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    Abgase bestimmen das Stadtbild
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    Das Model 3 von Tesla ist zukunftsweisend
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    Einfaches Aufladen eines Elektroautos
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    Feinstaubalarm in Stuttgart
27.04.2016|Mobilität
Elektroautos

Summende Zukunft?

Elektroautos - Ab 2025 sollen in Deutschland keine Autos mit Verbrenner-Motor mehr zugelassen werden. So fordert es Dieter Jancek, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen. In den Niederlanden, Norwegen und Indien gibt es ähnliche Pläne.

Im Dezember 2015 ist Deutschland der Zero-Emission Vehicle Alliance beigetreten. Das Ziel: Bis spätestens 2050, wenn möglich früher, ausschließlich Elektroautos neu zuzulassen. Mitglieder der Alliance sind außerdem Länder wie Norwegen, die Niederlande, das vereinigte Königreich und einige amerikanische Staaten.

Gebraucht werden bezahlbare Elektroautos für die Masse. Dass das möglich ist, zeigt der amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla, dessen neues Model 3 mit einem Grundpreis von 35 000 Dollar schon über 276-Tausend Vorbestellungen hat. In Indien wurde ebenfalls ein neues Auto, der e2go von der Firma Mahindra vorgestellt. Der Wagen soll nur etwas über 16 Tausend Euro kosten und ist eher als Stadtauto gedacht.

Vorreiter Norwegen

In Norwegen sollen laut dem „Nationalen Transport Plan“, bis 2025 ebenfalls nur Elektroautos oder Wasserstoff betriebene Neuwagen zugelassen werden. Bereits heute haben Käufer eines Elektroautos große Vorteile. Etwa fällt die Mehrwertsteuer von 25 Prozent weg und es kann umsonst Strom getankt werden.

Außerdem sollen bis 2025 alle neuen schweren Lieferwagen, 75 Prozent der Fernbusse sowie die Hälfte der Lastkraftwagen keine Emissionen mehr abgeben, verkündet das Online-Portal Ecomento.tv. Anfang 2017 soll das Parlament zu dem visionären Plan Stellung nehmen.

Niederlande & Österreich

Auch in den Niederlanden wird über eine elektrische Zukunft nachgedacht. Die zweite Kammer des niederländischen Parlaments stimmte bereits für eine Null-Emissions Zulassung ab 2025. Die Koalition hält dies noch für abwegig.

In Österreich sieht es so aus, dass Jürgen Schneider vom Österreichischen Umweltbundesamt vorschlägt, schon ab 2020 nur noch Elektroautos zuzulassen. Dies sei jedoch nur ein Vorschlag.

Große Zuwachsraten in Frankreich

Wer in Frankreich seinen alten Diesel gegen ein Elektroauto tauscht, erhält eine Prämie von bis zu 10 000 Euro. Dadurch stieg die Zahl der 2015 verkauften E-Autos im Vergleich zum Vorjahr um 64 Prozent auf 17 200. Zudem bekommt jeder Haushalt, der eine Ladestation bei sich aufstellt, eine Steuergutschrift von 30 Prozent, schreibt die Tagesschau. Das Problem der Verfügbarkeit der Ladesäulen stellt sich auch hier. Es gibt in Frankreich etwa 12 000 Ladesäulen. Bis 2018 soll sich die Anzahl verdoppeln.

Die Probleme

Allein in Deutschland werden jährlich etwa drei Millionen Neufahrzeuge zugelassen. Weltweit sind es mehr als 100 Millionen.
Um Elektroautos für die Masse zu produzieren, müsste die gesamte Produktionskette umgestellt und neu überdacht werden. Es müssen Produktionskapazitäten für Batterien geschaffen werden, die die von Tesla geplante Gigafabrik in Nevada bei weitem übersteigen. Aber wie wird der Bedarf an Lithium gedeckt? Wie werden die Tankvorgänge von Millionen von Menschen gesteuert?
Die Antworten darauf vermag momentan niemand zu geben.
Es muss auch darüber nachgedacht werden, ob andere Transportwege, wie beispielsweise Carsharing, weiter ausgebaut und verbessert werden.

Was passiert in Deutschland?

Die Bundesregierung hat sich jetzt dazu entschlossen, den Kauf von Elektroautos zu subventionieren. Finanzminister Wolfgang Schäuble plant 1,2 Euro bis 2020 ein. Die Hälfte davon soll die Automobilindustrie übernehmen, die andere der Steuerzahler. Außerdem sollen 300 Millionen für den Ausbau der Ladestationen investiert werden. Für den Kauf eines reinen Elektrofahrzeugs ist eine Prämie von bis zu 4000 Euro, für Hybride bis 3000 Euro vorgesehen. Luxusautos seien davon ausgeschlossen. Ob das Ziel der Bundesregierung von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen (Hybride zählen auch) bis 2020 erreicht werden kann, steht noch in den Sternen. Momentan sind etwa 25 000 reine Elektroautos und rund 130 000 Hybride zugelassen. Umweltverbände sprachen sich gegen Kaufprämien aus. Dies wäre ein falsches Signal auch angesichts der jüngsten Abgasskandale der Autobranche, schreibt die Zeit.

Elektroautos wirklich emissionsfrei?

E-Autos sind nur dann Emissionsfrei, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien unterwegs sind. Ein mit Strom aus Braunkohle fahrendes Elektroauto, schafft die Abgase nur an anderer Stelle. Ein kleiner Lichtblick: Die Prognose der Agentur für erneuerbare Energien (AEE) sagt einen Anteil von 45 bis 50 Prozent an grüner Energie im deutschen Strom-Mix für das Jahr 2025 voraus.

Visionäres Indien

In Indien geht man die Sache etwas anders an. Der Verkehr soll hier bis 2030 komplett auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. Es wird an einem Schema gearbeitet, bei dem die Bevölkerung die Elektroautos kostenlos erhalten soll. Die Einsparungen durch den Verzicht auf Benzin und Diesel sollen ausreichen um die Kosten zurückzuzahlen. "We don't need one rupee support from the government. We don't need one rupee investment from the people of India," beschwört der Indische Energie-Minister Piyush Goyal bei einem von CII Young India organisierten Event. Indien rüstet zudem alle 20 Millionen Straßenlaternen im Land auf LED-Leuchten um. Die Kosten dafür sollen sich bereits im ersten Jahr amortisieren.

Gerade für Länder die mit extremer Abgasbelastung in den Städten zu kämpfen haben, so wie Indien oder China, ist die Elektromobilität eine sehr interessante Alternative. Die Lebensqualität in den Metropolen würde sich ohne den Smog deutlich erhöhen. Ob die Pläne realisierbar sind, steht noch offen. Was jedoch stattfindet ist ein zukunfts-gerichtetes Denken. Weg von den fossilen Brennstoffen und hin zu neuen, besseren Transportmitteln. jb

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