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    Auch die herkömmliche Krebsmedizin setzt auf pflanzliche Wirkstoffe. So sind zum Beispiel Taxane aus der Rinde und den Nadeln von Eiben wirksame Chemotherapeutika, die bei Brust- und Eierstockkrebs zum Einsatz kommen.
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    Die Diagnose Krebs bedeutet für die Betroffenen einen massiven Einschnitt in ihr Leben.
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    Die Filderklinik in Filderstadt-Bonlanden bei Stuttgart gehört zu den wenigen Krankenhäusern in Deutschland, die eine naturheilkundliche Betreuung bei Krebs anbieten.
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    Die meisten Onkologen haben wenig Ahnung von pflanzlichen Wirkweisen und halten Yoga und Ayurveda oft für Schnickschnack.
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    Ayurveda: Manche Kräutermischungen sind in höheren Dosierungen selbst krebserregend oder mit Schwermetallen oder radioaktiven Rückständen verseucht.
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    Akupunktur verringert Schmerzen und Übelkeit während der Krebstherapie.
21.01.2016|Gesundheit
Naturheilkunde bei Krebs

Lebensqualität zurück gewinnen

Naturheilkunde bei Krebs – Viele Tumorpatienten setzen große Hoffnungen in alternative Heilverfahren. Diese allerdings lassen sich oft schwer mit den schulmedizinischen Ansätzen ihrer Ärzte vereinen. Dabei gibt es durchaus Wege, diese beiden Welten miteinander zu versöhnen.

Diagnose Krebs – das bedeutet für die Betroffenen einen massiven Einschnitt in ihr Leben. Operationen, Chemotherapie, Bestrahlung: Die Apparatemedizin wird als kalt und seelenlos empfunden. Daher setzen viele Betroffene auf alternative Heilmethoden. Diese aber lassen sich ideologisch nicht mit den Ansichten der Schulmedizin vereinbaren. Die Patienten stehen vor einem Dilemma.

Dabei sind Natur und Chemie gar keine Gegensätze. Denn auch die herkömmliche Krebsmedizin setzt auf pflanzliche Wirkstoffe. So sind zum Beispiel Taxane aus der Rinde und den Nadeln von Eiben wirksame Chemotherapeutika, die bei Brust- und Eierstockkrebs zum Einsatz kommen.

Nur wenige Modellprojekte

„Nur an wenigen Kliniken in Deutschland gibt es eine gute naturheilkundliche Betreuung“, weiß Jutta Hübner, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft in Heidelberg: etwa das Comprehensive Cancer Center an der Charité in Berlin, das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen in Frankfurt am Main oder die Filderklinik bei Stuttgart.

Als europaweit einzigartiges Modellprojekt gilt die Arbeit der Abteilung für Naturheilkunde und Integrative Medizin an den Kliniken Essen-Mitte. Unter der Leitung des Internisten Gustav Dobos und des Onkologen Sherko Kümmel arbeiten hier Schulmediziner und Naturheilkundler Hand in Hand.

Dass Onkologen nicht nur mit Erfahrung argumentieren können, weiß Kümmel. Daher baut man in Essen eine Experten-Datenbank auf, in der individuelle Therapieempfehlungen für Brustkrebspatientinnen gegeben werden. Noch steckt das Miteinander von schulmedizinischer und alternativer Krebstherapie in den Kinderschuhen. Die meisten Onkologen haben wenig Ahnung von pflanzlichen Wirkweisen und halten Yoga und Ayurveda oft für Schnickschnack.

Viel hilft viel

Der Hamburger Onkologe Ulrich Kleeberg schätzt, dass „drei bis vier von fünf Patienten komplementäre, also ergänzende alternative Medizin nutzen.“ Hohe Dosen an Vitaminen, pflanzlichen Mitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln, so meinen viele Betroffene, könnten helfen, die Krebserkrankung positiv zu beeinflussen.

Mit teilweise schwerwiegenden Folgen. Denn manche dieser scheinbaren Stärkungstherapien haben ungünstige Wechselwirkungen mit Medikamenten, die Laborwerte sind verändert oder es kommt zu veränderten Wirkungen bei Chemo- und Strahlentherapie. Manche Patienten setzen gar auf die Selbstbehandlung mit Kräutern aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Immerhin wurde bei 18 Extrakten nachgewiesen, dass sie die Fähigkeit besitzen, zumindest im Labor Krebszellen zu bekämpfen.

Aber die Mediziner warnen: Manche Kräutermischungen sind in höheren Dosierungen selbst krebserregend, wie die Aristolochiasäure. Viele sind mit Schwermetallen oder radioaktiven Rückständen verseucht. Dabei gibt es eine ganz einfache und wirksame Methode, das Immunsystem anzukurbeln: Bewegung. Egal, ob Rad fahren, wandern oder schwimmen.

Lebensqualität gewinnen

Die Naturheilkunde bei der Krebsbehandlung bewirkt nicht die Vernichtung von Krebszellen, sondern lindert Begleiterscheinungen: „Es gibt viele Tumoren, bei denen sich die Therapiemöglichkeiten nur mühsam verbessern. Ich glaube nicht, dass uns die Alternativmedizin hier bahnbrechende Erfolge bescheren wird. Allerdings kann sie helfen, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern“, sagt der Onkologe Norbert Gattermann vom Universitätsklinikum Düsseldorf. Akupunktur verringert Schmerzen und Übelkeit, die Kombination aus Bewegung und gesunder Ernährung hilft gegen Depressionen und chronische Müdigkeit.

Alle Methoden, bei denen Patienten selbst mitarbeiten können, nehmen ihnen die Ohnmacht und Hilflosigkeit, die sie angesichts der schweren Erkrankung oft beschleicht: „Wenn Patienten eigene Ressourcen aktivieren können, kommen sie besser durch die schwierigen Zeiten“, sagt der Onkologe Markus Horneber vom Klinikum Nürnberg.

Chancen auf Heilung?

Gerade Krebspatienten sind anfällig dafür, unseriösen Naturheilverfahren und ihren Versprechungen, den Krebs zu heilen, zum Opfer zu fallen. Immer wieder gefährden Schwerstkranke ihre Chancen auf Heilung, weil sie die schulmedizinische Therapie zugunsten einer Pseudo-Behandlung abbrechen.

Dabei würde es ihnen viel mehr helfen, wenn sie den Mut hätten, den Arzt auf ihr Bedürfnis nach Naturheilverfahren anzusprechen. Umgekehrt müssen die Schulmediziner von den Alternativmedizinern lernen, ihren Patienten besser zuzuhören, auf sie einzugehen und mit ihnen zu reden. Es muss einfach mehr Zeit für den Menschen geben. tk

Einfach mal abschalten

Auszeit – Dauerhafter Stress zermürbt. Die Psyche leidet und die Gesundeit auch. Regelmäßige Auszeiten können helfen, zur Ruhe zu kommen und seine Probleme neu zu ordnen. 

Schlemmen ohne Kalorien

Es klingt wie ein Traum. Als die Nachricht aus dem Kölner Hause Pfeifer und Langen die Öffentlichkeit erreichte, einen kalorienfreien Zucker auf den Markt zu bringen, freuten sich die Verbraucher. In Japan seit 2010 zugelassen, ist für Deutschland ein solches Produkt absolutes Neuland.

Dem Heißhunger entrinnen

Glykämischer Index – Süßigkeiten und Snacks braucht kein Mensch. Sie liefern häufig die überflüssigen Kalorien, die uns das Leben schwer machen. Dennoch spüren viele Menschen einen Heißhunger darauf.    

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