Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung » OK
  • DAK_Wigger.jpg
    Wer Angst vor zahnärtlichen Eingriffen hat, kann von Hypnose profitieren.
  • shutterstock_71773993.jpg
    Während der Hypnose werden angenehme Bilder im Kopf erzeugt, beispielsweise ein Spaziergang im Park.
  • shutterstock_15359491.jpg
    Einige Zahnärzte bieten Hypnose zur Behandlung der Patienten an.
13.10.2014|Gesundheit
Hypnose

Die Macht der inneren Bilder

Hypnose - Sie gilt immer noch verbreitet als Voodoo-Zauber – zu Unrecht. Denn Studien haben ergeben, dass der Trance-Zustand Patienten und Ärzten die Strapazen einer Operation erleichtert. 

Der Patient liegt tief entspannt auf dem Zahnarztstuhl und segelt in seiner Vorstellung durch die schönsten Gegenden der Welt. Die eigens für ihn ausgewählte CD-Konserve unterstützt ihn dabei mit leisem Wellenrauschen. Ganz anders dagegen der Operateur, der mit Skalpell und Zange versucht, den festsitzenden Weisheitszahn herauszuoperieren. Hypnose anstelle von Narkose ist mittlerweile in vielen Zahnarztpraxen eine feste Größe bei operativen Eingriffen. Der Trance-Zustand bietet Patienten und Ärzten Vorteile: Ängstlichen Patienten wird so die Furcht vor dem Eingriff genommen, und auch Personen, die gegen die üblichen Betäubungsmittel allergisch sind, profitieren von der Methode. Umgekehrt schätzen Ärzte die Behandlungssituation als deutlich stressärmer ein.

Hypnose steigert die Patientenzufriedenheit

In Deutschland hat die Universitätsklinik Lübeck als erstes Krankenhaus nicht nur eine eigene Hypnosesprechstunde eingeführt, sondern setzt die Methode auch in der ambulanten und stationären Patientenversorgung ein. Die Erfahrungen damit sind, laut dem leitenden Arzt, Dirk Hermes, gut. Insgesamt sind es mittlerweile weit über 1.000 Operationen. Die unter Trance vorgenommenen Eingriffe reichen dabei von Zahnextraktionen und Kieferoperationen bis hin zu ausgedehnten Eingriffen im Gesicht, etwa wegen eines Basalioms, einer Krebserkrankung der Haut, oder sogar Schönheitsoperationen.

Eine wissenschaftliche Verlaufsbeobachtung wertete die Eingriffe aus – mit erstaunlichen Ergebnissen. So überstanden 95 Prozent der Patienten die Operation entspannter und mit weniger Angst und Stress als eine vergleichbare Kontrollgruppe ohne Hypnose. Zudem stieg die Patientenzufriedenheit nach der Operation deutlich an. Wissenschaftliche Studien sollen zudem klären, ob etwa die postoperative Wundheilung mit Hypnose ebenfalls besser verläuft, als unter normaler Narkose.

Hypnose immer noch mit Vorurteilen behaftet

Dennoch haftet der Hypnose auch heute noch hartnäckig das Image von Voodoo oder Varieté an. Das wohl gängigste Vorurteil ist, dass der Hypnotiseur als eine Art Magier mit übernatürlichen Kräften ausgestattet seinen Schützling in Trance versetzt und ihm dann seinen Willen aufzwingen kann. Doch das Gegenteil ist der Fall: „Gegen seinen Willen kann niemand hypnotisiert werden, alles geschieht in gegenseitigem Einvernehmen.

Der Patient ist während der Hypnose wach, ansprechbar und kann aktiv in die Behandlung einbezogen werden. Außerdem ist er jederzeit in der Lage, seine Augen aufzuschlagen und die Trance abzubrechen“, versichert Hermes. Hypnotisierte Personen gehen in einen anderen Bewusstseinszustand über – Wissenschaftler nennen das „dissoziatives Bewusstsein“. Die Patienten sind in ihrem Bewusstsein also nicht im Hier und Jetzt, sondern in der Situation, in die sie sich vom Hypnotiseur haben führen lassen.

Die eingebildeten Sinneseindrücke, etwa eines schönen Sommergartens, werden so wahrgenommen, als würden sie tatsächlich gerade eben geschehen, das haben Gehirnmessungen an zahlreichen Testpersonen gezeigt. Die Realität verschwindet für den Hypnotisierten dabei nicht völlig, sie wird aber stark zurückgedrängt. Viele Patienten können sich daher nicht oder nur schemenhaft an die Behandlung erinnern.

Medizinische Ausschlusskriterien für die Hypnose

Hypnose, so glauben viele, wäre ein Entweder-oder-Zustand, bei dem man entweder in Hypnose ist – oder eben nicht. Aber schon diese Vorstellung ist im Grunde nicht korrekt, denn im Prinzip ist jeder geistig gesunde Mensch hypnotisierbar. Unterschiede zwischen den Personen gibt es nur im Grad der erreichten Trancetiefe, die durchaus verschieden sein kann.

Für Forscher gilt, etwa zehn Prozent aller Menschen sind sehr leicht hypnotisierbar, zehn Prozent nur schwer. Und es gibt auch medizinische Ausschlusskriterien: Wer beispielsweise unter niedrigem Blutdruck, Herzschwäche, hirnorganischen Beeinträchtigungen, Geisteskrankheiten, schweren Persönlichkeits- oder Zwangsstörungen, Hysterie oder Psychosen leidet, oder unter Schock sowie starkem Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholeinfluss steht, darf nicht hypnotisiert werden. tk

Zu Schade zum Wegspülen

Abfallentsorgung − Kot und Urin enthalten wertvolle Rohstoffe: Kompost-Toiletten können natürliche Kreisläufe schließen und dabei auch noch Energie sparen.

Einfach mal abschalten

Auszeit – Dauerhafter Stress zermürbt. Die Psyche leidet und die Gesundeit auch. Regelmäßige Auszeiten können helfen, zur Ruhe zu kommen und seine Probleme neu zu ordnen. 

Schlemmen ohne Kalorien

Es klingt wie ein Traum. Als die Nachricht aus dem Kölner Hause Pfeifer und Langen die Öffentlichkeit erreichte, einen kalorienfreien Zucker auf den Markt zu bringen, freuten sich die Verbraucher. In Japan seit 2010 zugelassen, ist für Deutschland ein solches Produkt absolutes Neuland.

© 2014 - 2019 GWEN Magazine