsweg zu laufen, empfehlen, dies zu tun. Es gibt viele gute Ausreden, es nicht zu tun. Aber es ist die Zeit, die man sich nimmt und die Strapazen, die man auf sich nimmt, wert! Eine Besonderheit, die schwer zu erklären ist und nur nachvollziehbar ist, wenn man den „Camino“ gelaufen ist, ist, wie beflügelnd die Worte „Buon Camino“ sind. Fremde Leute auf der Straße sowie Pilger rufen sich diese beiden Worte gegenseitig zu. Das gibt einem in Tiefphasen einen ganz besonderen Energieschub. Das Gefühl, nach Santiago reinzulaufen und zu wissen, dass man es geschafft hat, ist einzigartig. Ich würde auch sehr empfehlen, das Smartphone zu Hause zu lassen. Zugegeben, wir hatten unerwartet Entzugserscheinungen in Form von Träumen, die sich um unsere Smartphones gedreht haben, aber ich denke, hätten wir die Smartphones mitgenommen, hätten wir damit zumindest ein Stück unseres Alltags als Last dabeigehabt und nicht so gut abschalten können. Auch war es schöner, die Natur „live“ und nicht durch die Handykamera für die Instagram- Story, zu genießen.  Elena Kossiva-Rapp

Das "Kanada" Tirols

Tirol – In einem touristisch abgelegenen Tal unweit der Brennerautobahn liegt ein naturbelassenes Gebiet, an dem die meisten Reisenden schnell vorbeirauschen. Bewirtschaftete Hütten findet man kaum, dafür intakte Wasser- und Almenlandschaften. Auch für Familien ist die Region ein kleines Paradies. Von Kennern gern als das "Kanada" Tirols bezeichnet.

Sand gegen See

Nordholland – Vor Petten aan Zee ist eine traumhafte Dünenlandschaft entstanden, die gleichzeitig einen „natürlichen“ Deich gegen den steigenden Meeresspiegel bildet. Eine Reise an die nordholländische Küste ist damit noch reizvoller.

Wellness mit Weitsicht

Mawell Resort – Das Mawell Resort in Langenburg setzt ganz auf die wohltuende Atmosphäre, die natürliche Baumaterialien und der allgegenwärtige Panoramablick auf eine intakte Kulturlandschaft erzeugen. So vereint das Hotel den Nachhaltigkeits- mit dem Wellnessgedanken.

© 2014 - 2020 GWEN Magazine