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    Eine Mitarbeiterin im Labor
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    Timo Koch mit einem zuckerfreien Produkt
16.08.2018|Gesundheit
Kalorienfreier Zucker

Schlemmen ohne Kalorien

Es klingt wie ein Traum. Als die Nachricht aus dem Kölner Hause Pfeifer und Langen die Öffentlichkeit erreichte, einen kalorienfreien Zucker auf den Markt zu bringen, freuten sich die Verbraucher. In Japan seit 2010 zugelassen, ist für Deutschland ein solches Produkt absolutes Neuland.

Es wird Zeit, dass wir auf Zucker verzichten. Spätestens seit in der Politik über eine Zuckersteuer diskutiert wurde. Der Grund ist mittlerweile landauf landab sichtbar. Die Deutschen werden immer dicker. Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen sind die Folge. Ebenso die imensen Kosten, die auf das Gesundheitssystem zurollen. 

Da klingt die Nachricht von dem zum Traditionsunternehmen Pfeifer und Langen gehörende und neugegründete Start-up Savanna Ingredients aus der Zuckerrübenregion Elsdorf bei Köln wie ein Heilsbringer. Erste kleine Mengen kann das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits produzieren. Und der Zulassungsprozess läuft auch schon.

 

Optisch kaum von Haushaltszucker zu unterscheiden

Allulose heißt der Stoff, aus dem künftig die süßen Träume gemacht werden sollen. Optisch lässt er sich nicht von normalen Haushaltszucker unterscheiden. Geschmacklich offenbar auch nicht, wie zumindest das Unternehmen behauptet. In kleinen Mengen kommt Allulose auch in der Natur vor, etwa in Datteln. Um ihn in großen Mengen produzieren zu können, musste jedoch ein Mechanismus gefunden werden. 

„Wir haben uns den Weg der Natur zugänglich gemacht und ein Verfahren entwickelt, echten Zucker ohne Kalorien in großem Maßstab aus Rübenzucker herzustellen, sagt Savanna-Geschäftsführer Timo Koch. Dieser Prozess sei hochkomplex. Ein Patent hat die Firma bereits angemeldet. Im Detail lüftet Koch das Geheimnis nicht nur soviel vrrät er: „In dem Verfahren veredeln wir den natürlichen Rübenzucker, indem wir seine Molekülstruktur weiter entwickeln, ja verschlüsseln und die Kalorie gewissermaßen 'verkapseln'. Unser Körper erkennt beim Stoffwechsel die Allulose nicht mehr als Energielieferant. Sie dockt im Körper nicht mehr an, sondern die Kalorien werden gewissermaßen ausgeschieden. Wissenschaftlich heißt dieser kalorienfreie Zucker Allulose."

 

Allulose wirkt wie klassischer Zucker in Produkten

Der wesentliche Unterschied zu bisherigen Ansätzen einen alternativen Zucker herzustellen ist, wie Timo Koch erklärt, dass Allulose tatsächlich echter Zucker ist. Gewollt sei es immer gewesen, die Eigenschaften des Zuckers zu behalten und nur die Kalorien los zu werden. Tatsächlich haben die bisherigen Konzepte nur die „Süße“ des Zuckers imitiert. Alle anderen technologischen Eigenschaften, wurden vernachlässigt und konnten nicht erfüllt werden. Was Koch meint, ist zum Beispiel die Bräunung von Backwaren, das Mundgefühl in Getränken oder die konservierende Wirkung in Fruchtzubereitungen sowie die geschmacksverstärkende Wirkung. „Mit Allulose ersetzt man erstmals einen Zucker durch Zucker. Der einzig relevante Unterschied sind die Kalorien, so dass der Konsument die Wahl ohne nennenswerte Einschränkungen hat“, sagt Koch.

Doch wie gesund ist Allulose? Koch verweist auf Länder wie Korea, Japan und USA. Dort gibt es Allulose längst. Für Europa laufen die toxikologischen und Verträglichkeitsstudien zurzeit. Die Allulose habe einen niedrigen glykämischen Index und werde zum Beispiel keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben.

 

Bisherige Studien belegen positive Effekte

Dr. Cornelia Klug Ernährungswissenschaftlerin an der Dualen Hochschule Heilbronn ist noch ein wenig verhalten, was die Unbedenklichkeit angeht. Bislang gebe es hauptsächlich asiatische und amerikanische Studien, die zumeist an Ratten und Menschen durchgeführt wurden. Aber insbesondere an Menschen fehle noch die Datenmenge. Studien konnten zeigen, dass Allulose möglicherweise die Fähigkeit hat, die Aufnahme von Glucose in den Organismus zu hemmen beziehungsweise zu reduzieren. „Warum die Allulose kaum Kalorien aufweist im Vergleich zur Fructose, welche sich lediglich in einem C-Atom unterscheiden, ist bis dato unklar. Auch im Bereich der Stoffwechselweg sind bislang zu wenige Untersuchungen gegeben“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Betrachte man allerdings einige Studien, weise die Allulose in Tier- und Humanversuchen durchaus auch zahlreiche positive Effekte auf, wie etwa antientzündliche, antihyperglykämische Wirkung und somit der Diabetes Typ 2 Prävention und Verstärkung der postprandialen Fettoxidation. „Hier sind jedoch noch weitere randomisierte Interventionsstudien notwendig, um eine Revolutionierung und Positionierung auf dem Markt zu erzielen“, meint Klug.

Zeit benötigt auch der europäische Zulassungsprozess. Es wird wohl zwei bis drei Jahre dauern bis Allulose in den Supermarktregalen steht. sw

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