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    Seit Dezember 2015 ist die neue Dünenlandschaft bei Petten aan Zee fertig.
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    Links sieht man den alten Deich, an den sich die neue Dünenlandschaft anschließt.
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    Die gigantischen Strandarbeiten bei Petten aan Zee aus der Vogelperspektive. Seit Dezember 2015 ist alles fertig.
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    Das Wegenetz in der neuen Dünenlandschaft ist fertiggestellt und kann uneingeschränkt per Rad oder zu Fuß erkundet werden.
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    Der alte Deich wächst langsam zu.
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    Mit einem Taucheranzug kann man es aushalten, auch wenn es oft kühl ist am Strand.
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    Ferienanlage Landal in Julianadorp: Die Häuser direkt am Meer. Klein – aber fein.
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    Der Campingplatz Corfwater liegt am Ortsrand von Petten. Es gibt große Campinganlagen und kleine familiäre Plätze. Dieser ist eher klein und gemütlich.
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    Die Stimmungen an der nordholländischen Küste können extrem unterschiedlich sein – hier an einem sommerlichen Junitag in der trendigen Strandbar De Jongens, Bergen aan Zee.
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    Blick auf Petten und den Campingplatz Corfwater, der im Schutz des Deiches liegt.
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    An vielen Orten sind Bänke aufgestellt. Von Petten nach Camperduin dauert der Gang über die neuen Dünen ca. anderthalb Stunden; bei zügigem Tempo sind die 5 Kilometer auch schneller zu schaffen.
18.06.2015|Reisen
Nordholland

Sand gegen See

Nordholland – Vor Petten aan Zee ist eine traumhafte Dünenlandschaft entstanden, die gleichzeitig einen „natürlichen“ Deich gegen den steigenden Meeresspiegel bildet. Eine Reise an die nordholländische Küste ist damit noch reizvoller.

Wer sich von Amsterdam kommend dem kleinen Küstenort Petten nähert, hat das Gefühl, auf einer einsamen Insel zu landen. Die niedrigen Wolken werden von mitunter heftigen Winden über das satte grüne Land getrieben, das von unzähligen Kanälen durchzogen wird. Hinter dem Deich ducken sich die niedrigen Häuser mit ihren ziegelroten Dächern als suchten sie Schutz vor der meist tosenden Nordsee. War das Appartmenthaus Petten Beach in der Ortsmitte bisher die höchste Erhebung weit und breit, so hat es mit der Aufschüttung der großen Dünenlandschaft Konkurrenz bekommen: eine riesige Düne, die wie eine Pyramide 25 Meter in die Höhe ragt. Aus der Ferne lassen sich winzige schwarze Punkte ausmachen: Das sind die Leute, die sie unablässig erklettern. Insgesamt sind vor Petten 35 Millionen Kubikmeter Sand aufgeschüttet worden.

Die Panoramadüne – Bollwerk gegen das Meer

Nordholland hat nun eine Riesendüne. Die „Panoramadüne“, wie sie vor Ort genannt wird, ist die weithin sichtbare Spitze der großen Initiative der holländischen Regierung, zum Schutz vor dem stetig steigenden Wasserstand und den zu erwartenden Sturmfluten eine neue Dünenlandschaft aufzubauen und zu einem natürlichen Erholungsgebiet zu machen – nicht nur für die Touristen, sondern vor allem für die etwa 1,2 Millionen Holländer, die in diesem Gebiet leben.

Bisher gab es vor Petten einen zur See hin asphaltierten Deich, der von den Behörden zunehmend als Schwachstelle eingeschätzt wurde. Dieser Deich, der sich auf fünf Kilometern Länge zwischen dem kleinen Badeort, Camperduin im Süden und Petten aan Zee ein Stück weiter nördlich erstreckt, war bisher nicht sonderlich attraktiv. Auf der Seeseite konnte er mit dem Fahrrad befahren werden, um auf kürzesten Weg zu den herrlichen Dünenlandschaften des weiter südlich gelegenen Ortes Schoorl zu gelangen. Dieser Deich ist geblieben, jedoch nun eingebettet in die neue Dünenlandschaft, die jetzt aus einem acht Kilometer langen und 250 Meter breiten Sandstreifen mit teilweise bewässerten Dünentälern, Strandhafer und einem Wegenetz besteht, auf dem es sich Radfahren, Wandern, Skateboard fahren oder joggen lässt – mit der ständigen frischen Brise, dem Meerblick und der salzigen Luft ein Hochgenuss zu jeder Jahreszeit.

