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    Der Pflegeroboter Care-O-bot, entwickelt am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart, holt auf Wunsch Getränke aus der Küche, ...
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    Ein weiterer Prototyp ist das Verbundforschungsprojekt LebensPhasenHaus in Tübingen.
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    ... stellt sie auf sein Tablett ...
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    Auch Videotelefonate mit Freunden und Verwandten ermöglicht der Care-O-bot.
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    ... und überreicht sie der Nutzerin.
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    Der Care-O-bot überträgt aber auch die Ergebnisse vom Blutdruckmessen an das Service Center, ...
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    ... oder ruft um Hilfe, wenn sein Schützling gestürzt ist.
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    Rolland, der intelligente Rollstuhl im Bremer Ambient Assisted Living Lab (BAALL) reagiert auf Sprachbefehle und unterstützt seinen Nutzer beim sicheren Fahren, Bremsen, automatischen Ausweichen oder Umfahren von Hindernissen.
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    Die Gesichtserkennung macht's möglich: Die Höhe von Waschbecken und Spiegel passt sich im BAALL automatisch an die Körpergröße des Benutzers an.
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    Der intelligente Kleiderschrank im BAALL macht Vorschläge zur Wahl der Kleidung und berücksichtigt dabei unter anderem die Wettervorhersage oder den Anlass.
26.05.2016|Gesundheit
Leben im Alter

Tour durch die Zukunft

Leben im Alter – das wollen die allermeisten Menschen selbstbestimmt und in ihrer gewohnten Umgebung. Damit das möglich ist, werden Wohnungen künftig wohl über intelligente Systeme verfügen. Eine Tour durch eine gar nicht so ferne Zukunft.

Herbert K. würde jetzt gern an seinem Schreibtisch arbeiten. Also wählt er das Szenario „Schreibtisch“ auf dem Display seiner Fernbedienung. Der Rollstuhl fährt ihn hin. Die Tür zum Arbeitszimmer wird automatisch geöffnet, die Schreibtischlampe eingeschaltet, die Lichter im Schlafzimmer, das er gerade verlässt, gelöscht. Wer alt, krank oder einfach nur bequem ist, wird die Funktionen solcher intelligenten Wohnungen nutzen, die uns in Zukunft begleiten werden.

Roboter als Butler

„Wohnen und Pflege in der gewohnten häuslichen Umgebung bieten für einen immer größer werdenden Anteil der Bevölkerung eine attraktivere Alternative zur stationären Unterbringung“, beschreibt Reiner Wichert vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt die Grundlage seiner Forschungsarbeit, die intelligente Wohnumgebungen zum Ziel hat.

Dabei denken viele sicher an Hausroboter, die flink, gelenkig und möglichst vertrauenserweckend im Wohnzimmer umherfahren und allerlei Dinge erledigen sollen, wie etwa der Care-O-bot, der vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart entwickelt wurde und beispielsweise als „Roboter-Butler“ dienen könnte.

Solche technischen Assistenzsysteme werden es in Zukunft den Menschen ermöglichen, so weit wie möglich selbstbestimmt in ihrer gewohnten Umgebung leben zu bleiben. Denn realistischerweise wird es angesichts des knappen Wohnraums und der begrenzten finanziellen Mittel der meisten Menschen kaum möglich sein, barrierefreien Wohnraum und Pflegepersonal für alle Bedürftigen zur Verfügung zu stellen.

Intelligente Wohnungen

Intelligente Systeme müssen in Wohnungen für Senioren oder körperlich beeinträchtigten Menschen möglichst unauffällig untergebracht sein. Sie sollen da sein, ohne zu stören. Aber wie wird das aussehen? Prototyp eines solchen Zuhauses ist das in Bremen ansässige Ambient Assisted Living Lab, eine rund 60 Quadratmeter große Wohnung innerhalb des Forschungsgebäudes Cartesium der Universität Bremen.

Ein weiterer Prototyp ist das Verbundforschungsprojekt LebensPhasenHaus in Tübingen. Gemeinsam wollen dort Wirtschaft und Wissenschaft im Verlauf von zehn Jahren barrierefreie Wohn- und Freiraumkonzepte, altersgerechte Assistenzsysteme und die damit einhergehenden Dienstleistungen, digitale Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die intelligente Vernetzung der Systeme testen und für die Öffentlichkeit erlebbar machen.

