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26.06.2018|Mobilität
Nachhaltige Mobilität

Per Anhalter über die Dörfer

Mitfahren – Auf den ersten Blick haben die Eifel, das Siebengebirge, der Schwarzwald und der Niederrhein nicht wirklich etwas gemein. In punkto Mobilität aber setzen sie alle auf diesselbe Art der alternativen Fortbewegung. Mitfahrerbänke ergänzen dort das oft dürftige ÖPNV-Angebot.

Auf den ersten Blick haben die Eifel, das Siebengebirge, der Schwarzwald und der Niederrhein nicht wirklich etwas gemein. In punkto Mobilität aber setzen sie alle auf diesselbe Art der alternativen Fortbewegung. Mitfahrerbänke ergänzen dort das oft dürftige ÖPNV-Angebot.
Genauso wie es sich anhört, ist es auch. Wer Platz nimmt auf einer dieser Mitfahrerbänke, wird von einem vorbeifahrenden Pkw mitgenommen. So weit die Idee. In einigen Gemeinden dauert es ein wenig, bis das Angebot angenommen wird. In der Eifel auf rheinland-pfälzischer Seite, dort, wo die Bank ihren Ursprung hat, ist man bereits einige Schritte weiter. Das Projekt ist etabliert und es läuft sehr gut, wie Initiatorin Ursula Berrens dem gwen-Magazin erzählt. Wichtig sei es, eine solche Bank an einer Hauptverkehrsader zu installieren. „An einer wenig befahrenen Straße macht sie ja keinen Sinn“, sagt Berrens dazu.

 

Busse fahren nur sporadisch oder gar nicht

„Wir waren die ersten, die eine Mitfahrerbank aufgestellt haben. Das ist nun ein paar Jahre schon her“, sagt Berrens. Auf dem Land, und das gilt nicht nur für die Eifel, ist es oft schwer ins nächste Dorf zu gelangen. Der Bus fährt nur sporadisch und manchmal sind die Orte überhaupt nicht durch den Öffentlichen Nahverkehr miteinander verbunden. Eine Schwachstelle, vor allem für ältere Menschen, aber auch alle, die keinen eigenen Pkw besitzen.
Berrens lebt in der kleinen Eifelgemeinde Speicher. Knapp 3000 Einwohner zählt der Ort. Speicher liegt in der Tal-Mitte, sternförmig teilen sich die anderen Ortschaften ab. Eine große Distanz liege nicht dazwischen aber die Strecke gehe halt ständig bergauf und -ab. Sogar einen Bahnhof hat Speicher. „Mit einer guten Verbindung nach Köln und Trier“, sagt Berrens. Das Manko, Bus und Bahn sind nicht wirklich miteinander abgestimmt. Und der Weg führt durch den Wald. „Der Weg ist zwar beleuchtet aber für viele in der Dunkelheit auch ein Angstraum“, erklärt Berrens die Beweggründe für die Mitfahrerbank weiter.

 

Treffpunkt für spontane Fahrgemeinschaften

Letztendlich ist eine Mitfahrerbank ähnlich wie per Anhalter zu fahren. Mit dem Unterschied, dass die Menschen, die sie nutzen sich meist kennen. Die Orte sind klein, irgendwann laufen sich alle einmal über den Weg. Deshalb werde das Angebot auch sehr gut angenommen. „Die Mitfahrerbank ist ein Treffpunkt für spontane Fahrgemeinschaften. Im Unterschied zum Trampen setzt das Konzept auf das enge soziale Geflecht des ländlichen Raums. Wer nicht mit einem Fremden fahren möchte, der wartet einfach, bis ein bekanntes Gesicht anhält“, sagt Berrens.
Viele Gemeinden folgen dem Beispiel aus dem Eifeldorf. In Alpen oder Xanten am Niederrhein etwa wurde erst vor wenigen Monaten eine Mitfahrerbank aufgestellt. Und auch in Bad Honnef am Siebengebirge steht eine seit einem gutem Jahr. Kippenheim im Schwarzwald hat erst jüngst eine Bank aufgestellt. Die Bänke sind meist speziell gekennzeichnet. Ein Schild weist aufs Ziel hin. An einer Halterung befinden sich verschiedene Richtungsschilder. Wer mitfahren möchte, muss diese einfach umklappen und warten bis jemand anhält. Berrens rät jedem, zu schauen, ob ihm der Fahrer vertrauenserweckend erscheint, gleiches gilt natürlich für denjenigen, der anhält.

 

Dienst für die Umwelt

Das Prinzip ist einfach und noch dazu ein Dienst für die Umwelt. So sieht es das Städtchen Bad Honnef. Die Erfahrungen auch in anderen Regionen hätten gezeigt, dass die Nutzer sich schon oft bei der Hinfahrt über die Rückfahrt verständigen. Auf diese Weise könnte sogar eine regelmäßige Fahrgemeinschaft entstehen. (sw)

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