Weitläufiger Sandstrand

An kaum einem Ort ist der Strand so breit wie jetzt in Petten aan Zee – selbst an sonnigen und warmen Tagen, wenn sich der Strand bevölkert, gibt es unendlich viel Platz. Insgesamt ist Nordholland urwüchsig, weitäufig und sehr ländlich, sieht man von dem Städtchen Alkmaar – mit den vielen Grachten und stimmungsvollen Gassen eine Miniaturausgabe von Amsterdam –, Den Helder und natürlich von Amsterdam einmal ab. Der schmale Landstrich ist eine Halbinsel und ersteckt sich zwischen dem Ijsselmeer und der Nordseeküste bis hoch nach Den Helder hinauf, auch die westfriesische Insel Texel gehört dazu. In dieser Gegend mussten sich die Niederländer schon immer etwas Besonderes einfallen lassen, um ihr Land gegen das Meer zu verteidigen.

Die Bevölkerung engagiert sich

Fast die Hälfte des Landes liegt unter dem Meeresspiegel und wird nach Informationen der Wasserschutzbehörde Hoogheemraadschap Hollands Noorderkwartier (hhnk) von 14.000 Kilometer Deich geschützt. Entsprechend hoch ist das Bewusstsein, dass alle Maßnahmen zur Deichbefestigung, die heute umgesetzt werden, weit in die Zukunft wirken müssen. Auch in der Bevölkerung gibt es durchgängig Rückhalt und Engagement. Der Deichwart Luc Kohsiek, verantwortlich für die Küstenverstärkung vor Petten, beschreibt das Projekt, als „once in a lifetime expierience“, als einmalige Erfahrung also. Das lässt erahnen, dass es sich um ein wirklich außergewöhnliches Projekt handelt. Nicht nur Ministerien, sondern auch viele Organisationen und Privatleute sind beteiligt, darunter Unternehmer, Inhaber von Strandpavillons, die Hochseefischerei und Vertreter aus den Bereichen Erholung und Sport.

Fahrrad und Bus, die optimalen Verkehrsmittel

Um sich in den Dünenlandschaften oder auf dem Deich zu bewegen, ist das Fahrrad ideal, bei den zum Teil heftigen Winden ist ein E-Bike empfehlenswert. Das allerdings sollte man am besten vorher reservieren, während das klassische Hollandrad an jeder Ecke vermietet wird. In den Sommermonaten gibt es einen Küstenbus, der zwischen Den Helder und Petten verkehrt und auch an fast allen Campingplätzen hält.

Wenn man sich mit dem Gepäck einschränkt, ist das Auto verzichtbar. Auch das Linienbusnetz ist eng, zweimal stündlich kann man beispielsweise von Petten nach Alkmaar fahren, das dauert maximal 30 Minuten und von dort aus fahren mehrfach die Stunde Züge nach Amsterdam oder Busse in die weiter südlich gelegenen Küstenorte Bergen aan Zee und Egmond. Ob ein Kurztrip übers Wochenende oder ein mehrwöchiger Aufenthalt, Aktivurlaub, Familienferien oder Kulturreise: Die nordholländische Küste ist für all das ein idealer Ort. Sofern man auch mal auf die Sonne verzichten und einem windigen, grauen Tag etwas abgewinnen kann. hb

Wellness mit Weitsicht

Mawell Resort – Das Mawell Resort in Langenburg setzt ganz auf die wohltuende Atmosphäre, die natürliche Baumaterialien und der allgegenwärtige Panoramablick auf eine intakte Kulturlandschaft erzeugen. So vereint das Hotel den Nachhaltigkeits- mit dem Wellnessgedanken.

Hebt sich ab

Baumhaus-Hotel – Der Zurück-zur-Natur-Trend hat längst auch das Gastgewerbe erfasst. Im nordschwedischen Harads betreibt ein Ehepaar ein Hotel, das sich auf 25 Baumhäuser verteilt. Auf Luxus müssen die Gäste darin nicht verzichten.

Das pure Leben verstehen

Costa Rica – Das grünste Land der Erde versorgte sich 2015 zu 99 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Quellen. Urlauber lockt es mit atemberaubenden Vulkanen, beeindruckenden Regenwäldern, einer immensen Artenvielfalt. Ein kleiner Einblick in alternativen Tourismus.

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