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04.02.2016|Gesundheit
Ernährungsforschung

Essen gegen den Krebs

Ernährungsforschung – Kann man mit der richtigen Ernähung dem Krebs vorbeugen oder ihn sogar heilen? Eine Vielzahl an teilweise gewagten Diät-Tipps legt das nahe. Aber was hilft wirklich? GWEN-Autorin Ruth Rösch hat sich umgehört.

Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Jeder zweite Mann und mehr als 40 Prozent der Frauen müssen im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose Krebs zurecht kommen. Zu den vier häufigsten Karzinomarten gehören in absteigender Reihenfolge Darm-, Prostata-, Brust- und Lungenkrebs.

Die Rolle der Lebensmittel

Welche Wirkungen haben Lebensmittel auf das Krebsgeschehen? Eine Antwort auf diese einfache Frage ist nur schwer zu geben, weil Menschen ein insgesamt gesundes oder ungesundes Verhalten zeigen. Ein Beispiel: Klaus, 60 Jahre alt, isst regelmäßig viel Gemüse, Salat und Obst. Fleisch kommt dagegen nur ein- bis zweimal pro Woche auf den Tisch. Er treibt Sport, raucht nicht und trifft sich gerne mit Freunden zu gemeinsamen Unternehmungen. Dabei trinkt er gerne mal ein Glas Bier. Glücklicherweise ist er gesund. In seiner Verwandtschaft kommen Krankheiten nur selten vor.

Sag mir, wieviel Du wiegst

Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg ist an einer großen, europäischen Epic-Studie „Gesundheit, Ernährung, Krebs“ beteiligt. Diese erforscht seit 1994 bei einer halben Million Menschen den Zusammenhang von Lebensstil und Tumorerkrankungen. Insgesamt 519.000 Teilnehmer wurden zunächst an 23 Zentren in zehn europäischen Ländern nach ihren Lebensgewohnheiten befragt. Im Anschluss sammelten die Forscher im Schnitt zehn Jahre lang Blut- und medizinische Untersuchungsergebnisse ihrer Probanden und beobachteten so deren gesundheitliche Entwicklung.

Daraus zieht Kaaks heute folgende Schlüsse: „Hauptauslöser für Krebs sind ganz eindeutig Rauchen und Übergewicht. Wenn man über den Zusammenhang von Krebs und Ernährung spricht, dann ist eine der am besten belegten Beziehungen die zwischen Übergewicht und dem Anstieg der Krebserkrankungen. Meine erste Empfehlung lautet daher, dass man Übergewicht vermeiden sollte.“

Was löst Krebs aus?

Der Einfluss der Erzeugungsweise von Lebensmitteln oder ihre Zubereitung – beispielsweise das Grillen von rotem Fleisch – ist laut DKFZ-Experten weniger gut gesichert als häufig angenommen wird. Zum schädlichen Einfluss von falschem Grillen und scharfen Braten gibt es bisher hauptsächlich indirekte Nachweise, obwohl hierbei eindeutig Krebs erzeugende Stoffe entstehen. Auch der Zusammenhang zwischen Krebs und den sogenannten Nitrosaminen, die aus Pökelfleisch oder über stark gedüngtes Gemüse entstehen können, konnte bisher nicht 100-prozentig geklärt werden. Und auch Schadstoffe oder Verunreinigungen in Lebensmitteln spielen bei der Entstehung von Krebserkrankungen insgesamt eine geringere Rolle als häufig angenommen.

Manche Inhaltsstoffe schützen, andere schaden

Bei den Fetten muss man unterscheiden nach den Bausteinen: Manche Fettsäuren wirken eher krebsfördernd, andere eher krebshemmend. Die Aussage „Zu viel Fett begünstigt Krebs“ stimmt also nicht. „Ballaststoffreiche Lebensmittel senken das Risiko der Gewichtszunahme und entfalten im Verdauungstrakt schützende Effekte“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Lioba Hofmann aus Troisdorf. Weiterhin enthalten pflanzliche Nahrungsmittel zahlreiche schützende Substanzen wie Karotinoide, Flavonoide, Isoflavone, Folsäure, Vitamin E und C.

Die schützende Wirkung der Inhaltsstoffe von Gemüse und Obst ist indes nicht so klar, wie es einmal den Anschein hatte. Rudolf Kaaks vom DKFZ meint dazu: „Die schönen Theorien sind aus der Wahrnehmung entstanden, dass Menschen mit hohem Obst- und Gemüseverzehr gesünder seien. Für mich als Krebsforscher ist wichtig, ob sich das epidemiologisch sauber belegen lässt.“ Vor zehn Jahren, so Kaaks, habe man noch angenommen, dass viel Obst und Gemüse das Risiko für einige Krebsarten um bis zu 50 Prozent senken könne. In neueren Untersuchungen konnte dieser Zusammenhang aber kaum nachgewiesen werden. Dennoch gilt weiterhin die Empfehlung, viel Obst und Gemüse zu essen, denn bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann man positive Effekte nachweisen. Außerdem, so Kaaks: „Es ist so, dass Menschen, die viel Gemüse esse, per se schlanker sind, und das ist der entscheidende Effekt.“

Gesunder Lebensstil, weniger Risiken!

