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    Nora und Max Bassiner mit ihrer 400 Kilo schweren mobilen Café-Bar
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    Mobile Café-Bar in Köln: „Immer freudige Zuschauer“
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    Es gibt viele Beispiele für Unternehmen, die auf das Lastenrad setzen.
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    In einer verstopften Innenstadt mit Parkplatznot bietet das Fahrrad eine schnelle Alternative.
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    Lastenräder gehören in Berlin, Hamburg, Köln, München und Braunschweig (unser Bild) längst zum Stadtbild.
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    Ulrich Soénius und Ulf Reichardt (von links), die beiden Geschäftsführer der IHK Köln, sehen Lastenräder als schnelle Alternative für den Transport von Mensch und Ware.
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    Bei IKEA in Hamburg-Altona können Kunden kostenlos Lastenräder für den Möbeltransport ausleihen.
21.04.2016|Mobilität
Lastenfahrräder

Pluspunkte überwiegen

Lastenfahrräder – Sie benötigen kaum Parkfläche, sind unabhängig vom Stau und fahren ganz ohne Benzin. Lastenräder gehören in Berlin, Hamburg, Köln und München längst zum Stadtbild. Nun entdecken immer mehr Firmen das umweltfreundliche Transportmittel.

„Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt Ulrike Saade vom Berliner Unternehmen Velokonzept. Saade organisiert mit ihrem Team Messen und Fachkongresse und ist in ihrem Element, wenn es um Lastenfahrräder geht. Diese seien an sich ja nichts neues, sagt sie. „Sie erhalten jetzt durch den Elektroantrieb eben neuen Anschub.“ Saade erledigt in der Hauptstadt selbst alles mit dem Rad. Für sie hat das Prinzip Lastenrad auf jeden Fall Zukunft.

Möbeltransport per Fahrrad

Es gibt viele Beispiele von Unternehmen, die auf das Lastenrad setzen. In Hamburg-Altona etwa können Kunden des schwedischen Möbelhauses IKEA Lastenräder für den Möbeltransport ausleihen. Es ist bislang das einzige Haus mit diesem Service, wie Simone Settergren von IKEA Deutschland gegenüber GWEN Magazine sagt. „Das liegt daran, dass unser Einrichtungshaus in Altona eine einmalige Lage mitten in der Stadt hat und die meisten Kunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Einkaufen kommen.“

Um trotzdem größere Möbelstücke transportieren zu können hat das Haus ein Lieferkonzept erstellt, das sicherstellen soll, dass der Transport von größeren Einkäufen nachhaltig, günstig und zeitnah erfolgen kann. Es beinhaltet einen Fahrradkurier-Service auch für größere Möbel sowie das Ausleihen eines Lastenfahrrades. Während der Kurierservice ab 9,90 Euro zu haben ist, ist die Ausleihe des Lastenrades kostenlos. Das Angebot werde rege in Anspruch genommen, man denke deshalb darüber nach, diesen Service auch in anderen Städten anzubieten.

Mobile Café-Bar

Die mobile Café-Bar von Nora und Max Bassiner aus Köln etwa ist ein dreirädiges Fahrrad der Marke Eigenbau. Für das junge Paar war es von Anfang an klar, dass sie ihre mobile Café-Bar mit einem Lastenrad durch Köln fahren werden. „Da wir ausschließlich Bioprodukte verwenden, fanden wir es nur logisch, den mobilen Kaffeestand auf einem umweltfreundlichen Fahrgestell, wie einem Fahrrad, umzusetzen“, sagt Max Bassiner gegenüber GWEN Magazine.

Da hätten sie allerdings noch nicht gewusst, dass das fertige Lastenrad mit Kaffeemaschine und allem drum und dran etwa 400 Kilo wiegt. „Man kann das Kaffee-Fahrrad aus eigener Antriebskraft bewegen. Das war ja auch unsere Absicht. Es gibt auf jeden Fall immer freudige Zuschauer, die auf der Straße stehen bleiben, wenn wir früh morgens mit dem drei Meter langen Transportfahrrad zum Biomarkt fahren“, sagt Max Bassiner mit einem Augenzwinkern.

Testfahrt auf dem E-Bike

„Das fährt sich wie mit Rückenwind!“, lautete dagegen im Mai 2014 das Resümee von Ulrich Soénius, IHK-Geschäftsführer in Köln. Zugegeben Soénius musste sich nicht so sehr abstrampeln. Er saß auf einem E-Bike. Für ihn ein Gefährt, dass man als gewerbliches Fahrzeug in der Innenstadt verwenden sollte, wie er nach der Testfahrt auf dem Vorplatz der Industrie- und Handelskammer sagte.

Die größte Herausforderung sieht er darin, den richtigen Mix aus herkömmlichen Lieferfahrzeugen und den neuen Lastenrädern herzustellen. Die Kapazität eines Fahrrads sei im Vergleich zu einem Lieferwagen eben begrenzt. Doch die Pluspunkte überwiegten: In einer verstopften Innenstadt mit Parkplatznot bietet das Fahrrad eine schnelle Alternative für den Transport von Mensch und Ware – und der Umweltschutz sei inklusive.

Ein guter Weg für eine flexible Infrastruktur

Zu einer modernen und flexiblen Infrastruktur in der Innenstadt gehören nach Ansicht der IHK Köln nicht nur schnelle Datenautobahnen, sondern ebenso flexible und zukunftsgerichtete Verkehrsmittel. Der Autoverkehr komme in den Städten an seine Grenzen und die Nutzung von E-Mobilität und Lastenrädern sei ganz sicher ein guter Weg, der außerdem dazu führen könne, dass die Innenstädte attraktiver und sauberer werden.

Wer sich kein eigenes Lastenrad anschaffen möchte, kann sich mit ein bisschen Glück eines auf der kostenfreien Internet-Plattform velogistics.net leihen.

Akzeptanz hat sich deutlich erhöht

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat im Rahmen eines vom Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz geförderten Projekts das Thema Lastenrad in den Fokus gerückt. Mit Hilfe des Projekts Lasten auf die Räder! habe sich die Wahrnehmung und Akzeptanz noch einmal erhöht, wie VCD-Sprecher Simon Hüther sagt. „Erstmals haben wir E-Lastenräder zum Beispiel auch auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014 präsentiert“, fügt er hinzu. Mittlerweile hätten auch kleinere Kommunen Interesse an den kommerziellen Einsätzen der Lastenräder. Das Projekt wurde zwar Ende letzten Jahres beendet, das Engagement, das der VCD dem Thema widmet, ist aber noch lange nicht erloschen. swa

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