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    Grundsätzlich sollte jede Patientin die Hormontherapie individuell mit dem Frauenarzt besprechen.
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    Hormonersatztherapie sollten nur durchgeführt werden, wenn sich Wechseljahresbeschwerden anders nicht zu kontrollieren lassen – und dann möglichst kurz.
20.10.2016|Gesundheit
Hormonersatztherapie

Widersprüchliche Studien

Hormonersatztherapie − Die Hormonersatztherapie verspricht Frauen Abhilfe bei Wechseljahresbeschwerden. Allerdings streiten die Experten noch darüber, ob die Behandlung wirklich ungefährlich ist.

Vor über zehn Jahren verschrieben die meisten Frauenärzte ihren Patientinnen munter Hormonpräparate – gegen Hitzewallungen und für Jugendlichkeit. Außerdem sollten die Östrogen- und Gestagentabletten Herz und Gefäße schützen, denn schließlich sinken die weiblichen Hormone in den Wechseljahren ab und zugleich steigt das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt.

Einen ersten herben Dämpfer erfuhr dieses Vorgehen schon im Jahre 2002. Damals brachte die große US-Studie Women’s Health Initiative ans Licht, dass Östrogen und Gestagen in den Wechseljahren offenbar das Risiko für Gefäßveränderungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Brustkrebs erhöhen. Die Forscher errechneten, dass zusätzlich acht Frauen an Brustkrebs erkranken und acht weitere einen Schlaganfall erleiden, wenn 100.000 Frauen ein Jahr lang Hormone anstatt eines Scheinmedikaments einnehmen. Lediglich vor Osteoporose und Darmkrebs schützten die Hormone.

Dänische Studie mit völlig anderem Ergebnis

Seitdem gilt: die Hormonersatztherapie nur durchführen wenn sich Wechseljahresbeschwerden anders nicht zu kontrollieren lassen – und dann möglichst kurz.

Der Forschungseifer auf diesem Gebiet ist aber nach wie vor ungebrochen – und eine neue Studie aus Dänemark kommt zu einem völlig anderen Ergebnis: Zehn Jahre Östrogentherapie hatten bei über 1.000 Frauen die Sterblichkeit gesenkt, ohne das Risiko für Krebs oder Schlaganfälle zu erhöhen.

Auch die Amerikanische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtsheilkunde hat im Sommer 2013 ihre Empfehlungen zur Hormonersatztherapie (HRT) aktualisiert: „Neue Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass die HRT bei jüngeren Frauen, die gerade erst in die Wechseljahre gekommen sind, das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt nicht erhöht“, heißt es darin. Also sei eine HRT zumindest bei Frauen, die seit wenigen Jahren keine regelmäßige Regelblutung mehr haben, durchaus zu empfehlen.

Erklärungsversuche

Wie aber lassen sich solch widersprüchliche Ergebnisse erklären? Wahrscheinlich seien die Unterschiede durch die verschiedenen Populationen von Frauen zu erklären, die jeweils in den Studien untersucht wurden, vermuten Experten.

Während die US-Studie von 2002 Frauen in einem Durchschnittsalter von 63 Jahren mit (beginnenden) Herz-Gefäß-Krankheiten einschloss, untersuchten die Dänen eher gesunde Frauen zwischen 45 und 58 Jahren in den Wechseljahren. Möglicherweise gibt es also eine besonders günstige Zeit für die Einnahme der Präparate: Es gebe Hinweise auf eine Zeit-Hypothese – also die Annahme, „dass kurz nach Beginn der Menopause kein erhöhtes Risiko für Herz und Gefäße durch die HRT besteht“, schreibt die US-Gesellschaft für Gynäkologie.

Wie außerdem die KEEPS-Studie offenbarte, hatten die Hormone keinen negativen Effekt auf Gefäße und Herz. Zudem blieben Krebsfälle bei Frauen mit einem mittleren Alter von 53 Jahren selten, die erst in den zwei vorangegangenen Jahren ihre Menopause erlebt hatten.

Die Experten streiten weiter

Ob es diesen günstigen Zeitraum für die Hormonersatztherapie tatsächlich gibt und wie lange er andauert, sollen die Ergebnisse der laufenden ELITE-Studie klären. Eine im Sommer 2013 publizierte Übersichtsarbeit spricht allerdings von einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, das grundsätzlich bei HRT gelte.

Die Experten sind sich also weiterhin uneins. In jedem Fall sollten aber Frauen, die schon einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Brustkrebs hatten oder ein erhöhtes Risiko dafür tragen, auf die Hormone verzichten. Hingegen können Frauen ohne Risikofaktoren vielleicht recht sicher ein paar Jahre lang Hormonpillen schlucken, wenn sie Wechseljahresbeschwerden haben.

Grundsätzlich sollte jede Patientin die Hormontherapie jedoch individuell mit dem Frauenarzt besprechen. Bedeutsam ist beispielsweise, ob nur Östrogene oder auch Gestagene verschrieben werden, weil sich dies auch auf Gebärmutterkrebs auswirkt. Aber vor einer eventuellen Pillengabe heißt es: Gesunde Ernährung und ausreichend Sport schützen Herz und Gefäße und beugen auch Brustkrebs vor. Susanne Meinrenken

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