In der folgenden Übersicht haben Experten die wichtigsten Empfehlungen zur Vorbeugung von Krebserkrankungen zusammengefasst:

  • nicht rauchen
  • Kontakt mit anderen krebserregenden Stoffen vermeiden
  • vielseitig essen
  • viel Obst und Gemüse, wenig rotes Fleisch und Fett essen, ein- bis zweimal mal pro Woche Fisch. Als „rotes Fleisch“ wird das Fleisch von Schwein, Rind, Kalb, Lamm und Wild bezeichnet (im Gegensatz zum weißen Fleisch von Geflügel).
  • viel Milchprodukte, reichlich (Vollkorn-)Getreideprodukte und Kartoffeln verzehren
  • Zucker und Salz in Maßen
  • wenig Alkohol trinken
  • mehrmals pro Woche sportlich aktiv sein
  • Bei Übergewicht und Fettleibigkeit abnehmen
  • Bei Typ-2-Diabetes: hohe Blutzuckerspiegel durch Diät oder Medikamente senken

Der Informationsdienst des DKFZ weist jedoch darauf hin, dass auch eine gesunde Lebensweise keinen hundertprozentigen Schutz vor Krebs bieten kann. Trotz gesunder Ernährung und viel Bewegung kann eine Krebserkrankung auftreten – nicht allen Tumorformen lasse sich mit Messer und Gabel vorbeugen.

Sind Vitamintabletten sinnvoll?

Die Experten vom DKFZ sehen die Rolle von Vitaminen und Mineralstoffen als Zusatzstoffe kritisch: Die meisten warnen vor der Einnahme in Form von Tabletten oder anderen künstlichen Zubereitungen. In Studien zeigte sich, dass Vitamine und Mineralstoffe mehr schaden als die nützen und das Krebsrisiko sogar zusätzlich steigern können, wenn man sie nicht über Obst, Gemüse und andere natürliche Lebensmittel zu sich nimmt. Einige Studien zeigen, dass Nahrungsergänzungsmittel sogar die Krebstherapie behindern können – sie vertragen sich nicht mit wichtigen Medikamenten.

Das Konzept der Ketogenen Ernährung

Aktuell macht das Konzept der Ketogenen Ernährung von sich reden. Dabei handelt es sich um eine fettreiche und sehr kohlenhydratarme (zuckerfreie) Kostform. Sie soll bei bereits erkrankten Patienten das Tumorwachstum hemmen. Wer diese Diät durchführen und vor allem durchhalten will, braucht eine eiserne Disziplin. Denn viele alltägliche Lebensmittel sind tabu. Dazu gehören Süßigkeiten aller Art aber auch viele Früchte, Kartoffeln, Nudeln, Müsli und gewöhnliches Brot. Erlaubt und erwünscht sind dafür viel Gemüse, Eier, Fisch, Fleisch und Milchprodukte – am besten fettreiche Varianten. Nur damit können die Patienten ihren Energiebedarf decken. Insbesondere bei Patienten, die unter Übelkeit und Appetitlosigkeit, Unverträglichkeiten oder Darmproblemen leiden, kann die Umsetzung der Diät schwierig werden.

Der Ansatz ist umstritten und wurde daher bisher nicht in die Leitlinien der Fachgesellschaften aufgenommen. Das liegt daran, dass es bisher kaum aussagekräftige Studien gibt und keine, die eine positive Wirkung der ketogenen Diät auf die Heilungschancen bei Krebs belegt. Eine Studie an der Universität Würzburg konnte immerhin zeigen, dass Krebspatienten, die ketogen aßen, sich besser fühlten als vorher. Insgesamt konnten bei einer geringeren Patientenzahl bereits Erfolge erzielt werden, die hoffen lassen. Langzeitstudien mit einer größeren Patientenzahl könnten in den kommenden Jahren Aufschluss geben. rr

Zurück zu den Wurzeln

Gesunde Nahrung – Früher war alles besser. Was die ältere der jüngeren Generation gerne mit auf den Weg gibt, trifft für unseren Konsum allemal zu. Alte Gemüse- und Obstsorten aber auch alte Tierrassen erleben ein Comeback.

Zu Schade zum Wegspülen

Abfallentsorgung − Kot und Urin enthalten wertvolle Rohstoffe: Kompost-Toiletten können natürliche Kreisläufe schließen und dabei auch noch Energie sparen.

Einfach mal abschalten

Auszeit – Dauerhafter Stress zermürbt. Die Psyche leidet und die Gesundeit auch. Regelmäßige Auszeiten können helfen, zur Ruhe zu kommen und seine Probleme neu zu ordnen. 

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