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    Tiny Haus in der Garage
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    Michael Heller (links) und Christian Weiß (rechts)
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    Tiny Blick aus dem Fenster
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    Stauraum unter der Treppe
19.11.2017|Wohnen + Leben
Rückzug ins Mini-Haus

Tiny-Haus

Mini-Haus – Sie sind kaum größer als manches Schlafzimmer und doch wünschen sich immer mehr Menschen ein Tiny - also ein kleines Haus. Warum?

Patrick Wirtz hat sich verliebt, in 28 Quadratmeter. Der Kölner ist das, was man wohl einen Fan der für Deutschland noch recht jungen Tiny-Haus-Bewegung nennt. Der 39-jährige Kölner verschlingt geradezu alle Publikationen, die es über die Kleinsthäuser gibt. „Für mich wäre es ein Traum ein solches Haus am Meer stehen zu haben“, sagt er. Vorzugsweise an der Ostsee, aber auch die niederländische Küste wäre in Ordnung. Wenn es denn einen adäquaten Stellplatz gäbe.

An letzterem scheitern die meisten Interessenten. 30.000 bis 50.000 Euro sind schnell finanziert. Denn soviel kostet ein solches Haus je nach Ausstattung. Aber die Suche nach einem Grundstück lässt viele Tiny-Haus-Liebhaber verzweifeln. Ein Campingplatz soll es nicht sein, lieber ein eigenes Grundstück mit kleinem Garten. Schließlich setzen potenzielle Tiny-Haus-Besitzer auf ein autarkes und nachhaltiges Leben.

Jeder Winkel wird ausgenutzt

Christian Weiß und sein Kollege Michael Heller, seines Zeichens Tischlermeister, haben jetzt ihren ersten Prototypen ihres mobilen Tiny-Hauses vorgestellt. Wirklich winzig sieht es aus, wie es in der Werkstatt der Tiny-House-Manufaktur steht. Erst beim Betreten wird die Dimension, die das sieben Meter lange Haus bietet, deutlich. Sicher, es ist keine 100 Quadratmeter-Villa, Raum fürs Schlafen, Kochen und Faulenzen gibt es trotzdem. „Hier haben wir eine Sitzecke geplant“, sagt Weiß und zeigt auf eine kleine Nische neben dem Eingang. Eine Holztreppe führt auf die Empore, die Platz für ein großes Bett bietet. Eine weitere Empore liegt direkt über dem Eingangsbereich. Hier können Dinge abgestellt oder ein Notbett eingerichtet werden.

Stauraum gibt es erstaunlicherweise genug in dem kleinen Haus. Die Treppe etwa ist so konzipiert, dass sich einige Stufen öffnen lassen. Wie kleine Boxen wirken sie. Auch die Küche ist groß genug, dass neben Töpfen und Geschirr einige andere Dinge dort verstaut werden können. Ganz hinten befindet sich ein kleines Bad mit Dusche, Waschbecken und WC. Alles kann per Tank gespeist aber auch mit einer eigenen Frischwasseranlage ausgestattet werden.

Autarkes Leben im natürlichen Kreislauf

Wer möchte, kann völlig autark in seinem Haus leben. Nachhaltigkeit ist Weiß und Heller wichtig. „Wir haben heimisches Holz verwendet, dämmen mit Holzwolle und nutzen Lehmfarbe. Wer möchte, kann seinen Strom mit eigenen Sonnenkollektoren produzieren und eine eigene Wasseraufbereitungsanlage einbauen“, sagt Heller. Alles ist möglich, es kommt nur auf das Budget des Bauherren an.

Wer testen möchte, wie es sich auf engstem Raum lebt, kann das kleine Haus in Köln zur Probe ein paar Tage mieten.

Auch ohne Probewohnen ist Petra Werum hellauf begeistert von dem Tiny-Haus der beiden Kölner. Werum wohnt in Mainz. Noch hat sie ein großes Haus. Die Kinder sind aus dem Haus. Und irgendwie möchte sie noch viel sehen von der Welt beziehungsweise Europa. „Ich stelle mir vor, mit dem Haus durch Europa zu reisen. Nicht wie mit einem Wohnwagen, dazu ist der Transport zu kompliziert“, sagt sie. Ihre Vorstellung ist es, für ein halbes bis einem Jahr an einem Ort zu leben und dann weiterzuziehen. Dass sie dies nicht mit einem Wohnmobil oder Wohnwagen macht, kann sie schnell erklären: „Ich will ein gemütliches baubiologisches Dach über dem Kopf haben. Ein Wohnwagen aus Plastik ist nich mein Ding“, so die Mainzerin.

 

Anleitung zum Selberbauen

Es gibt aber auch Menschen, die können es sich vorstellen dauerhaft in einem Tiny-Haus zu leben. So wie Oliver Zerbien. Er hat sich schon viele Kleinsthäuser angeschaut und will demnächst einen Workshop zum Selberbauen besuchen. „Ich beschäftige mich schon sehr lange mit dem Thema. Ich würde mich darauf einlassen“, sagt er. (sw)

 

 

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