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    Trainerin Tanja Petrick mit ihrer Hündin Kia. Petrick hat das Fitnessprogramm „Fit mit Hund“ entwickelt.
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    Trainerin Janin Ziegenhagen beim Work-out mit ihrem Zwergpinschermischling Billy
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    Das Programm „Fit mit Hund“ ist ein gezieltes Training für Hund und Halter gleichermaßen.
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    „Bei der spielerischen Beschäftigung mit ihrem Tier werden Halter aktiv, ohne sich groß überwinden müssen“, sagt Arzt Michael Odinius.
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    Generell gilt, dass nicht für jeden Hund und jeden Halter alle Fit-mit-Hund-Übungen geeignet sind.
30.06.2015|Gesundheit
Fit mit Hund

Gemeinsam schlank werden

Fit mit Hund – Mensch dick, Hund dick – das kommt häufig vor. Wer abnehmen will, kann das beim Fit-mit-Hund-Training tun. Mit Spaß sollen dabei Vierbeiner und ihre Halter ihre Fitness steigern. Auch Ärzte sind an dem Programm interessiert.

Karina Maschmeyer trägt Turnschuhe, Leggings und Windjacke – ihre Trainingspartnerin Paula nichts weiter als ein Halsband. Auf dem Parkplatz springt die schwergewichtige Rottweilerin aus dem Kofferraum. 40 Kilogramm bringt die Hündin auf die Waage. Jetzt soll sich Paula gemeinsam mit ihrer Halterin eine Stunde lang bewegen. Trainerin Janin Ziegenhagen erwartet die beiden schon und führt sie in die Lohe, ein ehemaliges Militärübungsgelände in Hamburg-Bergedorf.

Das Programm Fit mit Hund ist ein gezieltes Training für Hund und Halter gleichermaßen. Das eigene Haustier als Trainingspartner soll das Sportprogramm auflockern und ihm spielerischen Charakter verleihen. Entwickelt wurde das Trainingsmodell von Tanja Petrick. Als gelernter Fitnesstrainerin und Ausbilderin von Rettungshunden kam ihr die Idee, ein kombiniertes Programm für Mensch und Hund auszuarbeiten.

Muskeltraining für Hund und Herrchen

„Ich dachte, man könnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Man beschäftigt sich mit seinem Hund und tut nebenbei etwas für die eigene Gesundheit“, sagt Petrick. Sie überlegte sich Übungen, die Spaß machen sollen, und bei Mensch wie Hund wichtige Muskeln trainieren. Schnell war die Nachfrage so groß, dass sich Petrick entschloss, eine Trainerausbildung anzubieten, die auch Janin Ziegenhagen besucht hat. Fundierte Kenntnisse über die Anatomie von Mensch und Hund werden darin genauso vermittelt wie entsprechende Übungen. Heute sind die Kurse fester Bestandteil von Elbfit, Janin Ziegenhagens Outdoor-Fitnessangebot.

In der Lohe erklärt Ziegenhagen eine gymnastische Aufgabe, die Karina Maschmeyer mit Paula machen kann: Während ihre Halterin Ausfallschritte macht, muss sich die Rottweiler-Hündin bemühen, immer wieder unter dem angewinkelten Bein hindurchzuschlüpfen. Das funktioniert gut, solange sie Paula dabei ein Leckerli vor die Nase hält.

Für Maschmeyer geht es vor allem darum, Paula beim Sport dabeizuhaben. „Wenn ich den ganzen Tag gearbeitet habe, freue ich mich, am Feierabend Zeit mit ihr zu verbringen. Und wenn Paula dabei noch abnehmen sollte, wäre das ein toller Nebeneffekt“, sagt Maschmeyer. Die 55-Jährige ist recht zierlich, sie selbst möchte durch den Sport ganz einfach fit werden.

Häufig bringen sowohl Hund als auch Herrchen etliche Pfunde zu viel auf die Waage und könnten von einem Abnehmprogramm profitieren. In Abstimmung mit „Fit mit Hund“ will der Mediziner Michael Odinius gerne ein solches Modell entwickeln. Er ist auf die Behandlung von Adipositas spezialisiert, in seiner Praxis in Barsbüttel betreut er viele schwer übergewichtige Patienten. Für Dicke, die abnehmen wollen, seien Hunde eine wunderbare Motivation, glaubt der Arzt. „Hundehalter haben bereits den Vorteil, ohnehin viel an der frischen Luft zu sein. Da wäre es ideal, die Bewegung mit dem Hund mit einem Fitnessprogramm zu verbinden.“

Halter werden aktiv, ohne Überwindung

Odinius schwebt ein regelmäßiges Treffen von korpulenten Hundebesitzern vor, bei dem Übungen mit dem Hund gelernt werden sollen: ein Muskeltraining für beide zum Beispiel, oder Intervallläufe mit dem Hund. „Bei der spielerischen Beschäftigung mit ihrem Tier werden Halter aktiv, ohne sich groß überwinden müssen – das sollte man nutzen“, sagt Odinius. Zusätzlich soll es in lockerer Atmosphäre eine Ernährungsberatung geben.

Janin Ziegenhagen geht in die Hocke und fasst ihren Pinscher-Mischling Billy, der beim Training meistens dabei ist, an den Pfötchen. Dann führt sie eine weitere Übung für Karina Maschmeyer und Hündin Paula vor: Indem Billy auf zwei Beinen läuft und Janin Ziegenhagen sich in einer Art Entengang rückwärts bewegt, müssen beide ihre Muskeln anstrengen. Doch Rottweilerin Paula ist für diese Übung etwas zu schwer.

Generell gilt, dass nicht für jeden Hund und jeden Halter alle Fit-mit-Hund-Übungen geeignet sind. Daher muss das Training in Kleingruppen abgestimmt werden. Paula könne es beispielsweise helfen, zunächst die Muskulatur ihrer Vorderläufe zu trainieren, indem sie mehrfach hintereinander von der „Platz“- zur „Sitz“-Position wechselt, schlägt Ziegenhagen vor.

Am Ende der Stunde ist Paula außer Atem. Karina Maschmeyer ist noch fit – obwohl sie viel mehr Übungen gemacht hat. Nach den Gesprächen mit der Trainerin kommt ihr ein Gedanke. Kann es sein, dass Paula auch deshalb kaum abnimmt, weil ihr Mann sie zu Hause ständig mit Naschwerk füttert? „Ich glaube, ich muss noch einmal mit ihm darüber reden.“ irh

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