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    Lichtglocke über dem Rhein-Main-Gebiet.
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    Langzeitbelichtung einer mallorkinischen Küstenlandschaft: Die Lichter der Stadt Calla D'Or strahlen die Wolken hell an.
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    Die Beleuchtung des Auerbacher Schlosses an der hessischen Bergstraße strahlt weit in die Höhe.
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    Die Milchstraße über Mallorca.
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    Die Milchstraße über einer Moorwiese im Biosphärenreservat Rhön.
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22.12.2015|Wohnen + Leben
Lichtverschmutzung

Die Retter der Nacht

Lichtverschmutzung – Schon lange sieht man über den Städten kaum noch die Milchstraße. Künstliches Licht lässt aber nicht nur die Sterne blass aussehen – es beeinträchtigt auch die Umwelt. Dabei ist es gar nicht schwierig, etwas dagegen zu tun.

Die Nacht ist zurückgewichen. Aus den großen Städten, wo Neonreklame die Straßen säumt. Aus den Gärten, die im Advent von Lichterketten erhellt sind. Und sogar aus den meisten Dörfern, deren Nachthimmel von den Lichtglocken der Metropolen flankiert wird. Für dieses Phänomen gibt es einen Namen: Lichtverschmutzung.

Und es gibt zwei Regionen, in denen es nachts ein bisschen dunkler ist als anderswo. Eine davon ist die Schwäbische Alb. „Licht ist eigentlich positiv besetzt, die Menschen verbinden damit Sicherheit und Orientierung. Den wenigsten ist bewusst, dass es eine dunkle Seite gibt“, sagt Matthias Engel, der das Projekt Sternenpark Schwäbische Alb mitbegründet hat.

Die Nacht soll dunkler werden

Seit 2011 setzen er und seine Mitstreiter sich dafür ein, dass die Beleuchtung auf der Hochebene südlich von Stuttgart umweltverträglicher wird – und die Nacht wieder dunkler. Ihr Ziel: Die Schwäbische Alb soll eines Tages von der International Dark Sky Association (IDA) als Sternenpark anerkannt werden.

„2015 ist das von der UNESCO ausgerufene Jahr des Lichts – gerade unter diesem Aspekt hoffen wir, dass wir weiterkommen“, sagt Engel. Ein bisschen sei das aber wie der Kampf gegen Windmühlen: „Wir müssen ständig dran bleiben, denn es kommt so schnell so viel Licht dazu.“

Auswirkungen auf Mensch und Tier

Kostengünstige und energiesparende LED-Leuchten verleiten dazu, lieber noch einen Strahler mehr aufzustellen, eine weitere Werbetafel auch nachts zu betreiben. Dabei zerstört der Verlust der Nacht nicht nur die Sternengucker-Romantik. Die ständige Helligkeit stiftet Chaos in der Tierwelt und beeinflusst das Hormonsystem des Menschen: „Von grellen Leuchten werden Insekten angezogen, und fehlen dann als Bestäuber oder in der Nahrungskette. Das Jagd-, Balz- und Brutverhalten nachtaktiver Tiere ändert sich, Zugvögel können die Orientierung verlieren“, erklärt Sabine Frank vom Sternenpark Rhön.

In der Rhön ist das Sternenpark-Projekt weiter fortgeschritten als auf der Schwäbischen Alb: Seit 2014 ist der Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön von der IDA anerkannt. Das Thema Lichtverschmutzung ist in der Region angekommen, auch wenn es schwer zu vermitteln ist: „Wer hätte das gedacht? Hier sind viele aktiv geworden“, sagt Frank. Um das zu schaffen, hat die Projektgruppe die Energieversorger und die Städte und Gemeinden mit ins Boot geholt. „Als Sternenparkkoordinatorin mache ich mir über die öffentliche Beleuchtung keine Gedanken mehr, das läuft.“

Es bleiben aber Baustellen, gegen die die Sternenparkbetreiber kaum etwas tun können. „Bei der Reklame fehlt es an gesetzlichen Regelungen“, bemängelt Frank.

Oft fehlt das Verständnis

In dieselbe Kerbe schlägt auch Matthias Engel: Auf der Alb haben er und seine Mitstreiter schon kleine Unternehmen auf die Beleuchtung von Geschäftsgebäuden angesprochen – nicht immer kam das gut an: „Es fehlt oft das Verständnis, warum man den einen oder anderen Scheinwerfer abstellen oder verändern sollte.“

Dabei ist es grundsätzlich nicht kompliziert, die Außenbeleuchtung umweltverträglicher zu gestalten (siehe Schaubild in der Bilderstrecke): Wichtig ist vor allem, dass das Licht gezielt strahlt, wenig streut, und immer dann abgeschaltet wird, wenn niemand es benötigt. „Um das auch bei Unternehmen ins Bewusstsein zu rufen, wollen wir die Industrie- und Handelskammer kontaktieren“, kündigt Engel an.

Auch mit dem Umweltministerium steht die Projektgruppe in Kontakt. Die grün-rote Landesregierung hat die Reduzierung der Lichtverschmutzung eigentlich im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Dennoch müsse man „harte Bretter bohren“, wie es Engel formuliert. Das alles ehrenamtlich, neben dem Vollzeit-Job. „Wir wünschen uns mehr Mitstreiter, jeder einzelne kann in seiner Gemeinde etwas tun“, sagt der Aktivist.

Es gibt noch viel zu tun

Am Beispiel Sternenpark Rhön wird deutlich, was das Engagement bewirkt: „Die Leute finden ihren Sternenpark toll“, sagt Sabine Frank. „Wir kriegen aus ganz Deutschland viele Anfragen.“ Aber das reiche noch nicht. Es gehe um mehr als ein romantisches Nachtidyll für Hobby-Astronomen, Fotografen und Spaziergänger. Der Sternenpark Rhön will Vorbild-Region für umweltgerechte Beleuchtung sein, zeigen, wie es in der Praxis funktionieren kann.

Ginge es nach Frank, würden zum Beispiel überall dimmbare Amber-LED-Lampen stehen: Die leuchten orange- bis bernsteinfarben, ziehen weniger Insekten an und blenden nicht. Allerdings sind sie nicht ganz so effizient wie LED-Leuchten ohne die spezielle Lichtfarbe.

Seit dem vergangenen Jahr wird in einer Straße in Fulda ein umweltverträgliches Beleuchtungskonzept mit den Amber-LEDs getestet. Ein Impuls, hofft Frank, der Kreise ziehen wird. cel

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