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    Fußgesunde Schuhe sind lässig und haben auch einen urbanen Chic: Das Image wandelt sich. Im Bild: Barfußschuhe von Vivobarefoot.
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    Frank W. Demann hat zusammen mit seiner Frau Cindy ein Konzept für fußgesunde Schuhe entwickelt.
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    Wurde für jede Laufart, sogar für Squash, Crossfit und Parcours entwickelt: Das Modell Motus hat ein Profil mit kleinen Noppen.
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    Im Alltag und Geschäftsleben braucht man auf Barfußschuhe nicht verzichten.
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    Leguano bietet Barfußschuhe mit einem textilen Obermaterial an. Damit fühlt man sich noch schuhloser als in anderen Modellen.
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    Barfußschuhe liegen im Trend. Und das ist gut so. Farben und cooles Design machen Lust darauf. Die Bär Schuhmanufaktur bietet mit der Joe Nimble-Kollektion Schuhe an, die zumindest barfußnahes Laufen ermöglichen. Sie sind etwas fester und schwerer.
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    Im Shop von Leguano kann man über Scherben laufen. Es passiert nichts.
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    Es gibt mittlerweile fast alle Schuharten als Barfußschuh - vom Laufschuh bis zum Ballerina.
13.05.2015|Gesundheit
Besser laufen

Tango tanzen im Barfussschuh

Besser laufen - Was ist dran an Barfußschuhen? Bringen sie uns tatsächlich eine natürliche, anmutige und gesunde Gangart zurück? GWEN-Autorin Heike Bering hat sich damit beschäftigt und Barfußschuhe ausprobiert. Ihr Fazit: Es lohnt sich. Man hat viel mehr Lust darauf, sich zu Fuß zu bewegen.

Wenn man sich von High Heels verabschiedet oder herkömmliche Laufschuhe gegen Schuhe mit Nullabsatz tauscht, kann man sich öfter mal spöttischer, aber auch neugieriger Kommentare sicher sein. Ich meine: Das muss man aushalten. Und sich an ein neues Laufgefühl gewöhnen. Obwohl ich meist flache Absätze trage und mich zuhause das ganze Jahr über auf nackten Fußsohlen bewege, war es das erste Mal eine ganz neue Erfahrung mit einem Barfußschuh. Es fühlt sich anfangs ungwohnt nackt an, vor allem, wenn man auf die Straße geht.

So fühlt sich ein Barfussschuh an

Die Sohle wirkt stabil, trotzdem spürt man jeden Stein und jede Veränderung des Untergrunds. Es ist ein riesiger Unterschied, über eine Wiese zu laufen oder auf Schotterwegen. Man muss aufpassen, wohin man tritt. Bisher bin ich oft mit Musik im Ohr gelaufen und die Füße haben sich wie von selbst bewegt. Das ist mit einem Barfußschuh anders: Er fordert einen. Man muss sich darauf konzentrieren, nicht mehr so hart auf der Ferse zu landen. In einem herkömmlichen Schuh wird der Druck auf die Ferse gedämpft, aber bei einem Barfußschuh eben nicht. Landet man mit seinem Gewicht zuerst auf der Ferse, geht das wie ein unangenehmer Stoß durch den ganzen Körper.

Happy Feet – am besten barfuss. Oder mit Minimalschuhen.

Sehr anschaulich schildert dieses Empfinden auch der Faszientherapeut und Autor Frank W. Demann in seinem Buch „Happy Feet“, in dem er zum Teil recht bissig, aber durchaus zutreffend verschiedene Gangarten und Fehlhaltungen unter die Lupe nimmt. Zusammen mit einer Schuhmanufaktur in der Nähe von Leipzig hat er ein Konzept für einen fußgesunden Schuh entwickelt, darunter sogar Modelle für formelle Anlässe und den beruflichen Alltag. „Während eine Vielzahl der Menschen beim Gehen mit der Ferse den Boden zuerst berührt, ist der ursprüngliche Gang des Menschen der Ballengang. Erlernen Kleinkinder das Laufen, gehen sie die ersten Jahre im Ballengang. Erst nachdem sie schon einige Jahre laufen, schauen sie sich den Hackengang ihrer Mitmenschen ab und übernehmen ihn“, so Demann.

