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    Die Gemüsebeete mit Tomaten, Bohnen, Kartoffeln und vielen weiteren leckeren Lebensmitteln werden von den Schülern unter Anleitung selber gesät, gepflanzt und während des Wachstums betreut.
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    Die kleinen Ackerbauern wissen, wie wertvoll ihr selbst angebautes Gemüse ist.
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    Die Pflanzen brauchen jeden Tag Pflege und Wasser, auch während der Schulferien.
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    Die Ernte verkaufen die Kinder dann an die Schulkantine oder an die Eltern.
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    GemüseAckerdemie-Gründer Christoph Schmitz: „Die meisten Kinder wachsen heute komplett naturfrei auf.“
11.07.2016|Wohnen + Leben
GemüseAckerdemie

Ackern macht Schule

GemüseAckerdemie – Kinder wachsen heute oft ohne Bezug zur Natur auf. Wo das Gemüse herkommt, das sie nur vom Supermarkt kennen, lernen sie bei einem schulbegleitenden Bildungsprogramm. Die Kinder bepflanzen, gießen und jäten Gemüsebeete bis zur Ernte.

„Jetzt weiß ich, dass Mais reif ist, wenn die Haare, die aus ihm raushängen, braun sind und der Mais schon ein bisschen gelb ist,“ erzählt ein Schüler aus Berlin stolz. Über solche Erzählungen freut sich einer ganz besonders: Christoph Schmitz, der 2012 die Idee der GemüseAckerdemie entwickelt hat.

Selber in der Landwirtschaft aufgewachsen, möchte er Kindern zeigen, wo das Gemüse herkommt und dass man es selbst anbauen kann. „Die meisten Kinder wachsen heute komplett naturfrei auf, da hilft auch ein Schulbesuch auf dem Bauernhof nicht viel weiter“ erzählt Schmitz. „Sie wissen nicht, dass Obst und Gemüse Naturprodukte sind, um die man sich intensiv kümmern muss, bis sie geerntet werden können.“

Ackerarbeit, die viel Spaß macht

Auf einem Schulacker kann man das alles lernen – und hat viel Spaß zusammen. Die Gemüsebeete mit Tomaten, Bohnen, Kartoffeln und vielen weiteren leckeren Lebensmitteln werden von den Schülern unter Anleitung selber gesät, gepflanzt und während des Wachstums betreut. Natürlich auch während der Ferien, die Pflanzen brauchen schließlich jeden Tag Pflege und Wasser.

Dieser Einsatz schweißt zusammen: Die kleinen Ackerbauern wissen, wie wertvoll ihr selbst angebautes Gemüse ist und verteidigen es gegen unachtsame Mitschüler, die schon mal auf ein kleines Salatpflänzchen treten. Und einfach wegwerfen würden sie es auf keinen Fall!

Gemeinsam gärtnern macht stark

Neben den für sie neuen Begriffe für Gemüse, Gartenwerkzeuge und Gartentätigkeiten lernen die Kinder auch vieles, was nicht direkt mit Gärtnern zu tun hat: Sie müssen die Arbeit auf dem Acker gemeinsam bewältigen, planen, sich absprechen und gegenseitig helfen. Kinder, die es im normalen Schulunterricht schwerer haben, blühen oft auf dem Acker auf. Eine Lehrerin aus Berlin erzählt, dass viele Kinder aus Migrationsfamilien schon sehr routiniert mit Sparschäler und Co. umgehen können – und ihren Mitschülern nun auch mal was zeigen können.

Und auch für kleine „Zappelphillippe“ ist das Arbeiten im Garten eine große Hilfe. Eine Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen erzählt: „Ein Junge war im normalen Unterricht besonders verhaltensauffällig. In der GemüseAckerdemie war er wie ausgewechselt. Ihm hat das praktische Arbeiten besonders viel Spaß gemacht. Er hat sich Selbstbewusstsein geholt, was sich positiv auf sein generelles Verhalten ausgewirkt hat.“

Die eigenen Schätze werden verkauft und gegessen

Für Schmitz ist es auch wichtig, dass die Kinder die gesamte Wertschöpfungskette erleben – einschließlich, Ernte, Verkauf und Verzehr. Ein Schüler bringt es auf den Punkt: „Mir hat sehr gut gefallen, dass ich am Ende auch ernten durfte. Und was ich dabei gelernt habe, ist, dass man da immer sehr viel ackern muss, aber dass man am Schluss auch sehr viel gelernt hat.“

Die Ernte verkaufen die Kinder dann an die Schulkantine oder an die Eltern – und in vielen Familien ist danach Gemüseessen kein Thema mehr. So wie bei dieser Schülerin aus Berlin: „Ich hab vorher keine Zucchini gemocht und jetzt esse ich die einfach so roh. Und Rotkohl auch.“ rn

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