Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung » OK
  • iStock_18149872.jpg
    Bewegung wird als Allheilmittel gepriesen. Ob das wirklich so ist, darf bezweifelt werden, denn ...
  • iStock_17574451.jpg
    ... ein gesunder Lebenstil zeigt bei manchen Menschen überhaupt keine Wirkung.
  • shutterstock_120091201-2.jpg
    Umgekehrt gibt sogenannte "glückliche Dicke", die trotz Übergewicht völlig gesund sind.
13.10.2014|Gesundheit
Tübinger Studie

Dick ist nicht gleich dick

Tübinger Studie – Mit individuellen Therapie lässt sich die Empfindlichkeit des Gehirns für Insulin wieder ankurbeln. Denn nicht bei Jedem hilft der wohlmeindene Ratschlag, den Lebensstil zu ändern und einfach abzunehmen. Denn: Auch Adipositas ist individuell.

Fühlen Sie sich zu dick? Darauf gibt es scheinbar eine eindeutige Antwort: Der BMI, jener Wert, der berechnet wird aus dem Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat, gilt derzeit als das Maß aller Dinge. Ein BMI von über 25 macht einen zum Übergewichtigen, ab 30 gilt man als fettleibig oder adipös.

Ärzte, Krankenkassen und weite Teile der Gesellschaft scheinen zu wissen: Die unausweichlichen Folgen von Übergewicht sind Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes. Sogar als Ursache für manche Krebserkrankungen müssen die überschüssigen Pfunde neuerdings herhalten. Diese vier großen Zivilisationskrankheiten ziehen nicht nur persönliches Leid, sondern auch enorme Kosten für das Gesundheitswesen nach sich. Dabei sind sich alle sicher: Dicke sind selbst schuld, wenn sie nicht abnehmen – es kann doch nicht so schwer sein. Oder doch?

BMI versagt bei 30 Prozent der Dicken

Beim international viel beachteten Tübinger Lebensstil-Interventions-Programm (Tulip), wählten Forscher rund 400 Probanden aus. Sie hatten alle eines gemeinsam: Verschiedene Risiken – etwa Diabetes in der Familie – deuteten bei ihnen darauf hin, dass sie eher als andere zuckerkrank werden oder Herz- und Gefäßschäden entwickeln würden. Unter Anleitung der Wissenschaftler änderten die Versuchspersonen ihre Lebensgewohnheiten: Sie ernährten sich fettärmer aber ballaststoffreicher, achteten darauf, sich deutlich mehr zu bewegen und Sport zu treiben.

Das Ergebnis verblüffte die Forscher: Bei rund 30 Prozent der Probanden war der Stoffwechsel trotz ihres Übergewichtes völlig gesund, ihre Organe sprachen wie die von Gesunden gut auf Insulin an. Diese „glücklichen Dicken“, wie sie die Wissenschaftler nennen, erleiden offenbar seltener als andere Übergewichtige Herzinfarkte und Schlaganfälle. Denn ihre Form von Adipositas ist völlig harmlos. Über diese Menschen kann der BMI keinerlei Aussage treffen.

Geänderter Lebensstil macht nicht alle Dicken gesund

Eine zweite Gruppe der 400 Probanden war weit weniger glücklich: Gut ein Viertel der Untersuchten zählen zu jenen Personen, bei denen die geänderten Lebensgewohnheiten keinerlei Wirkung zeigen. Bei ihnen ist der Zucker- und Fettstoffwechsel so stark gestört, dass sie trotz Sport und gesunder Ernährung immer kränker werden. Der Grund: Bei diesen bedauernswerten Menschen reagiert das Gehirn nur sehr schwach auf Insulinreize.

Bei Gesunden bremst Insulin nach einer Mahlzeit das Verlangen auf weiteres Essen. Wenn diese Insulinkoppelung intakt ist, löst sie eine Aufwärtsspirale aus: Der Proband verspürt weniger Hunger, isst weniger – und dadurch wirkt das Insulin im Gehirn noch besser. Ist die Rückkoppelung aber gestört, bleibt der mühsam geänderte Lebensstil folgenlos. Im Gegenteil: Für die Betroffenen geht es weiter abwärts. Das gleiche Muster lässt sich für sportliche Betätigung nachweisen: Graduelle Unterschiede in der Insulinempfindlichkeit des Gehirns stellen früh die Weichen dafür, ob rasch überhaupt ein Nutzen spürbar wird oder nicht.

Ausweglos ist die Lage für diese Menschen aber zum Glück nicht: Individuelle Therapien können die Empfindlichkeit des Gehirns für Insulin wieder ankurbeln. Voraussetzung dafür ist aber, die therapiebedürftigen Übergewichtigen überhaupt zu finden. Der BMI jedenfalls ist dafür kein geeignetes Mittel.

Zurück zu den Wurzeln

Gesunde Nahrung – Früher war alles besser. Was die ältere der jüngeren Generation gerne mit auf den Weg gibt, trifft für unseren Konsum allemal zu. Alte Gemüse- und Obstsorten aber auch alte Tierrassen erleben ein Comeback.

Zu Schade zum Wegspülen

Abfallentsorgung − Kot und Urin enthalten wertvolle Rohstoffe: Kompost-Toiletten können natürliche Kreisläufe schließen und dabei auch noch Energie sparen.

Einfach mal abschalten

Auszeit – Dauerhafter Stress zermürbt. Die Psyche leidet und die Gesundeit auch. Regelmäßige Auszeiten können helfen, zur Ruhe zu kommen und seine Probleme neu zu ordnen. 

© 2014 - 2020 GWEN Magazine