• Yoga_sh_antoniodiaz_GWEN_Magazine.jpg
    Bewegung hält das Herz gesund. Schon zehn bis 15 Minuten pro Tag haben einen enormen Effekt.
  • Obst_sh_Africa Studio_GWEN_Magazine.jpg
    Gut für das Herz sind ansonsten Essgewohnheiten, die auch allgemein als gesund gelten: ein Speiseplan mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, mehr Fisch und weniger rotem Fleisch.
17.03.2017|Gesundheit
Gesundes Herz

So bleibt die Pumpe fit

Gesundes Herz – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Doch wer seine Gewohnheiten umstellt, senkt das Risiko zu erkranken deutlich. GWEN-Autorin Irene Habich hat ein paar Tipps gesammelt.

Das häufigste Herzleiden ist die koronare Herzkrankheit. Bei dieser Erkrankung führt in der Regel eine Verkalkung (Arteriosklerose) der herzeigenen Gefäße dazu, dass sich deren Wände verdicken und verhärten. So werden die Gefäße selber verengt und können den Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen, das ihm Nährstoffe und Sauerstoff liefert. Das Herz wird dadurch geschwächt. Schreitet die Erkrankung fort, droht schließlich ein Herzinfarkt. Patienten werden mit Medikamenten behandelt und häufig auch operiert.

Den besten Schutz bietet eine gesunde Lebensweise. „Die Herzgesundheit lässt sich zu etwa 80 Prozent durch unser Verhalten beeinflussen und ist nur zu 20 Prozent genetisch bedingt“, sagt Helmut Gohlke, Kardiologe und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. „Ich empfehle ganz einfach nicht zu rauchen, weniger zu essen und sich mehr zu bewegen.“ Zigarettenkonsum und Übergewicht können die Verkalkung der Gefäße begünstigen, Bewegung hingegen hält sie gesund. „Schon zehn bis 15 Minuten Bewegung pro Tag haben einen enormen Effekt“, so Gohlke weiter.

Wenig rotes Fleisch essen

Bei der Ernährung galt lange Zeit die Faustregel, dass tierische Fette generell schlecht, pflanzliche Fette hingegen gesund für Herzpatienten seien. Eine aktuelle Übersichtsstudie hat das jedoch nicht bestätigt. Eindeutig schädlich waren der Studie zufolge nur Transfette, die bei der industriellen Härtung pflanzlicher Fette entstehen. Größere Mengen davon stecken in frittierten Lebensmitteln und vielen Fertigprodukten. Auch Gohlke hält die alte Regel nicht mehr in allen Fällen für gültig: So könnten sich Milchprodukte bei der Ernährung günstig auswirken, obwohl sie tierische Fette enthalten.

Gut für das Herz sind ansonsten Essgewohnheiten, die auch allgemein als gesund gelten: ein Speiseplan mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, mehr Fisch und weniger rotem Fleisch. Denn unabhängig von der Fett-Theorie scheint dieses zu schaden: Beim mikrobiellen Abbau von rotem Fleisch im Darm entstehen höchstwahrscheinlich Substanzen, die das Herz schwächen.

Normalgewicht halten

Von strikten Diätplänen rücken Ärzte heute allerdings immer mehr ab. „Verbote sind nicht zielführend, das kennt man ja auch von Kindern“, sagt Heribert Brück, er betreibt eine kardiologische Praxis in Erkelenz und ist Sprecher des Bundesverbands niedergelassener Kardiologen. „Es darf also ruhig auch mal ein Stück Kuchen sein.“ Früher seien etwa cholesterinhaltige Lebensmittel wie Eier komplett verteufelt worden „Da haben wir die Patienten unnötig gequält“, sagt Brück. Zwar kann Cholesterin die Gefäßverkalkung fördern. „Der Cholesterinspiegel lässt sich aber ohnehin nur zu zehn bis 20 Prozent über die Ernährung beeinflussen.“

Am wichtigsten sei es, nicht mehr zu essen als man verbraucht – um ein normales Gewicht zu halten. Oft ist das leichter gesagt als getan. Brücks Erfahrung als Arzt: Gerade Menschen, die im Beruf körperlich aktiv waren, setzen Gewicht an, wenn sie in Rente gehen – weil sie genau soviel essen wie vorher. Brück rät, in dieser Phase achtsam zu sein und die Ernährung anzupassen. „Es ist wie bei einem Auto: Wenn es weniger fährt, geht man schließlich auch seltener tanken.“

Stress vermeiden

Neben einem Rauchstopp, gesunder Ernährung und Bewegung gibt es noch etwas, dass Brück Patienten empfiehlt: Sie sollten Stress dringend vermeiden. Denn der schadet der Herzgesundheit gleich doppelt. Zum einen konnten Studien zeigen, dass negative Gedanken im Körper Reaktionen auslösen, die die Gefäße verhärten. „Zudem schadet Stress uns indirekt: Weil er zu einer ungesunden Lebensweise führt“, sagt er Kardiologe. Wer einen stressigen Alltag hat, isst häufig ungesünder und glaubt, dass er keine Zeit für sportliche Hobbys hat. Brück sieht Stress als einen der Gründe dafür, dass auch Frauen immer öfter an Herz-Kreislauf-Leiden erkranken. Galten lange vor allem Männer als Risikopatienten, sterben Frauen heute öfter an Herzinfarkten. „Bestimmt auch, weil sie immer öfter in stressigen Jobs arbeiten, dazu kommt meist die Doppelbelastung durch Haushalt und Familie“, sagt Brück.

Aber wie gelingt es, gelassen zu bleiben, wenn Belastung und Druck in der Arbeitswelt nun einmal steigen? Brück rät dazu, Stress-Bewältigungsstrategien zur lernen, über seine Praxis vermittelt er Kurse. Was viele nicht wissen: Häufig werden solche Angebote von den Krankenkassen bezuschusst.

Wer seine Herzgesundheit verbessern will, kann dafür also im Alltag einiges tun. Es gilt aber auch, sich nicht zu stark unter Druck zu setzen, wenn gute Vorsätze einmal scheitern. Wer das macht, hat nur ständig ein schlechtes Gewissen. Das führt zu Stress – und der ist ja nun einmal schlecht fürs Herz.

Dem Heißhunger entrinnen

Glykämischer Index – Süßigkeiten und Snacks braucht kein Mensch. Sie liefern häufig die überflüssigen Kalorien, die uns das Leben schwer machen. Dennoch spüren viele Menschen einen Heißhunger darauf.    

Gutes Essen – gute Laune

Ernährung – Wir alle wissen eigentlich, wieviel wir essen und trinken sollten. Aber unser Grundbedürfnis nach Sättigung wird durch andere Motive überlagert. Viele essen mehr, als gut ist. Nehmen Nahrungsmittel Einfluss auf unser Gehirn? Gwen-Autorin Ruth Rösch ist dieser Frage nachgegangen.

Kaiser Wilhelm und Granny Smith

Alte Obstsorten – Alter Kölner? Kaiser Wilhelm? Minister von Hammerstein? Mit diesen Namen verbinden nur Kenner Äpfel, während den meisten von uns eher die Sorten Gala, Golden Delicious oder Granny Smith vertraut sind.

© 2014 - 2017 GWEN Magazine