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    Ärzte und Patienten überschätzen den Nutzen von Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen gleichermaßen.
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    Die Weltgesundheitsorganisation hat Kriterien zur Beurteilung von Früherkennungsuntersuchungen festgelegt.
10.12.2016|Gesundheit
Früherkennung

Nutzen wird oft überschätzt

Früherkennung – Ärzte und Patienten überschätzen den Nutzen von Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen gleichermaßen. Wer sich sinnlose Behandlungen ersparen will, muss sorgfältig abwägen.

Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen werden häufig mit Sätzen wie „Vorbeugen ist besser als heilen“ beworben. Auf diesen Slogan fallen viele Menschen herein, weil sie hoffen, dass regelmäßige Screenings vor einer Erkrankung schützen.

Das ist eine Fehleinschätzung, wie eine Studie aus den USA zeigt: Dort glauben 60 Prozent der Frauen, eine Mammografie könne in acht Prozent aller Fälle Leben retten. In Wirklichkeit ist die Zuverlässigkeit solcher Untersuchungen viel niedriger. Sie verringern das Risiko, dass eine Frau über 50 Jahre innerhalb von etwa 13 Jahren an Brustkrebs stirbt, nur um ein Prozent.

Aber auch Ärzte sind vor solchen Überschätzungen nicht gefeit. Das Kölner Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bemängelt daher, dass die medizinischen Tests, die bei Früherkennungsuntersuchungen eingesetzt werden, häufig nicht dazu geeignet seien, „eine sichere Diagnose zu liefern.“

Vorsorge kann Krankheiten nicht verhindern – oder sogar schaden

Tatsächlich suchen Ärzte bei Früherkennungsuntersuchungen nicht immer nach einer konkreten Erkrankung, sondern nur nach Risikofaktoren. Doch diese wachsen sich nicht unbedingt zu einer Krankheit aus oder bilden sich sogar von selbst wieder zurück.

Viele Menschen lassen sich deshalb vorsorglich gegen Krankheiten behandeln, die möglicherweise auch so nicht ausbrechen würden. Dabei können Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen auch schaden: Eine Röntgenuntersuchung belastet den Körper mit radioaktiver Strahlung, eine Darmspiegelung kann den Darm verletzen.

In anderen Fällen brechen Krankheiten trotz regelmäßiger Vorsorge aus. Das IQWiG rät deshalb, vor jedem Screening zu prüfen, welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind.

Wann sich Früherkennungsuntersuchen lohnen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Kriterien zur Beurteilung von Früherkennungsuntersuchungen festgelegt, die bei der Entscheidung für oder gegen ein Screening helfen können:

  • Es soll nur auf Krankheiten mit ernsthaften Folgen gescreent werden, sodass die Patienten, die an der Früherkennung teilnehmen, auch einen klaren gesundheitlichen Vorteil davon haben.
  • Es muss eine ausreichend zuverlässige Untersuchungsmethode geben, die selbst nicht schädlich ist.
  • Es muss eine wirksame Behandlung geben, von der nachgewiesen ist, dass sie erfolgreicher ist, wenn sie bereits eingesetzt wird, bevor Beschwerden auftreten.
  • Bürger sollten neutral informiert werden, um für sich persönlich abwägen zu können, ob sie an einer Früherkennungsuntersuchung teilnehmen möchten oder nicht.

Die WHO betont, dass es nicht automatisch von Vorteil ist, eine Krankheit früh zu entdecken. Es muss nachgewiesen sein, dass eine frühe Diagnose und Behandlung zu besseren Ergebnissen führen. Wenn dies nicht der Fall ist, verlängert eine frühe Diagnose unnötig die Zeit, in der jemand in Sorge lebt und behandelt wird, ohne davon zu profitieren.

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