Taxifahrer Rolland

„Guten Tag Rolland“, kann man in Bremen zu dem intelligenten Rollstuhl sagen; „Guten Tag“ meldet sich die integrierte Sprach-Software zurück. Rolland ist bereit. „Bitte fahre mich in die Küche“, lautet der Auftrag. „Ich fahre dich in die Küche“, antwortet Rolland und setzt Sensoren und Motoren in Gang, ohne dass sein Fahrer sich weiter bemühen muss. Nach kurzer Orientierung fährt Rolland langsam, aber konsequent vorwärts, dreht ein wenig, um genauer durch den Türrahmen zu passen, und steuert auf den Küchentisch zu.

Wie vernetzt die Systeme der Wohnung arbeiten können, zeigt das sogenannte Pizza-Szenario: Auf die Bitte „Ich möchte eine Pizza essen“ rollt Rolland vom Schlafraum in die Küche, lässt die Türen hinter sich schließen, fährt Küchenschrank und Mikrowelle herunter, damit sein Fahrer sich einen Teller nehmen und die Pizza aufwärmen kann. Zwischendurch beantwortet der Rollstuhl noch die Frage, wo die Pizza sei: „Die Pizza ist im Kühlschrank, ich fahre dich zum Kühlschrank.“ Schließlich liegt die fertige Pizza dampfend auf dem Teller.

Senioren und Sensoren

Ganz andere Bedürfnisse als geistig klare Rollstuhlfahrer haben demente Patienten, die aber noch sehr beweglich sind. Hier sind Pfleger gefordert, ein sicheres Wohnen zu gewährleisten, selbst wenn die vergesslichen Senioren am liebsten noch eigenständig kochen möchten. Damit die anbrennende Milch trotzdem keinen Großbrand verursacht, wurden spezielle Sicherheitssysteme entwickelt: Schlägt der Rauchmelder in der Küche Alarm, schaltet sich der Herd automatisch aus, und der Pfleger erhält eine SMS.

Im Fußboden eingelassene Sensoren können es melden, wenn ein Patient gestürzt ist. Solche Konzepte wurden in einem Pflegeheim der Firma Alpha, einer Tochter des katholischen Sozialwerks St. Georg in Duisburg, verwirklicht. Dazu gehören auch einfache Dinge wie Bewegungssensoren, die dafür sorgen, dass das Licht angeht, wenn ältere Bewohner nachts aufstehen.

Das technische Knowhow für solche Wohnumgebungen liefert das Fraunhofer -inHaus-Zentrum in Duisburg, das im Frühjahr 2016 bereits sein 15-jähriges Bestehen feiert. Auch Toiletten, die die Laborwerte ihrer Nutzer an eine Auswertungszentrale schicken, gibt es – zumindest in Japan – schon.

Spiegel erinnert an Tabletten

Ein weiteres Ziel der Forscher ist es, durch intelligente Systeme mehrere Generationen problemlos miteinander wohnen zu lassen. Kernstück ist der intelligente Spiegel: Während dieser Kindern über eine Art Display signalisiert, ob sie schon lange genug die Zähne geputzt haben, macht er Opa darauf aufmerksam, dass er seine Tablette noch nicht genommen hat. Auch wenn er nach einem Schlaganfall nur noch eine Seite von sich und der Umwelt wahrnimmt, könnte ihm ein solcher Spiegel helfen.

All das befindet sich im Moment noch im Stadium eines Prototyps. Es wird weiter entwickelt, erforscht – und der Frage nachgegangen, welche dieser vielen verschiedenen Ansätze denn in naher Zukunft machbar sein werden. Noch wichtiger aber ist: Inwieweit sind ältere Menschen überhaupt bereit, intelligente Begleiter zu akzeptieren? Wer sorgt für die Sicherheit der ausgewerteten Daten? Wer bekommt diese zu sehen? Wer ist verantwortlich, wenn die Steuerungen versagen? Immerhin geht es nicht nur um die technische Machbarkeit, sondern vor allen Dingen um Menschen. tk

Zurück zu den Wurzeln

Gesunde Nahrung – Früher war alles besser. Was die ältere der jüngeren Generation gerne mit auf den Weg gibt, trifft für unseren Konsum allemal zu. Alte Gemüse- und Obstsorten aber auch alte Tierrassen erleben ein Comeback.

Zu Schade zum Wegspülen

Abfallentsorgung − Kot und Urin enthalten wertvolle Rohstoffe: Kompost-Toiletten können natürliche Kreisläufe schließen und dabei auch noch Energie sparen.

Einfach mal abschalten

Auszeit – Dauerhafter Stress zermürbt. Die Psyche leidet und die Gesundeit auch. Regelmäßige Auszeiten können helfen, zur Ruhe zu kommen und seine Probleme neu zu ordnen. 

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