Schuhe mit Absätzen, zu enge Schuhe und Schuhe mit unnachgiebiger Sohle – sie alle tragen zu Fehlhaltungen bei und sind offenbar die Wurzel vieler Probleme mit Wirbelsäule, Knien, Fuß- und Hüftgelenken. Ein amerikanisches Forscherteam an der University of Virginia in Charlottesville hat im Jahr 2010 die Vorteile des Barfußlaufens anhand von Joggern ermittelt. Im Ergebnis zeigte die Laufgruppe in gedämpften Laufschuhen höhere Belastungen und Überbeanspruchung von Fuß- und Kniegelenken als die Gruppe derjenigen, die barfuß aufs Laufband gingen.

Die neue Gangart – achtsamer und vielseitiger

Ein Barfußschuh bringt einen tatsächlich zu einer anderen Lauf- beziehungsweise Gangart: Im Gegensatz zum erworbenen Hackengang in herkömmlichen Schuhen wird der Vorderfuß aktiv und man nimmt mit den Zehen den Boden wahr, das fühlt sich erstaunlich gut an. Der Gang wird leichter, so ähnlich, als würde man beginnen, zu tanzen. Es ist anfangs anstrengender, aber man fühlt sich beweglicher. Es hat etwas – und hier passt der so strapazierte Begriff – mit Achtsamkeit zu tun. Auch meine Geschwindigkeit hat sich verändert. Das Tempo ist beim Joggen etwas langsamer geworden, und der Wechsel vom Joggen zum Walken ist in Barfußschuhen sehr angenehm, insgesamt empfinde ich das Laufen als weniger monoton und vielseitiger.

Was ist eigentlich ein Barfussschuh?

Ein Barfußschuh oder ein Minimalschuh ist ein flacher Schuh; man spricht auch von einem Nullabsatz-Schuh. Dahinter steht das Konzept, dass gepolsterte und gedämpfte Schuhe für eine Fehlhaltung und übermäßige Belastung der Gelenke verantwortlich sind und nur mit einer absolut flachen Sohle eine natürliche, gesunde und sowohl die Wirbelsäule als auch die Gelenke entlastende Gangart eingenommen werden kann. So, wie es dem natürlichen Laufen ohne Schuhe entspricht. Während eine konventionelle Schuhsohle vergleichsweise steif und in der Regel zu schmal ist, sind die Sohlen von Barfußschuhen dünn, beweglich und bieten den Zehen ausreichend Spielraum; manche Modelle haben eine Sohle, die nur 1,5 Millimeter dick ist.

Einen Barfußschuh kann man in die Hand nehmen und dessen Enden zusammenbiegen (und zumindest in der Handtasche dabei haben, wenn man mal auf einen Auftritt in High Heels nicht verzichten will...). Auf dämpfende und stützende Materialien wird verzichtet. Weil man in einem Barfußschuh wie beim Barfußlaufen auch zuerst mit dem Ballen oder dem Mittelfuß aufsetzt, wird der erste Aufprall bereits mit dem Vorderfuß abgefedert und damit unter anderem das Knie weniger belastet.

Barfussschuhe bei Kälte und Nässe

Es gibt wasserdichte und mit Innenfutter ausgestattete Barfußschuhe, zum Beispiel von Vivobarefoot, Senmotic oder von Joe Nimble, einer eigenen Kollektion der Bär Schuhmanufaktur. Wer sich für das Barfußlaufen in Fünfzehenschuhen entscheidet, kann zum Schutz vor Kälte passende Zehensocken tragen.

Semy Gutmann, die mit ihrem Mann zusammen in der Tübinger Innenstadt im Sommer 2014 einen Laden speziell für Leguano-Barfußschuhe eröffnet hat, stellt fest: „Die Barfußschuhe werden immer beliebter und die Leute haben viele Fragen zum Barfußlaufen, wenn sie in unseren Laden kommen. Manche werden auch von ihrem Physiotherapeuten zu uns geschickt.“ Gutmann ist Europameisterin für orientalischen Tanz und zum Barfußschuh gekommen, weil sie etwas für ihre stark beanspruchten Füße tun wollte. Sie ist mittlerweile so überzeugt davon, dass sie demnächst eine Tangogruppe gründen will. Getanzt wird in Barfußschuhen.

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